Schuhmarkt

Der Markt in den Regionen 11.01.08 bis 24.01.08: Raus aus der Tristesse

Im Schuhfachhandel ist der Winter abgehakt. Soweit noch vorhanden, findet Winterware nur zu drastisch reduzierten Preisen Abnehmer. Doch die Händler blicken nach vorne. Ballerinas, Lack und die ersten Farben kommen bereits gut an. 03/08

Im Schuhfachhandel ist der Winter abgehakt. Soweit noch vorhanden, findet Winterware nur zu drastisch reduzierten Preisen Abnehmer. Doch die Händler blicken nach vorne. Ballerinas, Lack und die ersten Farben kommen bereits gut an.

Bremen

Enttäuscht blicken die Bremer Schuhhändler auf die vergangenen zwei Wochen zurück. Da hat sich nicht viel getan.Winterware läuft nur über Abschriften, Stiefel werden immer schwächer. Frühjahrsware ist bereits angesagt. Doch frische Farben und feminine Modelle tun sich eher schwer. Gedeckte Farben laufen weiter, auch zum Frühjahr. „Es ist ein Irrtum zu glauben, dass hohe Absätze und knallige Töne alles raus reißen“, sagt ein Händler. Es ist nur eine wirklich kleine Zielgruppe, die auf High-Heels stöckelt.“ Bei den Herren bleibt es ebenso farblos, auch wenn hier der Verkauf leicht zugelegt hat. Gesucht wird sportliche Ware mit gedämpften, etwas dickeren Sohlen.

