Schuhmarkt

Was sind Boatshoes?

Er ist ein alter Bekannter und moderner Klassiker – sportlich, robust und stylisch. Jetzt haben ihn die Designer wieder entdeckt: den Bootsschuh. Sein markanter Look steht für einen informellen Freizeitstil mit Tradition und Niveau. 24/06 Nike Breyer

"Erfunden“ hat den Bootsschuh, so will es die Legende, 1935 Paul Sperry, ein findiger Segelfan aus Connecticut. Verwundert darüber, dass sein Hund im Winter rutschfrei über spiegelglattes Eis trabte, studierte Sperry die Anatomie der Hundepfoten – und entdeckte wellenartige haarfeine Risse. Dieses Biodesign übertrug er gewitzt auf eine Gummisohle und nähte sie an seine Segeltuchschuhe.

Vier Jahre später ersetzte er das Segeltuchoberteil durch einen Mokassin aus salzwasserresistentem Fettleder: Der Topsider war geboren – der erste Schuh, der Deckplanken schont und zugleich Aquaplaning trotzt. Während Bootsschuh, Boatshoe oder Docksider als Gattungsbegriff für diesen seither zigfach nachgebildeten Schuhtyp von jedem Hersteller frei verwendet werden dürfen, ist der Produktname Topsider von der Firma Sperry geschützt. Doch nicht nur seine funktionelle Sohle, mehr noch sein markantes Design trugen zum Erfolg dieses praktischen Allrounders mit dem sympathisch-konservativen Ivy-League-Appeal bei.

Drei Merkmale machen den Bootsschuh unverwechselbar:

1. Ein am Schaftrand durch Metallösen geführter Lederriemen. Er kann (muss aber nicht) vorne in die Schuhschnürung übergehen. Die Schnürung verbindet die beiden Quartiere des Schuhs durch je zwei bis maximal drei metallgefasste Schnürlöcher.

2. Der mit vorrangig weißem Garn eingenähte Mokassineinsatz, das sogenannte Blatt.

3. Die mittelstarke Gummisohle, die in der Regel weiß ist und Ton in Ton zum Oberleder passt.

Als Faustregel gilt, dass nicht mehr als eines der genannten Merkmale fehlen darf, ohne dass der Schuh seine Modell-Identität verliert.Traditionell ist der Bootsschuh in Mokassin-Machart hergestellt. Das beschert ihm seine robuste Konstitution, aber auch seinen eher lockeren Sitz. Die Gummisohle wird an das aus zwei Lederstücken bestehende Schuhoberteil ohne Brandsohle angenäht. Bei kostengünstiger Ausführung wird die Sohle angeschweißt oder angeklebt. Rahmengenähte Bootsschuhe sind eher selten.

Berühmt wurden Boatshoes als klassisches College-Stil-Accessoire, das jugendliche Sportlichkeit mit einem leicht elitären Touch verbindet. US-Präsident John F. Kennedy, ein überzeugter Boatshoe-Träger auch jenseits des Yachthafens, gilt bis heute als dessen zeitlose Verkörperung. Peter Meier, Inhaber des Schuhhauses Eduard Meier in München, welches demnächst eine Serie handgenähter Bootsschuhe herausbringt: „Grundsätzlich eignen sich Bootsschuhe nur für kurze Strecken. Barfuß getragen sind sie allerdings ideale Begleiter zu Shorts, Jeans oder Chinos. Also für Biergarten, zum Segeln, Rudern oder als Hausschuhersatz.“ Wie viele sportliche Klassiker ist der Bootsschuh ein Unisex-Modell, das zum Sommer vielfältig variiert wird. Neue Looks zum Frühjahr haben daher schlanke Proportionen, sanfte Farben, Used-Optiken und betont feminine Akzente. 24/06 Nike Breyer

Verwandte Themen
Sympatex und Diadora präsentieren Arbeitsschuhe weiter
Alex Cucurull (li.), Chief Executive von Base Trademark Detallsport Group, und Sport 2000 International-CEO Margit Gosau
Sport 2000 expandiert in Spanien weiter
Freundeskreis Max Herre ekn footwear Desert Boot
Launch des Desert Boots „ekn footwear x Freundeskreis Edition“ weiter
Floris van Bommel stattet Bayer 04 Leverkusen aus weiter
Foto: Under Armour
Under Armour plant ersten europäischen Store weiter
Outdoor fokussiert Einkäufer weiter