Schuhmarkt

Polegato mit Wachstumsambitionen

Mit neuen Technologien in der Bekleidungssparte will Mario Moretti Polegato, Gründer und Präsident des Schuhunternehmens Geox, Montebelluna,, in wenigen Jahren seinen Umsatz verdoppeln." 31.07.06 Thesy Kness-Bastaroli

Mit neuen Technologien in der Bekleidungssparte will Mario Moretti Polegato, Gründer und Präsident des Schuhunternehmens Geox, Montebelluna,, in wenigen Jahren seinen Umsatz verdoppeln.

Die neue Bekleidungskollektion, die derzeit erstmals dem Facheinzelhandel präsentiert wird, soll in wenigen Jahren 50 Prozent des Umsatzes ausmachen. Vorerst beschränkt sich die Kollektion auf Jacken und Mäntel. „Wir planen aber einen Total-Look, Geox-Klamotten von Kopf bis Fuß” meinte der dynamische Unternehmenschef zum SchuhMarkt. Auch die Bekleidung soll im Mittelpreissegment angesiedelt, und nicht nur einen technologischen sondern auch einen modischen Hauch haben.

„Wir investieren bereits drei Prozent unseres Umsatzes in Forschung und Entwick-lung” so Polegato. Dies sei weit mehr als im Landesschnitt (1 %). „Wir wollen ähnliche Technologien, die wir im Schuhsektor gegen Schweißfüße anwenden auch in der Bekleidung umsetzen” meinte der Firmenchef. Ein Team von 20 Ingenieuren arbeitet derzeit an den Tech-Membranen für die neue Bekleidungskollektion. Auch in der Modebranche liege die Zukunft in der Technologie.

Vor elf Jahren startete der Unternehmer seine Schuhproduktion. Die „Schuhe, die atmen” sind inzwischen in aller Welt bekannt. „Es ist mir gelungen, innerhalb von wenigen Jahren die Schuhproduktion von Null auf 13 Mio. Paar zu erhöhen. Für das laufende Jahr peilen wir ein Produktionsvolumen von 16 Mio. Paar, bis 2009 von 30 Mio. Paar an.” Die Bekleidung soll noch dynamischer als die Schuhproduktion wachsen und in wenigen Jahren bereits 50 Prozent des Gesamtumsatzes erreichen. Während er im Schuhsektor vor elf Jahren völlig neu anfing, sei es mit der Bekleidung einfacher. Denn er kann sich bei der Diversifikation auf ein international gut positioniertes Markenzeichen und auf ein Vertriebsnetz von über 400 Geschäften stützen.

Rund zehn Prozent des Umsatzes investiert Polegato jährlich in Kommunikation und übertrifft damit ebenfalls den Branchenschnitt von anteilsmäßigen sieben bis acht Prozent der Kommunikationsausgaben. Polegato lässt seine „Schuhe, die atmen” nur im Ausland, zum großen teil im europäischen Ausland, fertigen. In der Slowakei und in Rumänien hält er eigene Produktionswerke. Ein Teil der in China hergestellten Schuhe müssen nun nach Indonesien ausgelagert werden. Seit die EU Schutzzölle auf die Lederschuhimporte aus China beschlossen hat, sei dort die Herstellung nicht mehr so rentabel.

Auf die SchuhMarkt-Frage, über die von den italienischen Schuhherstellern geforderten Schutzmaßnahmen und die Forderung nach einer obligatorischen Einführung des „made in Italy” meinte der Erfolgsunternehmer, dass er zwar die Forderungen verstehe. Allerdings sei dies ein verlorener Kampf. Italienische Schuhe können nur im modischen Hochpreissegment konkurrenzfähig bleiben.

Laut einer Studie des Mailänder Mode-Marktforschungsinstitutes Pambianco hat Geox im ersten Quartal im Vergleich zu den zehn in Mailand börsennotierten Modeunternehmen am besten abgeschlossen. Nicht nur der Umsatz wuchs mit 32 Prozent auf 245 Mio. Euro dynamischer als im Schnitt. Auch beim Ertrag wurde ein überdurchschnittlicher Zuwachs erzielt. Die Ebitda-Marge (Ertrag vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) übertraf mit 35 Prozent selbst das profitable Luxusunternehmen Tod´s (24 %). „Wir sind weiterhin zuversichtlich” verwies Polegato auf die Halbjahresergebnisse, die am 1. August präsentiert werden sollen. Zweifellos werde sich aber der hohe Marketingaufwand, das aggressive Vorgehen auf dem US-Markt, auf die Kostenentwicklung auswirken.

Mehrkosten entstehen derzeit laut dem Unternehmer auch durch die teilweise Produktionsauslagerung von China nach Indonesien. Der nach eigenen Angaben derzeit weltweit drittgrößte Hersteller von Komfortschuhen (nach Clark`s und Ecco) will künftig auch in den anderen Sparten, bei Kinder-, Sport- und Damenschuhen, eine marktführende Position einnehmen. Das Unternehmen weist eine Börsenkapitalisierung von 2,3 Mrd. Euro auf. Mit 9,1 Euro notiert die Geox-Aktie derzeit doppelt so hoch als beim Börsengang im Dezember 2004. Der Emissionspreis belief sich damals auf 4,6 Euro.

Geox 1. Halbjahr

Gesamtumsatz: 305,5 Mio. EUR (Vorjahr: 228,6), +34%

Nettogewinn: 47,4 Mio. EUR, +8%, Marge 16%

EBITDA: 82,4 Mio. EUR, +24 %, Marge 27%

EBIT: 73,1 Mio. EUR, +27%, Marge 24%

Export in 68 Länder

Ca. 5.000 direkte und indirekte Mitarbeiter

443 Geox-Shops (2005: 408), davon 200 in Italien und 243 im Ausland sowie über 10.000 Verkaufsstellen.

Deutschland: Umsatz: 45,7 Mio. EUR (30,6 Mio. EUR), +49,3%

Über 2.500 Verkaufsstellen,14 Geox-Shops Österreich: Umsatz: 11 Mio. EUR (6,5 Mio. EUR), +69,7% Ca. 400 Verkaufspunkte, 17 Geox-Shops Schweiz: Umsatz: 7,1 Mio. EUR (4,2 Mio. EUR), +71% Mehr als 250 Verkaufsstellen, 6 Geox Shops

31.07.06 Thesy Kness-Bastaroli

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