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03/08

MA R K T 48 Schuhmarkt 3-2008 DER MARKT IN DEN REGIONEN 11.01.08 B I S 24.01.08 Raus aus der Tristesse Im Schuhfachhandel ist der Winter abgehakt. Soweit noch vorhanden, findet Winterware nur zu drastisch reduzierten Preisen Abnehmer. Doch die Händler blicken nach vorne. Ballerinas, Lack und die ersten Farben kommen bereits gut an. Bremen Enttäuscht blicken die Bremer Schuhhändler auf die vergangenen zwei Wochen zurück. Da hat sich nicht viel getan.Winterware läuft nur über Abschriften, Stiefel werden immer schwächer. Frühjahrsware ist bereits angesagt. Doch frische Farben und feminine Modelle tun sich eher schwer. Gedeckte Farben laufen weiter, auch zum Frühjahr. „Es ist ein Irrtum zu glauben, dass hohe Absätze und knallige Töne alles raus reißen“, sagt ein Händler. Es ist nur eine wirklich kleine Zielgruppe, die auf High-Heels stöckelt.“ Bei den Herren bleibt es ebenso farblos, auch wenn hier der Verkauf leicht zugelegt hat. Gesucht wird sportliche Ware mit gedämpften, etwas dickeren Sohlen. Auch bei Kinderschuhen knickte das Geschäft im Vergleich zur ersten Januarwoche leicht ein. „Trotzdem gehen noch immer genügend bunte Paare für kleine Füße über die Ladentheke“, heißt es. Nach wie vor sind Klettschuhe oder solche einfachen Reinschlüpfen gefragt. ib Niedersachsen Bestenfalls durchschnittliche Umsätze sind das Ergebnis der zweiten Januarhälfte. Zu Beginn der letzten Dekade lagen die Ergebnisse meistens unter den Vergleichszahlen. Bisher lagen viele Kollegen noch leicht im Plus. Ob das zu halten sein wird, erscheint allerdings mehr als fraglich. In den Damenabteilungen wurde quer durch das gesamte Sortiment gekauft.Ware aus der Wintersaison ging nur mit erheblichen Preisnachlässen. Mit Schaftstiefeln erreichte der Handel immer noch recht ordentliche Zahlen, die Preise gingen aber auch hier in den Keller. Das übrige Damenangebot war nur durchschnittlich gefragt. Immerhin gab es Lichtblicke bei neuer Übergangsware, wobei Trotteurs und Sportschuhe in hellen Tönen und in Kombinationen vorn lagen. Bei den Herren zeigte sich eine leichte Verbesserung in Bezug auf die Quoten im Stiefelbereich, die aber ebenfalls mit erheblichen Reduzierungen erkauft wurden. Der gesamte Halbschuhbereich lief nur am Rande mit. Für Kinder wurden reduzierte Stiefel verlangt. Mit hallentauglichen Turnschuhen waren noch die besten Umsätze zu erzielen. Hausschuhe überzeugten noch am besten. Hier meldete der Handel durchweg gute Ergebnisse. gi Berlin Viele Händler in und um Berlin sind nicht so zufrieden. Die Kundefrequenz in den Geschäften war viel zu niedrig. Das regnerische und vor allem erheblich zu milde Wetter wirkte sich nachteilig aus.WSVSchnäppchenjäger brachten zuletzt zwar einige Impulse, konnten die schlechten Ergebnisse aber nur unwesentlich verbessern. In den Damenschuhabteilungen floss die verbliebene Ware der Wintersaison nur sehr schleppend ab. Am ehesten interessierten noch ungefütterte Langschaftstiefel, wobei die Angebotspalette hier schon Frühling ist angesagt. Doch mit bunten Farben tun sich viele Kundinnen noch schwer. Gedeckteres kommt besser an. Modell: Betty Barclay „Viele modische Kundinnen suchen Farben und wollen endlich weg von Schwarz und Braun.“ sehr ausgedünnt war. Stiefeletten und Ankleboots mussten deutlich reduziert sein.Ansonsten bewegte sich das überschaubare Geschehen im Bereich neuer Ware. Vor allem tief dekolletierte Ballerinas taten sich hervor, gern mit 10 bis 15 mm Absatz. Auch modische Pumps gehobener Preiskategorien, häufig schlanke Linien mit leicht verrundeten Spitzen und mittleren Sprengungen, machten auf sich aufmerksam. Lack kam insgesamt gut an. Auffällige Farben wie Rot, Pink oder Gelb, besaßen gute Anteile. Die Herren wagten sich noch weniger in die Schuhgeschäfte. Hier mal ein reduzierter City- Sneaker, dort mal ein herabgesetzter rustikaler Outdoorschuh. Besonders unzufrieden war der Handel mit Stiefeln, die noch reichlich am Lager sind. Hier half nicht einmal der Rotstift. Modische Trendsetter fragten nach neuen Lederschuhen, die durch Materialgestaltung, etwa Antikfinish oder Farben wie beispielsweise Grau, aus dem Rahmen