Schuhmarkt

PF Flyers spielt auf

Am Anfang standen Autoreifen. Aus ihren Materialien wurden robuste Freizeitschuhe. PF Flyers versteht sich als Inbegriff des amerikanischen Way of life – eine amerikanische Story mit europäischem Ausblick. 16/06 Kathrin Klemp

Die berühmten Canvas-Sneaker „PF Flyers“ verstehen sich nicht als einfache US-Turnschuhe – sie sind der Inbegriff des amerikanischen Way of life. Mit Qualität, Tragekomfort, Spaß und Lifestyle, den vier soliden Säulen ihres knapp hundertjährigen Erfolgs, laufen sie sich jetzt auch auf dem deutschen Markt warm.

Am Anfang standen Autoreifen. Dr. Benjamin Franklin Goodrich, der amerikanische Reifen-Fabrikant, entdeckte, dass sich aus ihren Rohstoffen – Leinen und vulkanisiertes Gummi – auch robuste Freizeitschuhe preiswert produzieren lassen. 1905 war seine Turnschuhserie „straight-line“ in den ganzen USA bekannt. Weltberühmt wurde die Linie „Chief Longe Lance“ 1928 durch den amerikanischen Zehnkämpfer und Footballstar Jim Thorpe.

1933 revolutionierte B. F. Goodrich die Turnschuhfabrikation durch ein Fußbett. Weiterentwickelt wurde die „Posture Foundation“-Innensohle 1937 patentiert und war damit Namensgeberin – PF – für den Schuh-Klassiker. Ihre Besonderheit: Durch eine leichte Erhöhung in der Fußbettmitte, der sogenannten „rigid PF Wedge“, wird das Körpergewicht optimal auf die Fußsohle verteilt. Durch diese „Sicherung gegen Plattfüße“ wird der Fuß angenehm gestützt, bei gleichzeitiger Bewegungsfreiheit. Nach dem zweiten Weltkrieg begann dann der eigentliche Durchbruch der Leinen-Sneaker – nicht nur im Sport, sondern auch in der Mode. PF Flyers eroberten sich nach Sporthallen und Baseballfeldern einen Stammplatz in der Casualwear zwischen Oxford und Moccasin.

In den 50er Jahren beherrschten PF Flyers 20 Prozent des amerikanischen Sneaker- Marktes und avancierten sogar zum Kinostar: In dem Kult- Baseball-Movie „Sandlot“ spielten PF Flyers eine Hauptrolle. In den siebziger, achtziger und neunziger Jahren durchlebte die Marke PF Flyers durch mehrere Eigentümerwechsel Höhen und Tiefen des Sneaker-Daseins. Die Odyssee endet, als PF Flyers im Jahr 2001 von dem amerikanischen Konzern New Balance, der viertgrößten Sportmarke weltweit, gekauft wird. Den Plan für ein erfolgreiches Comeback der „Posture Foundation“-Schuhe beschreibt Joe Casagrande, Assistant Product Manager von PF Flyers, USA, so: „Die Marke PF Flyers wird fortfahren, den Sportsgeist hochzuhalten. Mit einem genialen Erbe an Erfindungsreichtum und mit seinem originellen Design übt PF Flyers eine starke Anziehungskraft auf aktive, spaßorientierte Kunden aus.“ Sprich: Alte Markenwurzeln gedeihen auf einem gesunden Boden voller freudiger Innovation und solidem Komfort.

Die neuen PF-Flyers-Kollektionen richten sich an Menschen, denen die Hightech-Sneaker-Hysterie nichts mehr sagt, deren Geschmack ausgefeilt, aber lässig ist. Die Original-Turnschuhe mit historischer Ästhetik eignen sich zum zwanglosen Sporttreiben und sind ideal für Freizeit und Alltag. Seit 2004 sind PF Flyers auch in Deutschland erhältlich, inzwischen in über 60 Stores: „Wir erzielen sehr gute Erfolge mit unseren Styleaccounts, die sich auf Schuhe oder besser sportlich stylische Schuhe spezialisiert haben, wie zum Beispiel Barfuss oder Lackschuh in Berlin, Schuhwerk in Trier, Off&Co in München, Stierblut in München, Escape Futura in Frankfurt“, erläutert Michael Schmitz, Account Manager Lifestyle, Deutschland, von PF Flyers und New Balance Classics.

