Schuhmarkt

GDS-Special 09/07: Spass mit Sportschuhen

Das Jahr 2007 ist bislang ein Sportschuhjahr. Der Sportfachhandel hat seine Umsätze in diesem Segment spürbar gesteigert und konnte damit die herben Verluste im Wintersportbereich teilweise ausgleichen. Rainer Bommas

Das Jahr 2007 ist bislang ein Sportschuhjahr. Der Sportfachhandel hat seine Umsätze in diesem Segment spürbar gesteigert und konnte damit die herben Verluste im Wintersportbereich teilweise ausgleichen.

Nach jüngsten Angaben der Konsumforscher der GfK für das erste Halbjahr wuchs der Sportmarkt hierzulande insgesamt um ein Prozent. Absoluter Gewinner dabei ist der Lauf- und Walkingschuh-Markt. Die Intersport als größter deutscher Sporteinkaufsverband verdeutlichte dies bereits auf der Sportfachmesse Ispo im Juli, als die Heilbronner von Umsatzzuwächsen in Höhe von sieben Prozent in diesem Marktsegment berichten konnten.

Der klare Marktführer Asics meldet ganz aktuell Absatzzuwächse in Höhe von zehn Prozent für Running- und von fünf Prozent für Walkingschuhe bei der Menge. Derzeit versuchen Adidas und Nike der Nr. 1 mit Produkt- und Marketingoffensiven Laufschuh- Marktanteile abzujagen, doch dominieren die Neusser bislang weiterhin eindeutig diesen Markt, was auch für das Walking-Segment gilt, wo Reebok die Nr.-2-Position einnimmt. Als Trendthema wird derzeit Trailrunning gehandelt. Wirtschaftlich spielt dieses Segment bislang zwar noch keine große Rolle, doch im Marketing ist diese Spielart des Laufens deutlich in den Fokus gerückt.

Das Problem dabei: Über das, was Trailrunning ist, gehen die Auffassungen deutlich auseinander. Während die einen unter Trailrunning eher eine Extremsportart in Richtung Bergläufe und Alpenüberquerung verstehen, wird der Begriff im Heimatland USA mehr als Laufen auf unbefestigten Wegen verstanden – sprich: unser guter, alter Waldlauf. In unseren Breiten tendiert man jedoch stärker zur extremeren Auslegung. So ist es kein Wunder, dass in diesem Markt neben den klassischen Laufschustern inzwischen auch Outdoor-Schuhanbieter einen Markt für sich sehen. Auf der OutDoor-Messe in Friedrichshafen, wo Trailrunning zu einem zentralen Thema gemacht worden war, gingen beispielsweise auch klassische Outdoorer wie Teva und Salewa mit solchen Schuhen an den Start.

Outdoor ist übrigens ein weiteres gut funktionierendes Sportschuh-Thema, wobei vor allem die Multifunktionsschuhe das Rennen machen und für Umsatzzuwächse sorgen. Diese vielseitigen Outdoor-Schuhe für den vorwiegend urbanen Einsatz haben es geschafft, sich als Freizeit- und Cityschuh zu etablieren, womit auch deutlich mehr Mode in diesen Schuhtypen zu finden ist. Aus dem Outdoor-Markt kommt auch ein Trend zu mehr Nachhaltigkeit in den Produkten. Umweltverträglichkeit wird wieder zum Verkaufsargument, nachdem damit lange Jahre kein Blumentopf mehr zu gewinnen war – die breite Diskussion um die Klimaveränderung macht’s möglich.

Keen und Timberland zum Beispiel stellen in diesem Zusammenhang Schuhe aus Recyclingmaterial beziehungsweise aus nachwachsenden Rohstoffen vor. Hier dürfte in den nächsten Kollektionen noch deutlich mehr zu erwarten sein. Zum Abschluss noch ein Thema, das deutlich besser läuft als erwartet: Fußballschuhe. Im Jahr eins nach der begeisternden Fußball-WM in Deutschland ist der Verkauf von Fußballschuhen nicht eingebrochen. Ganz im Gegenteil: Die Intersport meldet für die ersten sechs Monate des Jahres ein Verkaufsplus von zwei Prozent auf der Basis sehr hoher Vorgaben aus 2006. Und dabei laufen die Vorbereitungen für die Fußball-EM 2008 in Österreich und der Schweiz jetzt erst an. Wie gesagt: 2007 ist bislang ein Sportschuhjahr.

ADIDAS SPORT, NEW BALANCE und KEEN

SPRINGBOOST, ASICS, VAUDE, HI-TEC, KAMIK SPORT, TEVA, K-SWISS und MBT

Rainer Bommas

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