Schuhmarkt

Das WM-Wunder blieb aus - Der Markt in den Regionen 09.06. – 23.06.06

Die Fußball-Weltmeisterschaft hat bisher nicht die erhofften Umsatzsteigerungen eingebracht. Zwar sind die Fußgängerzonen deutlich voller, der Schuhbedarf internationaler Besucher scheint jedoch weitestgehend gedeckt. 14/06

Die Fußball-Weltmeisterschaft hat bisher nicht die erhofften Umsatzsteigerungen eingebracht. Zwar sind die Fußgängerzonen deutlich voller, der Schuhbedarf internationaler Besucher scheint jedoch weitestgehend gedeckt.

Zudem zieht es nur wenige Käufer während der Fußballübertragungen in die Geschäfte. Nichtsdestotrotz ging die Sommerware nun endlich gut. Damen suchten gezielt nach Sandalen, Sandaletten und Pantoletten. Für die Herren durfen es nun Zehen- oder Trekking-Sandalen sein.

Niedersachsen

Bis zur Monatsmitte wurden recht ordentliche Umsätze erzielt. An einigen Tagen lagen sie deutlich über den Vorjahreszahlen. Während dieses Zeitraums baute sich auch ein leicht zweistelliges Plus auf. Leider hielt diese erfreuliche Entwicklung nicht an. Genau zur Monatsmitte sackten die Tageskassen auf ein wesentlich schwächeres Niveau ab.

Die meisten Händler lagen zwar in diesen schwachen Tagen noch immer leicht im Plus, allerdings ist fraglich, ob dieses zu halten sein wird. Zeitgleich mit dieser Negativentwicklung setzten auch Reduzierungen auf breiter Basis ein. In der ersten Woche des Berichtszeitraums konnten gute bis sehr gute Zahlen mit der gesamten Palette hochsommerlicher Ware erreicht werden. Sandaletten, Pantoletten und Dianetten liefen hervorragend. Besonders gefragt, auch über den Schönwetterzeitraum hinaus, waren Sabots mit Nullböden. Daneben konnten Mokassins und Sneaker überzeugen. Die Gesamttendenz zu Weiß hat sich weiter verstärkt.

Das Herrengeschäft konnte nur an den warmen Tagen so richtig überzeugen. Neben den gut gehenden Pantoletten wurden auch Sandaletten und mit leichten Abstrichen auch Sabots verlangt. Dianetten kauften die Herren nur sehr zögerlich. Brauchbare Umsätze erzielten während des gesamten Zeitraums gelochte oder geflochtene Slipper. Die Abverkaufsquoten bei den Herren lagen jedoch noch recht deutlich unter den Erwartungen. Das Geschäft mit Kindersandaletten konnte unabhängig vom Wetter sein beachtliches Niveau halten. Daneben liefen allerdings nur Sneaker in Pastelltönen für Mädchen und Turnschuhe für Jungen. gi

Ruhrgebiet

Die Lage im Berichtszeitraum ähnelte weitgehend der des Vorjahres. Zwar nahmen sich viele Berufstätige den Freitag nach Fronleichnam frei, wenige nutzten ihn allerdings zum Shoppen. Aktuell macht sich auch der Einfluss der WM bemerkbar: „Kunden kommen vor und nach den Fernsehübertragungen und kaufen normal. Während der Übertragungen herrscht weitgehend Leerlauf. Da wirken nicht einmal Sonderangebote“, schilderte ein Händler die Situation. Firmen mit verlängerten Öffnungszeiten am Abend warteten bisher durchweg vergeblich auf einen Käuferansturm. WM-Touristen haben so gut wie keinen Bedarf an neuen Schuhen. Sie zieht es in die großen Eventzonen, nicht in die Einkaufsstraßen. Mehrheitlich enttäuscht ist der Handel von den verkaufsoffenen Sonntagen. „Es waren mehr Menschen als sonst unterwegs, aber nur ein Bruchteil von ihnen als potentielle Käufer“, so eine Filialleiterin.

