Schuhmarkt

Einzelhandel hofft aufs 2. Halbjahr

Die Hoffnungen des deutschen Einzelhandels liegen auf der zweiten Jahreshälfte. Josef Sanktjohanser, Präsident des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), sieht mit Skepsis in die Zukunft. 29.06.07 Peter Skop

Die Hoffnungen des deutschen Einzelhandels liegen auf der zweiten Jahreshälfte. Josef Sanktjohanser, Präsident des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), sieht mit Skepsis in die Zukunft.

Der Umsatz des Einzelhandels im engeren Sinn lag nach Angabe des Statistischen Bundesamts in den ersten vier Monaten des Jahres nominal 0,5 Prozent über dem Vorjahr. Preisbereinigt ergibt sich ein Minus von 0,5 Prozent.

„Im Mai und Juni, für die noch keine Daten der amtlichen Einzelhandelsstatistik vorliegen, dürfte es nach unseren ersten Informationen den Unternehmen schwer gefallen sein, das starke Vorjahresergebnis zu übertreffen“, sagte Johanser bei der Jahrespressekonferenz am 28. Juni in Berlin. Damals setzte der Einzelhandel in den beiden Monaten insgesamt 1,9 Prozent mehr um als 2005. Im gesamten ersten Halbjahr 2007 wird der Einzelhandel voraussichtlich etwas schlechter abgeschnitten haben als in den ersten vier Monaten. Für das zweite Halbjahr erwartet der HDE ein nominales Plus von 1,5 Prozent. Für das ganze Jahr prognostiziert der HDE-Präsident ein Plus von 1 Prozent.

„Für 2008 trauen wir uns noch keine Prognose zu“, so Sanktjohanser, der auf gesamtwirtschaftliches Wachstum mit steigender Beschäftigung hofft. Risiken drohten einmal mehr von Seiten der Politik durch Beitragserhöhung bei der Pflegeversicherung. Die Kompensation durch die Absenkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung sei eine Mogelpackung: Sie falle mit 0,3 Prozent viel zu gering aus. „Mindestens 0,5 Prozent, wie versprochen, hätten es sein müssen; 0,7 Prozent wären möglich gewesen“, kritisierte Sanktjohanser. Zum anderen sei die Absenkung mit der Anhebung der Mehrwertsteuer schon dreifach bezahlt. Versprochen, gebrochen – gute Politik sieht anders aus.

Die größten Sorgen bereiteten dem Einzelhandel die Unternehmensteuerreform. Die geplante Besteuerung der Kosten für Miete und Pacht ist ein schwerer Schlag gegen den innerstädtischen Einzelhandel. Unabhängig von der zu erwartenden Zustimmung des Bundesrates für das Gesamtpaket muss hier dringend nachgebessert werden, wenn demnächst in den Innenstädten nicht die Lichter ausgehen sollen. 29.06.07 Peter Skop

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