Schuhmarkt

Selbermachen!

Junge Käufer suchen die Sicherheit der Marke und gleichzeitig Individualität. Sie sprechen Selbermach-Konzepte an. Eine Chance für den Handel, wenn es gelingt, die Schuhe zum selbst zusammenstellen ins Geschäft zu integrieren. 04/06 Sabine Maurer

Junge Käufer suchen die Sicherheit der Marke und gleichzeitig Individualität. Sie sprechen Selbermach-Konzepte an. Eine Chance für den Handel, wenn es gelingt, die Schuhe zum selbst zusammenstellen ins Geschäft zu integrieren. Do it yourself, lautet das Motto des neuen Trends in Sachen Sneaker. Dem Kunden auf der Suche nach der persönlichen Note werden mittlerweile nicht nur limitierte Auflagen angeboten, sondern die Sneaker-Fans können sich ihre Schuhe selbst designen. Dazu suchen sie sich die Einzelteile selbst aus, kombinieren sie nach ihrem eigenen Geschmack und lassen sie schließlich vom Hersteller zusammennähen. Marken wie Puma, Adidas oder Nike bieten diese „Customized Sneakers“ mittlerweile an. Bei Puma erinnert das Konzept ein wenig an ein Selbstbedienungs- Restaurant, denn dort wählen die Kunden – meist sind es trendbewusste junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren – aus Fächern die Einzelteile ihrer Sneaker aus. „Mongolisches Schuh-Barbecue“ heißt dieses Konzept, und der Name ist hier Programm. Denn bei der mongolischen Art des Barbecue werden Fleisch und Gemüse individuell ausgewählt und daraus die Gerichte zubereitet. Wie beim kulinarischen Namensgeber gibt es auch beim Schuh-Barbecue ein Rezept, nach dem die Sneaker-Fans Farben, Muster und Materialien wählen. Die Silhouette ist ein Jogging-Schuh von Puma aus den 80er Jahren. Insgesamt können die Kunden 13 Einzelteile von der Applikation bis hin zum Schnürsenkel individuell kombinieren. „Dabei haben sie alle Möglichkeiten. Es gibt zum Beispiel schon alleine 30 Farben und 13 verschiedene Applikationen“, sagt Christian Blanck von der Münchener PR-Agentur Krauts. Wenn die Kunden damit fertig sind, geben sie ihre Kreation ab und können die fertigen Schuhe etwa vier Wochen später im Geschäft abholen. 130 Euro müssen sie für ihre höchstpersönlichen Puma-Sneaker bezahlen. Die Customized Sneakers wurden von Puma erstmals im vergangenen Sommer angeboten, allerdings nicht in grenzenloser Stückzahl. Jeder teilnehmende Puma-Shop bekam 30 Paar Schuhe. „Sie waren nach wenigen Tagen ausverkauft“, sagt Blanck. Nachdem die Daten aus dem Sommer ausgewertet sind, soll über eine Wiederholung des Schuh-Barbecue in diesem Jahr entschieden werden. Nicht nur während des ganzen Jahres, sondern auch rund um die Uhr können die Kunden bei Nike Schuhe kreieren, und zwar per Mausklick im Internetportal www.nikeid.com. Auf dem Monitor wählen sie Modell, Farbe, Materialien und Technologie aus und stellen sich so ihren persönlichen Schuh zusammen. Es gibt 30 Modelle. Details wie Schnürsenkel, Laschenfarbe oder Fersenkappe können individuell gestaltet werden. Außerdem können die Schuhe mit persönlichen Botschaften oder Initialen versehen werden. Nach vier bis sechs Wochen werden die Schuhe dem Besteller nach Hause geschickt. Die Preise beginnen bei 80 Euro. „Unsere Zielgruppe sind Menschen, die sich dem individuellen Design verschrieben haben“, sagt Jennifer Mitze von Nike. Bei Adidas sieht die Zielgruppe anders aus, die individuell kreierten Schuhe gelten dort nicht als Lifestyle-Produkte. „Es sind Sportschuhe mit dem gewissen Extra“, beschreibt Sebastian Steffen von Adidas das Angebot in den Kategorien Indoor, Running, Fußball und Tennis. Bevor es bei Adidas für die Kunden ans Designen geht, müssen sie zunächst einmal zwecks Vermessung Fuß zeigen. Erst dann beginnt für sie die Qual der Wahl. Sie müssen sich nicht nur für ein Modell und für die Farbe ihrer Schuhe entscheiden, sondern auch die Nähte und das Obermaterial aussuchen. Außerdem kann an den Schuhen eine individuelle Stickerei aufgebracht werden. „Viele entscheiden sich für ihren Spitznamen. Läufer nehmen auch gerne ihre angestrebte Marathon-Zeit“, erzählt Steffen. Etwa drei bis vier Wochen nach seiner Bestellung bekommt der Kunde die Schuhe nach Hause geschickt. Diese Modelle werden mit einem Preisaufschlag von rund 35 Prozent verkauft. Sämtliche Daten wie das Material sowie die Fußgröße und -weite werden gespeichert. Das hat für den Adidas-Kunden den Vorteil, dass er jederzeit das gleiche Modell wieder bestellen kann, ohne noch einmal vermessen zu werden und etliche Schuhe anprobieren zu müssen. Auch wenn er den gleichen Schuh zum Beispiel mit einem anderen Material bestellen möchte, ist das kein Problem. 06/04 Sabine Maurer

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