Schuhmarkt

Es läuft wieder

Nordic Walking wurde im vergangenen Jahr von vielen totgesagt. Dabei folgte dem Boom nur die unumgängliche Konsolidierung mit einigen Turbulenzen im Markt. Doch das Jahr 2007 startet überaus positiv, auch wenn noch manche Altlast drückt. 13/07 Rainer Bommas

Nordic Walking wurde im vergangenen Jahr von vielen totgesagt. Dabei folgte dem Boom nur die unumgängliche Konsolidierung mit einigen Turbulenzen im Markt. Doch das Jahr 2007 startet überaus positiv, auch wenn noch manche Altlast drückt.

Es gibt nicht wenige, die den Nordic-Walking-Markt am Stockgeschäft festmachen. Das erklärt viele unzufriedene Gesichter des vergangenen Jahres. Schließlich ist der deutsche Stockmarkt von seinen Rekordzahlen aus 2005 mit bis zu 2 Mio. Paar Stöcken um satte 500 000 Paar auf etwa 1 Mio. Paar in 2006 eingebrochen, wobei der Anteil der Discounter auf mindestens 50 % geschätzt wird und entsprechend schlecht zu fassen ist. Anbieter wie Reebok und Fischer haben sich daraufhin aus diesem Geschäft komplett verabschiedet, was für zusätzlichen Preisdruck gesorgt hat.

Schlecht besprochen wird aktuell Swix, dessen Stöcke bei Deichmann angeboten wurden. Auch beim im Tief kriselnden Marktführer Exel, der sich wieder gefangen hat, wurde das große Warenlager vielfach über den Preis abgebaut. Inzwischen seien die neuen Strukturen bei Exel installiert und man arbeite wieder absolut marktgerecht, erklärt Stephan Huber, der bei Exel fürs D-Geschäft zuständig ist. Er sieht das NW-Stockgeschäft insgesamt stabilisiert und erwartet für 2007 einen stabilen Absatz auf dem Niveau des Vorjahres. In dieser Einschätzung stimmen ihm sowohl seine Kollegen von Leki und One Way zu als auch die beiden großen Einkaufsverbände.

Markt besser als sein Ruf

Positiv sollten sich dabei zwei Dinge auswirken: Zum einen werden die Discounter kürzer treten, die zuletzt auch mit dem schwächelnden Markt zu kämpfen hatten und ihre Billig-Stöcke nicht mehr wie gewünscht absetzen konnten. Zum anderen wird die Marktbereinigung auf Anbieterseite zu einer Preisberuhigung und geringerem Mengendruck führen, was auch Dirk Peiniger bestätigt, Verkaufsleiter des finnischen Stockanbieters One Way. Er ist davon überzeugt, dass die Discounter, die zuletzt wohl fast 50 % des Marktes beherrschten, deutlich an Bedeutung verlieren werden, da die Ansprüche der Kunden an Qualität und Technik stiegen. Peiniger ist sich sicher, dass Nordic Walking nach den Boomjahren als eigenständiger Sport bestehen und sich gesund entwickeln wird.

„Das Hoch ist vorbei“, stimmt Klaus Lenhart der Einschätzung Hubers und Peinigers zu. Doch weist er ganz klar darauf hin, dass ein großer Unterschied besteht zwischen dem, was im Markt los sei und dem was darüber geredet werde. Engagierte Händler hätten die ganze Zeit über gute Geschäfte gemacht, doch sei es für den Handel fatal,wenn die Preisschraube ständig nach unten gedreht werde. Leki sei es gelungen, den Durschnittspreis seiner Produkte um die 70 Euro zu halten. Dabei gelinge es insbesondere durch die „Trigger“-Technologie, die Preise oben zu halten, was auch von Mitbewerbern bestätigt wird.

Segment von Überhängen bereinigt

Inzwischen hat sich der „Markt extrem bereinigt“, sagt Lenhart und weiß, dass die „Entsorgung“ von Überhängen und Ware der Anbieter, die sich zurückgezogen haben, dem Geschäft nicht geholfen habe. Glücklicherweise seien nicht alle Preisaktions-Konzepte aufgegangen, da die Händler durchaus erkannt hätten, welche Produkte sich abverkaufen und welche nicht. Die Qualitätsansprüche der Verbraucher sollte man nicht unterschätzen. Die Politik für die Zukunft müsse daher heißen: Qualität statt Quantität. Die inzwischen erfolgte Verankerung von Nordic Walking in den deutschen Sportvereinen und die Stabilisierung der Nordic- Walking-Treffs ist für Lenhart ebenso ein Indiz für die Langfristigkeit des Sports wie auch die selbst wahrgenommene Präsenz der Nordic Walker im täglichen Umfeld. Exel-D-Chef Huber sieht die derzeit am besten verkaufbaren Preislagen zwischen 40 und 100 Euro, wobei der mittlere Preispunkt derzeit bei etwa 60 Euro liege. Bei über 100 Euro werde es sehr dünn.

Die Sport 2000 berichtet von einem erzielten Durchschnittspreis von 55 Euro. Der hohe Anteil der Eigenmarken-Stöcke der Verbände, die die Ränge hinter Exel und Leki im Marktanteilsranking belegen, wirken sich hier aus. Der milde Winter habe dazu beigetragen, dass das erste Quartal sehr gut angelaufen sei, so Huber, der festgestellt hat, dass viele Händler nach dem Frust und Warendruck des vergangenen Jahres Nordic Walking aus der hinteren Ecke des Geschäftes wieder weiter vorne präsentieren. „Wenn man sich darum kümmert, läuft auch etwas“, hätten die Händler erkannt.

Durchschnittspreise sinken

Sehr gut angelaufen sei eine Aktion mit der Intersport, bei der alte Stöcke beim Kauf neuer Exel-Modelle mit 10 Euro vergütet werden. Exel und die Händler teilen sich die 10 Euro. Neben dem Verkauf neuer Stöcke werden durch diese Aktion auch alte und viele Billig-Stöcke aus dem Verkehr gezogen, die damit nicht weiter genutzt werden und somit auch nicht an Bekannte oder Einsteiger weitergegeben werden können, sieht Huber mehrere Vorteile in diesem Konzept. Bei Leki denkt man inzwischen über eine ähnliche Aktion nach.

Einen leichten Preisverfall macht auch One-Way-Mann Peiniger aus. Man habe daher für diese Saison den Preis des Top-Modells von 109 auf 99 Euro gesenkt, auch der Bestseller sei mit 69 Euro 10 Euro günstiger als im Vorjahr. Der Freudenberger stellt seit März ein deutliches Anziehen der Bestellungen aus dem Sportfachhandel an. „Bis Ende Mai sind wir ausverkauft“, berichtet Peiniger und kündigt für die zweite Jahreshälfte technisch weiter entwickelte Modelle mit optimierten Schlaufen, Klick-System und fluoreszierenden bzw. reflektierenden Dessins an. Leki und Exel sind voll lieferfähig. Derzeit zeige sich, dass inzwischen viele Walker ihr altes durch neues Material ersetzen. 13/07 Rainer Bommas

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