Schuhmarkt

Venice auf Kurs

Die Thomsen Vertriebs GmbH, seit vielen Jahren erfolgreich in verschiedenen Segmenten der „jungen Freizeitschuhe“, wird sich auf seine Kernbereiche beschränken. Die Markenausrichtung steht voll im Zeichen der Rückbesinnung. 16/07 Beate Reichmann

Die Thomsen Vertriebs GmbH, seit vielen Jahren erfolgreich in verschiedenen Segmenten der „jungen Freizeitschuhe“, wird sich auf seine Kernbereiche beschränken. Die Markenausrichtung steht voll im Zeichen der Rückbesinnung.

Die Thomsen-Story in Hamburg begann als Uwe Thomsen nach langjähriger Tätigkeit in der Schuhindustrie 1988 ein Schuhgroßhandelsunternehmen als Importeur aus Fernost – noch ohne große Schwerpunkte – gründete. Das sollte sich nach drei Jahren entscheidend ändern: 1991/1992 spezialisierte sich Uwe Thomsen auf sportlich-junge Freizeit- und Lifestyle-Schuhe, zum Beispiel im damals hochaktuellen Skater- Stil mit Leinen-Ausrüstung. Der Boom der Leinenschuhe stellte die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft: 1992 wurde die Marke Venice endgültig ins Leben gerufen.

Auch die Unternehmensstruktur ist klar ausgerichtet. Die Produktion erfolgt fast nur in Fernost. Je nach Produkttyp sind unterschiedliche, kleine Produktionsstätten im Einsatz. Es existiert ein eigenes Büro und eine Musterfirma in Vietnam. Die langjährige, konsequente, enge Zusammenarbeit mit den asiatischen Produktionsstätten zahlt sich vor allem durch gleichbleibendes Qualitätsniveau aus. Lieferverspätungen gibt es fast nicht. Die Musterfabrik vor Ort erlaubt eine schnelle Fertigung und unterstützt die Flexibilität im Bereich der Musterproduktion. Logistik und Lagerhaltung wird extern in Hamburg durchgeführt. Verwaltung, Vertrieb und Produktentwicklung/Design erfolgt im eigenen Haus in Hamburg.

Drei versierte Designerinnen sind in der Zentrale kreativ im Einsatz, nicht nur für die Venice-Kollektion, sondern auch für die anderen Marken im Private-Label-Sektor. Sinnvoll ist hier der ständige persönliche Kontakt mit der fernöstlichen Musterfabrik. Schuh- Design ist heutzutage als permanenter Prozess zu verstehen. „Die Zeiten sind vorbei, in denen zwei Kollektionen erstellt wurden. Da kommen rasend schnell modische Themen auf, über die vor zwei Monaten noch niemand gesprochen hat. Hier müssen wir sofort reagieren. Das können wir mit unserer Struktur sehr gut“, sagt Sohn Jan Thomsen. Die Kollektionsrhythmik hat also außer zwei Hauptprogrammen im Jahr mindestens noch zwei kurzfristig lieferbare Zwischenkollektionen – je nach Bedarf.

Außer der Eigenmarke Venice ist die Thomsen Vertriebs GmbH im Marktsegment der „jungen Freizeitschuhe“ auch im Nichtmarken-Geschäft (zu ca. 30 %) vertreten. Der Service reicht von der Kollektionsentwicklung bis zur Filiallieferung. Die Marke Venice konzentriert sich auch in Zukunft auf den markenorientierten Fachhandel, zunehmend mehr auch auf den Young-Fashion Handel und weiterhin auf Versandhandel und Konzerne. 600 bis 650 Kunden im Inland bedeuten zur Zeit 1500 bis 1700 Verkaufspunkte in Deutschland. Über Tochtergesellschaften werden Spanien und Beneluxländer beliefert, die Schweiz von Hamburg aus bestückt.

Zielgruppe sind die Junggebliebenen

Zielgruppe für den sportlichen Schuh mit Anlehnung an den Aktivbereich sind und bleiben die jüngeren (und junggebliebenen) Kunden zwischen 14 und 35 Jahren – je nach Lebenseinstellung bezüglich Lifestyle auch wesentlich ältere! Die Endverbraucher- Preislagen liegen zwischen 39,90 und 99,90 Euro (Schwerpunkte bei 49,90 – 69,90 Euro). Bevorzugte Materialien sind Canvas, Leinen und im geringen Maße Leder. Die Sommer-Kollektion 2007 hatte ein besonders erfolgreiches Ballerina-Modell in verschiedenen Variationen, das als Thema auch weiter im Sortiment bleibt.

Für den Mode-Sommer 2008 sind wieder erfolgreiche Comeback-Modelle wie Skater, Sneaker und Sandalen mit kleinem Keilabsatz im Programm – natürlich im brandneuen Design. Auch vulkanisierte Verarbeitungen sind dabei im Kommen. Über Jahre erfolgsgekrönte Modelle wie der Taekwando-Typ, der Skate-Typ aus den 90er Jahren und die Segel-Vulka-Canvas-Typen haben jetzt augenscheinlich Venice einen relativ hohen Bekanntheitswert von zwölf Prozent ermöglicht (laut einer kürzlich veröffentlichten Spiegel-Studie). Uwe und Jan Thomsen haben klar definierte Zukunftsvorstellungen, wobei die Marke und der Private-Label-Bereich ausgebaut werden soll, dazu die Exportmärkte ständig erweitert werden.

Uwe Thomsen sagt deutlich: „Wir haben keine spektakuläre Strategie, wir werden den Weg der vergangenen Jahre konsequent weitergehen.Wir haben noch ein enormes Wachstumspotential mit unserem bestehenden Gesamtkonzept und den bestehenden Strukturen. Sicher wird die weitere Verankerung von Venice für uns sehr wichtig sein. Wir werden unsere Hausaufgaben weiterhin so gut wie möglich erledigen und uns auf einen immer schnelleren Markt einstellen.“ 16/07 Beate Reichmann

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