Zusätzlich sind auch Maßnahmen geplant, um PF Flyers als Marke auf dem deutschen Markt zu etablieren: „Wir werden weiterhin mit unserer PR-Agentur Flora & Fauna aus Berlin und gemeinsam mit unseren Kunden versuchen, unsere bisherige erfolgreiche PR-Arbeit fortzusetzen. Anzeigenschaltungen spielen dabei auch eine Rolle. Kleinere, aber feine Events in Zusammenarbeit mit unseren Kunden sind ebenso in Planung“, erklärt Michael Schmitz die Ideen. In anderen europäischen Ländern werden PF Flyers ebenfalls lanciert: In Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Finnland, Schweden, Schweiz, Österreich und den Beneluxländern wird auch strikt auf eine hochwertige, selektive Distribution der Stoffschuhe geachtet, die rund 40 Euro (Modelle aus Leder etwa 70 Euro) im Verkauf kosten.

PF Flyers F/S 2007

Mit der neuen Sommer-Kollektion setzt PF Flyer nicht nur auf altbewährte Styles wie das vulkanisierte Fußbett, sondern beweist, dass sich die Marke kontinuierlich weiterentwickelt und moderne, avantgardistische Trends aufgreift. Leinen – pur, geölt oder mit strukturierter Oberfläche – spielt dabei die Hauptrolle. Daneben: Nubuk und Wildleder. Alles wertige Materialien.

Das kollektionsübergreifende Thema lautet für diese Saison „Absence of color and color“. Bei „Absence of color“ handelt es sich um weiße, schwarze und zart getönte Styles, die auf Verzierungen oder Kontrastspiele verzichten. Bei „color“ liegt der Schwerpunkt auf warmen, kräftigen Farben. Die Palette umfasst neutrale Töne wie Braun und Königsblau sowie kräftigere Nuancen wie Grün und Rot. „Number 9“ heißt die neue Linie bei PF Flyers.

Eine Weiterentwicklung des Klassikers „Number 5“, die insgesamt etwas fester und stabiler wirkt als seine Vorgänger. Unter anderem hat sich auch das „Foxing“, das kleine Label an der rückwärtigen Schuhnaht, verändert. Liebevolles Detail: Unter der Zwischensohle finden sich kleine Sprüche, wie z. B. „Keep Smiling“, die dem Käufer den Tag versüßen. „LoFi“ nennt sich die neue, feminine Variante. Eine Sneaker-Ballerina-Fusion ohne Zwischensohle, aber mit dem komfortablen Fußbett. Für Nostalgiker gibt es auch wieder den „Glide“, einen Re-Issue-Basketballschuh aus dem Jahr 1979. Die Auflage ist streng limitiert: Um den Bogen zum Geburtsjahr zu spannen, wird es diesen Schuh nur 1979 Mal weltweit geben. 16/06 Kathrin Klemp

Verwandte Themen
Wer einfach einen Black Friday Sale veranstaltet, ohne sich rechtlich abzusichern, begibt sich in unsicheres Fahrwasser. Bild: Thinkstock
„Black Friday“ markenrechtlich geschützt weiter
Creditreform Geschäftsklimaindex CGK Mittelstand
Bauboom und Exporte verleihen Mittelstandskonjunktur Flügel weiter
Gemessen an der Nutzerdichte rangiert Deutschland bei Zentrada unter den Beschaffungs-Spitzenreitern in Europa. Grafik: Zentrada Europe
Warenbeschaffung online auf dem Vormarsch weiter
Deloitte Weihnachtsgeschäft Einzelhandel
Laut Deloitte darf sich der Einzelhandel auf Weihnachten freuen weiter
IFH Services im Online-Handel Studie
Online-Handel: Kleine und mittlere Händler haben Nachholbedarf weiter
OrthoExtra by SchuhMarkt Leserumfrage
OrthoExtra: Ihre Meinung ist uns wichtig! weiter