Schuhmarkt

Prozess gegen Heini Meyer gestartet

Der wegen gewerbsmäßigem Betrugs und anderen Delikten in 336 Fällen angeklagte Schuhgroßhändler Heini Meyer ist wieder in Haft. 31.03.06 Marion Menrath

Der wegen gewerbsmäßigem Betrugs und anderen Delikten in 336 Fällen angeklagte Schuhgroßhändler Heini Meyer ist wieder in Haft. Nachdem der Beschuldigte zweimal wegen seines Gesundheitszustands nicht verhandlungsfähig war, setzte der vorsitzende Richter Rainer Buss vom Landgericht Darmstadt einen Haftbefehl von 2005 wieder in Kraft. Ausschlaggebend sei die Fluchtgefahr, eine Rolle spielten aber auch neue Vorwürfe nach der Haftverschonung wegen des Herzleidens Meyers. Der Richter sah es als erwiesen an, dass der 64-Jährige zweimal durch das Absetzen blutdrucksenkender Medikamente selbst eine Blutdruckkrise herbeigeführt habe. Ungünstig für Meyer wirkte sich das Ergebnis einer von Staatsanwalt Andreas Kondziela angeordneten polizeilichen Beobachtung am 22. Februar aus: Nach dem Besuch vormittags bei der Amtsärztin sahen Polizisten, wie er sein Schuhgeschäft in Bensheim aufbrechen ließ und Unterlagen mitnahm. Wegen ausstehender Mieten von 25000 Euro hatte der Besitzer der Immobilie zuvor dort das Schloss austauschen lassen. Die geschäftlichen Aktivitäten Meyers in einer weiteren Filiale hätten bis 20.20 Uhr gedauert, obwohl dieser angebe, nur zehn Minuten zu Fuß gehen und nur vier Treppenstufen steigen zu können, so Buss. Vier Millionen Euro Schaden soll Meyer verursacht haben, 336 Straftaten zwischen Juni 1997 und Juli 2005 werden ihm vorgeworfen – überwiegend gewerbsmäßiger Betrug, aber auch Insolvenzverschleppung, Verstöße gegen das Ausländer- und Sozialgesetz und das Ausnutzen der Hilflosigkeit eines Angestellten, den er für ein besseres Taschengeld sieben Tage in der Woche schuften ließ. Seit 2002 hat Staatsanwalt Kondziela hundert Kisten mit Unterlagen gesichtet. Bis September will sich das Gericht Zeit nehmen, 150 Zeugen sollen gehört werden. Der 64-Jährige soll unter 22 verschiedenen Firmennamen und mit unzähligen Einzelhandelsgeschäften im Bundesgebiet immer nach dem gleichen Muster vorgegangen sein: Er hat große Mengen Schuhe bestellt, höchstens teilweise bezahlt und diese in seinen Ladengeschäften verkauft. Schuhfabrikanten, Spediteure, Vermieter und Zeitungsverlage blieben immer öfters auf ihren Rechnungen sitzen, mit Summen zwischen einigen tausend und mehreren hunderttausend Euro. Bevor die Gläubiger das Geld eintreiben konnten, wechselten Firmennamen, Geschäftssitze und Geschäftsführer. Die Geschädigten haben Firmensitze in Deutschland, Italien, Österreich und Litauen. 31.03.06 Marion Menrath

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