Schuhmarkt

WM-Schuhe fallen durch

Die Zeitschrift Öko-Test hat in ihrer gerade erschienenen Juni-Ausgabe 19 WM-Fanartikel getestet, darunter zwei WM-Schuhe von Adidas und Deichmann. 31.05.06

Die Zeitschrift Öko-Test hat in ihrer gerade erschienenen Juni-Ausgabe 19 WM-Fanartikel getestet, darunter zwei WM-Schuhe von Adidas und Deichmann.

Beide Modelle wurden mit „ungenügend“ bewertet. Beide Produkte enthielten zu viele Schadstoffe, so die Tester. Beim Goleo VI Kinder Freizeitschuh rot/Klettverschluss von Deichmann waren Phthalate stark erhöht. Diese Stoffe stehen im Verdacht, Leber, Nieren und Fortpflanzungorgane zu schädigen und wie ein Hormon zu wirken. Weiter wurden PVC, PVDC und chlorierte Kunststoffe bemängelt. Adidas’ Adilette World Cup Slide enthält laut Öko-Test ebenfalls Phthalate sowie Dibutylzinn und andere zinnorganische Verbindungen. Bemängelt werden hier zudem der Gehalt an Phenol und phosphororganischen Verbindungen.

Ebenfalls durchgefallen ist die WM-Gürteltasche schwarz von Beheim International. Neben Phthalaten, Dibutylzinn und anderen zinnorganischen Verbindungen finden sich Cadmium, halogen-organische Verbindung, PVC, PVDC, chlorierte Kohlenwasserstoffe sowie phosphororganische Verbindungen in erhöhtem Maße.

Adidas hat in einer umfangreichen Stellungnahme auf die Vorwürfe reagiert: "Neben der umfassenden Überwachung unserer Lieferanten bezüglich der Erfüllung rechtlicher Vorschriften, die für Schuhe und Bekleidungstextilien gelten, gibt Adidas Materialspezifikationen vor, die sich an Empfehlungen anerkannter Umwelt- und Verbraucherschutzinstitute orientieren". Bezüglich der Phtalategruppen hätten Untersuchungen unabhängiger Instiute keinen Hinweis auf etaige Überschreitungen der Grenzwerte ergeben. Über den Weichmacher Diisobutylphtalat liege kein wissenschaftlich aussagefähiges Datenmaterial über die Gesundheits- und Umweltrelevanz vor und die festgestellten Dibutylzinnverbindungen lägen um das 20fache niedriger als die empfohlenen Richtwerte. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung liege in keinem Fall vor, so Adidas. "Wir werden den Schuh weiterverkaufen, weil er die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte einhält", erklärte Deichmann-Sprecher Ulrich Effing auf SchuhMarkt-Anfrage. Das Produkt sei unbedenklich. Die Testmethoden folgten anderen Regeln und Maßstäben, eine Entscheidung der Redaktion, die Deichmann nicht kritisieren wolle.

Wolfgang Beheim erklärte, die Lieferanten wüssten, nach welchen Vorschriften sie sich zu richten hätten, zum Beispiel nach dem deutschen Bedarfsgegenständegesetz. Beheim werde zwar die Taschen nochmals überprüfen lassen, er behalte sich aber auch rechtliche Schritte gegen Ökotest vor. Bereits Adidas hatte in der Stellungnahme dem Magazin vorgeworfen, die Berichterstattung beruhe auf unwissenschaftlichen Untersuchungsmethoden sowie einer willkürlichen Auswahl und Interpretation der Ergebnisse. 31.05.06 Peter Skop

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