Schuhmarkt

Bedarf bei Schuhen

Nordic Walking ist ein Sport, der für breite Bevölkerungsschichten anspricht. Darunter viele, die sich eher im Schuh- als im Sportgeschäft wohlfühlen. Eine gute Chance für den Schuhfachhandel. 03/06 Peter Skop

Nordic Walking ist ein Sport, der für breite Bevölkerungsschichten anspricht. Darunter viele, die sich eher im Schuh- als im Sportgeschäft wohlfühlen. Eine gute Chance für den Schuhfachhandel. Der Schuhhandel hat bereits vom Nordic-Walking-Boom profitiert und wird auch weiterhin den Trendsport für sich nutzen können. So haben zum Beispiel die Podo-Linéa-Fachhändler auf ihrer Tagung im November vergangenen Jahres noch einmal die Bedeutung von Nordic Walking vor Augen geführt bekommen. Die Zielgruppe dieser Garant- und Rexor-Vertriebslinie für Komfortschuhe überschneidet sich mit derjenigen, für die dieser Sport interessant ist, zeigten sich die Verantwortlichen überzeugt. Vor allem die an Komfortschuhen Interessierten Best-Ager suchen eine für sie angemessene sportliche Betätigung. Nach theoretischer Einführung durch Rosmarie Pichler, Buchautorin und Betreiberin einer Nordic-Walking-Schule in München, erfuhren die Händler in einem praktischen Kurs, dass Nordic Walking bei richtiger Umsetzung mehr als ein Spaziergang ist. Selbst den Sport zu kennen ist eine Herangehensweise, die Pichler dem Handel empfiehlt, um kompetent beraten zu können. Dies ist eine Erfahrung, die Paul Gambs, Inhaber des Schuhhauses Gambs in Innzell, bestätigt. Der Orthopädie-Schuhmacher übt den Sport selbst aus und strahlt deshalb gegenüber den Kunden Kompetenz aus. Gambs arbeitet darüber hinaus mit dem Innzeller Touristikbüro zusammen und verleiht auch Stöcke an die Touristen. Seit gut zwei Jahren bereits läuft das Geschäft mit Nordic Walking, so Gambs. Ebenfalls gute Erfahrungen machte bisher Markus Schmidt, der wie sein Kollege Gambs den Sport selbst ausübt und den DSV-Trainerschein für Nordic Fitness gemacht hat. „Man muss den Leuten schon die wichtigsten Begriffe erklären können. Sie lesen sehr viel, informieren sich vorher“, hat er festgestellt. Das Schuhhaus Schmidt in Beilngries führt zu 50 Prozent Sportartikel, hauptsächlich Hartware. Schmidt glaubt, dass es sich beim Nordic Walking um einen langfristigen Trend handelt. Insbesondere der Schuhbereich sei noch ausbaufähig, „wenn ich so sehe, womit die Leute teilweise noch so unterwegs sind.“ Bei Stöcken seien allerdings Sättigungstendenzen zu spüren. Er führt aber alles, was „dazu gehört“, einschließlich Pulsmessgeräten und Bekleidung – ein Bereich, den er in dieser Saison ausbauen möchte. Auch beim Sabu wurden schon vor drei Jahren praktische Unterweisungen durchgeführt. Mindestens 100 Händler haben sich mit dem Thema beschäftigt, zahlreiche auch sehr erfolgreich, schätzt der für den Sportbereich verantwortliche Sabu-Einkäufer Stefan Kretschmer. Gerade mit Blick auf die gesellschaftlich relevanten Themen Gesundheit, Gesundheitsvorsorge und Alterung der Gesellschaft bleibe eine „sanfte“ Sportart wie Nordic Walking aktuell. Die Leute wollen „etwas für sich tun“, ist Kretschmer überzeugt. Das Thema müsse man nicht dem Sporthandel überlassen. Der Händler müsse allerdings selbst aktiv werden und den Kunden ansprechen. Dazu komme die Unterstützung durch die Verbundgruppe, die Seminare organisiert oder Displays zur Verfügung stellt. „Die Ware einfach nur hinstellen, geht nicht“, meint Kretschmar. Seit Spätsommer 2005 haben Anwr-Händler die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit der Firma Mach Sports ihren Kunden die Aktion „balance nordic walking“ anzubieten. Dieses ganzheitliche Trendkonzept war ursprünglich durch das Vermarktungskonzept BestPartner initiiert, aber allen Anwr- Händlern zur Verfügung gestellt worden. Mehrumsätze, zusätzliche Kundenbindung und Kompetenzausweisung im Bereich Wellness und Gesundheit waren die Zielsetzungen. Das Paket enthält einen dreitägigen Workshop für Inhaber und Angestellte zur Nordic Walking-Technik, Produktschulung und Entspannung, Testtage mit Rückgaberecht für Kunden und Händler, Verkaufsware (Grundsortiment mit drei Modellen), einen von Trainern und Eventleitern von Mach Sports durchgeführten Event, Eventware sowie Werbematerial. Mit der Basisausrüstung könnten die Händler sofort loslegen und umgingen lange Vorbereitungszeiten, lässt die Anwr wissen. Seit dieses Konzept erstmals angeboten wurden, haben bereits mehr als 20 Händler erfolgreich teilgenommen. Im Rahmen solcher Aktionen erzielten die Händler Verkäufe von bis zu 8000 Euro pro Tag. Von guten Erfolgen mit Nordic Walking berichtet auch Anwr-Mitglied Michael Ratter vom Schuhhaus Ratter in Ulm. Allerdings, so Ratter, habe der Sport seinen Höhepunkt überschritten. Vor einem halben Jahr habe er bereits Kurse absagen müssen. Das Thema werde inzwischen von jedem aufgegriffen. In seinem Geschäft konzentriere sich nun auf Walking. Ebenfalls skeptisch ist Markus Kattenbaum aus dem norddeutschen Varel. „Das Thema Stock ist komplett erledigt“, meint er. Seit Oktober erlebe er ein „Loch“, einen totalen Einbruch bei Nordic Walking. Inzwischen stellt Kattenbaum deshalb die Themen Wellness und Fußgesundheit stärker in den Vordergrund gestellt. 03/06 Peter Skop

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