Schuhmarkt

Greenpeace greift Schuhindustrie an

Schwere Vorwürfe erhebt die Umweltschutzorganisation Greenpeace gegen Leder verarbeitende Industrien wie die Schuhindustrie. Von der Ausweitung der Rinderhaltung in Amazonien, also im Regenwaldgürtel Brasiliens, profitierten Schuhhersteller wie Adidas, Reebok, Clarks, Geox, Nike oder Timberland, indem die Unternehmen von dort preiswertes Leder einkauften. Der Artikel trägt denn auch den Titel: „Greenpeace-Report: Europäische Lederindustrie profitiert von Urwaldzerstörung.“

„Die Rinderzucht ist mit Abstand der größte Regenwaldvernichter im brasilianischen Teil Amazoniens“, heißt es bei Greenpeace. Bis Juli 2008 seien bereits 74 Mio. Hektar des Regenwalds komplett vernichtet – knapp 20 Prozent der ursprünglichen Fläche und doppelt so groß wie Deutschland. Rund 80 Prozent des zerstörten Regenwaldes sei heute bereits Rinderweide und täglich kämen weitere Flächen hinzu, so der Report. Nicht nur für die Zerstörung des Klimaregulativs Regenwald seien die Farmer verantwortlich, sondern auch Sklavenarbeit sei dort gang und gäbe. „2008 wurden im Amazonas-Gebiet über 3000 Sklaven befreit, 99 Prozent davon auf Rinderfarmen“, stellt Greenpeace fest.

Zum einen würde der Großteil des Fleisches für den einheimischen Markt produziert, andererseits seien die Exporte in den letzten Jahren rasant gewachsen. Doch nicht nur der Fleischexport (Wert 2008 ca. 5,1 Mrd. US-Dollar) spiele eine wichtige Rolle, auch der Lederexport hatte 2008 nach Greenpeace-Recherchen einen Wert von rund 1,9 Mrd. US-Dollar. Rund 80 Prozent des exportierten Leders gehe nach China/Hong Kong, Vietnam und Italien.

Anlass der Greenpeace-Veröffentlichung sind die in Bonn beginnenden UN-Vorverhandlungen zur nächsten Runde der Weltklimakonferenz im Dezember in Kopenhagen. Nach Berechnungen von Wissenschaftlern ist Brasilien bereits heute der viertgrößte Klimaverschmutzer der Welt. Rund 75 Prozent der brasilianischen Treibhausgasemission stammten aus der Zerstörung der Wälder. Nach Schätzungen von Wissenschaftlern sind in den Wäldern des Amazonasgebietes 80 bis 120 Mrd. Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Die Zerstörung des Waldes würde dem circa 400-fachen CO2-Jahresausstoß von Deutschland entsprechen.

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