fielen. Lack könnte eventuell ein Thema werden. In den Kinderschuhabteilungen ging es ebenfalls geruhsam zu. Den äußeren Bedingungen angepasst waren funktionale, wetterfeste Halbschuhe oder Kurzstiefelchen gefragt.Markante Klettvarianten überzeugten. Fütterung war aber out. sk Ruhrgebiet „WSV-Fieber“ Fehlanzeige. Schlangen vor den Geschäften waren ebenso die Ausnahme wie Rotstiftpreise mit besonders günstigen Angeboten. Das eher frühlingshafte Wetter bot wenig Kaufanreiz für um 50 und sogar 70 Prozent reduzierte Winterstiefel. Kundinnen suchten aus dem Gesamtangebot günstigste Angebote von Ballerina bis Reitstiefel aus. Glattleder in Schwarz und Braunnuancen waren Favoriten bei eleganten Stiefeln. Nur bedingt zufrieden war ein Händler mit den Abverkauf von Galanterieware. Unterschiedlich war das Interesse an Komfortschuhen vom Pumps bis zum eleganten Stiefel. Das übrige Angebot mit Sneakern, sportiven Slippern und Schnürern war nur mäßig gefragt. In der Herrenabteilung traten einmal mehr Kunden in Erscheinung, die stets gezielt auf der Suche nach besonders günstigen Markenfabrikaten sind.Von Business über Klassiker bis hin zu legeren Schnürern und Modellen im edlen Sportschuhdesign reichte die Nachfrage.Allerdings blieben die Abverkäufe mäßig. Gefütterte Winterstiefel interessierten nicht. Auch in der Kinderabteilung erfüllten sich die Umsatzerwartungen kaum. „Wir haben ja kaum noch echten Winter“ war von Müttern zu hören. Lauflernmodelle für Kleinkinder hatten über den Preis Chancen, sonst stand fast nur Ersatzbedarf im Vordergrund. hl Sachsen/Thüringen „Ein grottenschlechtes Winterschuhgeschäft trotz drastischster Preisnachlässe“, lautete das nahezu einstimmige Urteil quer durch den Schuhfachhandel. Bei erschreckend schwacher Kundenfrequenz wurde angesichts zweistelliger Plusgrade warme Winterware kaum mehr gesucht. Das Schlussverkaufs-Szenario war voll im Gange: Entschlossen handelnde Ladeninhaber warben um die Käufergunst mit erheblichen Preisabschläge bis zu 50 Prozent. Jedoch konnte trotz der Reduzierungen von Schnäppchen-Jagd keine Rede sein.Manche Händler nahmen preisintensive Winterstiefel und Standardware dann lieber auf’s Lager.Am Leben hielt sich das Schuhgeschäft bei vergleichsweise niedrigen Umsätzen mit Winterschuhen für Damen, im Preis stark reduzierte Langschaftstiefel oder preisgesenkte Halbschuhe als Übergangsware.Auch aus neuen Lieferungen wurde gekauft, aber noch sparsam, darunter Halbschuhe in Hochfrontschnitten oder Spangen-Ballerinas. Junge Kundinnen griffen ab und an zu neuen Sneaker- oder Skatermodellen, bevorzugt in Weiß, Rot oder in Farbkombinationen. Das Geschäft lief vornehmlich mit konsumigen Preislagen. Auf den Herrenschuhabteilungen war nichts los: Nach Winterstiefeln schaute kaum jemand. Vereinzelt gingen reduzierte Halbschuhe mit sportiver Note. Ähnlich enttäuscht zeigte sich der Handel vom Kinderschuhgeschäft. Gelegentlich sei noch ein reduzierter Kinderstiefel in Tex-Ausstattung gesucht worden. Hier blieben Hausschuhe der Dauerbrenner, wenngleich damit wenig in die Kasse kam. pl „Wir haben ja kaum noch richtigen Winter, sagen die Mütter. Wofür also dicke Stiefel für Schnee und Kälte.“ Schwarz/Weiß bleibt Farbliebling im Outfit. Neuer Trendton zum Frühjahr ist kräftiges Lila. Foto: Ambiente Ballerinas setzen sich durch. Lack und Velours sind dabei. Foto: Bogner Schuhmarkt 3-2008 49 M A R K T 50 Schuhmarkt 3-2008 Stuttgart Die Winterlager sind noch gut gefüllt, sodass ein Wintereinbruch einfach kommen muss, meinten einige Händler. Bis dahin halfen sie sich mit Reduzierungen um durchschnittlich 20 Prozent, vereinzelt bis zu50 Prozent.Verkauft wurden Stiefelletten mit mittleren bis hohen Absätzen in Glattleder und schmalen Formen.Auch Schaftstiefel waren noch interessant genauso wie Ankleboots, bei denen die Angebote schon stark dezimiert sind.Trotteurs gefielen in sportiver Aufmachung und bequemer Passform sowie sportliche Slipper. Die neue Frühjahrsware stößt bei den modisch orientierten Kundinnen auf Interese. Pumps dürften ein Thema werden, Grautöne und Lack, nicht nur in Schwarz, kommen gut an. Wenig neues Schuhwerk benötigten die Herren. Nur Schnäppchenjäger kamen auf ihre