Schuhmarkt

Editorial 03/08: Was wollen die Best-Ager?

„Wie sag ich’s meinem Kinde?“, fragten sich früher besorgte Eltern. „Wie sag ich’s meinen Alten?“ treibt heute Agenturen und Marketingabteilungen um. Sich mit dem Thema „ältere Menschen“, ihren Konsumbedürfnissen und ihren Lebenseinstellungen zu beschäftigen ist wichtig und lohnend in einer alternden Gesellschaft. Doch wie spricht man sie an?

 

 

Peter Skop, Chefredakteur

„Wie sag ich’s meinem Kinde?“, fragten sich früher besorgte Eltern. „Wie sag ich’s meinen Alten?“ treibt heute Agenturen und Marketingabteilungen um. Sich mit dem Thema „ältere Menschen“, ihren Konsumbedürfnissen und ihren Lebenseinstellungen zu beschäftigen ist wichtig und lohnend in einer alternden Gesellschaft. Doch wie spricht man sie an?

Nicht zuletzt auch in unserer Branche spielen die konsumfreudigen, lebenslustigen und durchaus auch finanzstarken Alten eine wichtige Rolle. Sie fühlen sich jünger als sie sind, sind in der Regel auch fitter als ihre Altersgenossen vor 20 oder 30 Jahren und wollen gar nicht als Rentner, Alte, Best Ager oder Silver Surfer und dergleichen tituliert werden. Aber ihre Bedürfnisse und Handicaps müssen dennoch berücksichtigt werden. Altengerechte Ausstattung des Geschäfts ja, aber bitte nicht plakativ sondern selbstverständlich und mit Fingerspitzengefühl.

Freundlichkeit, Übersichtlichkeit und Glaubwürdigkeit rangieren vor übertriebenen Events. Die Schuhlieferanten bewegen sich zunehmend auf dem richtigen Pfad, der Richtung moderatem Chic bei höchst möglicher Bequemlichkeit führt. „Raus aus der Pelottenecke“, sagt Kurt G. Herrmann in unserem Special Komfort & Wellness. Dabei ist völlig unbenommen, dass es für den Gesundheitsschuh, der die Beseitigung eines Mangels in den Vordergrund stellt, nach wie vor einen Markt geben wird. Es geht um die Hervorhebung der positiven Eigenschaften wie Bequemlichkeit, Wohlbefinden, Langlebigkeit, Wertigkeit und modischer Kompetenz.

Eine Kampagne des Sabu stellt statt des Alters lieber die Erfahrung der abgebildeten älteren Menschen in den Vordergrund. Die Werbung besagt verkürzt gesprochen: „Ich weiß was unbequeme Schuhe sind, muss ich nicht wieder haben.“ Werte in den Vordergrund zu stellen scheint mir jedenfalls sinnvoller zu sein, als das Alter zu betonen. Damit fühlen sich dann auch Jüngere durchaus angesprochen.

Peter Skop

 

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