Kosten: Boots mit Textausstattung fanden recht guten Absatz ebenso wie Schnürer in Glattleder und sportliche Slipper in Velours. Warmgefütterte Ware fand kaum Beachtung. Ungefütterte Stiefeletten verlangten Business- Kunden in Schwarz und Brauntönen. Noch am besten gingen Sneaker, meist in Kombinationen und mit Klettverschluss. Neue Ware blieb meist in den Regalen. Bedarfskäufe brachten in den Kinderabteilungen die besten Umsätze mit leicht gefütterten Stiefeln mit Tex-Membran und Moonboots. Alles andere verkaufte sich nur schwer. Lediglich turnschuhähnliche Typen kamen noch auf relativ gute Verkaufszahlen. tz München „Schnee fehlt zwar, aber viele Modelle sind dennoch weg“, heißt es vielfach. Voraussetzung der Preis stimmte. Abschriften bis zu 50 Prozent waren daher keine Seltenheit. Besonders Männer erwiesen sich als Schnäppchenjäger und kauften zwei Paar zum Preis von einem. Rotstiftpreise animierten auch die Damen. Objekte der Begierde: ungefütterte Stiefel und Stiefeletten. Die neuen Frühjahrs-Modelle sind schon Verkaufsrenner: „Die Kundinnen suchen Farben und wollen weg vom Braun und Schwarz“, so eine Händlerin. Lack-Pumps in Beige, Rot oder in Metallic-Tönen bleiben ein großes Thema genau wie klassische Pumps mit leich- Rhein-Main Der Geschäftsverlauf war trotz nochmaliger Reduzierung nicht zufriedenstellend.Die Kunden kauften nur Bedarf oder wenn es ein Schnäppchen zu erwerben gab. So ging es quer durch das gesamte reduzierte Angebot vom günstigen Langschäfter bis zum superbilligen Hausschuh. Reguläre Preise wurden noch bei sportiven Slippern und Schnürern sowie bei Bequemschuhen erziehlt. Neue Ware spielte beim Umsatz noch keine starke Rolle, zumal die Geschäfte und ihre Schaufenster keine oder kaum neue Frühjahrsschuhe zeigten. Geschnuppert wurde allerdings schon an den neuen Modellen. Shopper interessierten sich vorwiegend für Ballerinen und flache Pumps. Gefragt war Lack in Grautönen, Schwarz, Weiß, Rot und sehr stark Metalliceffekte. Hier ist schon ein wichtiger Trend zu erkennen. Ein weiteres Thema könnten wieder klassische Sneaker und Sportschuhtypen in Materialund Farbkombinationen werden. Ausschließlich für Preise interessierten sich die Männer. Stimmte dieser, wurden hauptsächlich sportive Halbschuhe mit robuster Optik, Cityschnürer und Boots mit Membran gekauft. Für einen zufriedenstellenden Umsatz reichte dies aber nicht aus. Auch in den Kinderabteilungen war der stark reduzierte Preis das wichtigste Verkaufargument. Das Geschäft dominierten Bedarfskäufe. Neue Halbschuhe in Farbkombinationen oder Ballerinas mit Blümchendrucken und Strassapplikationen fanden noch wenig Beachtung. ter Spitze. Ballerinas sind gefragt– gerne mit kleinem Absatz. Ebenso Mary-Janes. Peep- Toes mit kleinem Keilabsatz und leichtem Plateau kamen genauso gut an wie Trotteurs und Mokassins aus weichem Leder. Jüngere Kundinnen fragten bereits nach Ballerinas in Stoff oder in knalligen Farben wie Türkis und Lila oder mit Glitzer-Pailletten.Auch Taschen, besonders Canvas-Kombinationen mit Schnallen in Gold oder Silber, gingen gut weg. Warmgefüttertes ließen auch die Herren links liegen. Reduzierte Schnürer mit leichter Gummisohle in Schwarz oder Braun gingen gut. Mokassins waren schon nachgefragt – in Blau, Braun, Beige oder Schwarz in Nubuk-Leder. Businesskunden kauften Schnürer mit Lochungen, in Karreeform oder verrundet. Bei den Jüngeren liefen Umhängetaschen aus Canvas. Verhalten zeigte sich das Geschäft mit Kinderschuhen. Eltern suchen nur noch reduzierte Ware: Gummistiefel in allen Variationen, für Kleinkinder festere Übergangsschuhe. Mädchen bevorzugten festere Halbschuhe in Pink, Orange, Blau und Pastelltönen mit Verzierungen. Jungs lieben ihre Sneaker in Grau, Braun oder Beige mit deftigen Steppungen. Marken-Turnschuhe ziehen wieder an. afs Neue Chancen für neue Schuhtypen: Weite Schlagjeans sind der Trend des Sommers. Business-Schuhe ziehen bei den Männern spürbar an. Da ist Nachholbedarf. Foto: Baldinini Ambiente „Hohe Absätze und betont feminine Styles werden überschätzt. Es ist nur eine relativ kleine Zielgruppe, die mit hohen Sprengungen zurecht kommt.“

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