Einkaufszentren, etwa das RRZ in Mülheim, öffneten erst gar nicht. Andere Firmen öffneten am zweiten Sonntagsverkauf schon nicht mehr, Filialisten hielten einzelne von mehreren Niederlassungen in einer Stadt geschlossen. Die Kundenfrequenz war auch im Schuhhandel niedrig, entsprechend unbefriedigend der Umsatz. Damen griffen bei Ballerinas und Slippern fast nur noch zu Sonderangeboten. Unterschiedlich wurden Sneaker gekauft. Junge Kundinnen begeisterten sich weniger stark als zuvor für Canvas-Stiefel. Reduziert sollten sie schon sein. Pantoletten und Sandalen von elegant bis sportiv, auch mit Fußbettausstattung, kamen nicht an das Paarzahlniveau einer Hochsaison heran. Gleiches galt verstärkt für sehr modische Ausführungen im Galanteriebereich. Mit Beginn der Sommerferien wird es auf breiter Front umfangreiche Sonderangebote geben.

In den Herrenabteilungen waren Kunden eine Rarität. Gekauft wurde querbeet und nur in minimalen Paarzahlen. Bei Kinderschuhen bewegte sich immerhin bei Sandalen noch einiges. Die Suche nach Sonderangeboten nahm täglich zu. hl

Stuttgart

Trotz längerer Öffnungszeiten in der City während der WM konnten die Umsätze nicht überzeugen. Vielen Kunden war der Trubel zu groß. Sie blieben zu Hause. Nicht so in den großen Kreisstädten, wo die Zahlen des vergangenen Jahres erreicht und überschritten wurden. Vielerorts waren bereits die ersten roten Preise zu sehen, konnten aber noch nicht so recht punkten.

Bei den Damen stand offene Sommerware im Mittelpunkt. Besonders gefielen Sandaletten, modisch ausgestattet mit Keilen aus Kork, Bast oder auch mit Leder überzogen. Stark dabei waren flache Modelle, vielfach in Glattleder. Helle Farben standen im Vordergrund, gefolgt von Naturtönen bis Braun. Glitzer-Applikationen kamen recht gut an. Nach wie vor war die Nachfrage bei den Ballerinas und Slippern zufrieden stellend. Hier überzeugten vor allem Pastelltöne. Bei sportiven Sandalen wurde ein ansprechendes Fußbett verlangt, Naturtöne erfreuten sich hier großer Beliebtheit. Im Galanteriebereich wählten die Damen häufig Sling-Pumps, gerne auch in Weiß. Klassiker hatten kaum Chancen. Riemchen und Schnallen stellten sich als die eindeutigen Sieger heraus. Umsatzträger waren modische Sneaker in Kombinationen, dabei wurde Velours besonders stark nachgefragt.

Die Herren verlangten verstärkt Sandalen, meist in Brauntönen. Trekking-Modelle bis hin zu Zehensandalen konnten zulegen. Wie bei den Damen waren auch hier Sneaker ein Thema. Die Farbkombination Weiß/Rot gefiel den Herren besonders gut. Sportive Halbschuhe, am liebsten in Velours und in Naturtönen, brachten Umsätze. Ebenso Mokassins in leichten Ausführungen mit Ledersohlen. Auch in den Kinderschuhabteilungen fehlte der Schwung. Die ersten Käufe an Sandalen sind abgeschlossen. Lediglich für Mädchen lief es in diesem Bereich etwas besser. Der Sneaker-Trend hielt in allen Bereichen an. tz

Sachsen/Thüringen

Sommerliche Temperaturen belebten das Geschäft in den beiden zurückliegenden Wochen. Deutlich besser als zuvor bewerteten die befragten Händler die Umsatzentwicklung. Während viele das Vorjahresniveau erreichten, konnten einige sogar ein leichtes Plus ausmachen. „Der Fußballwahn zur Weltmeisterschaft hat noch bessere Umsätze verhindert“, so die Aussage eines Filialisten. Während an einigen Standorten bereits Reduzierungen die Tagesgeschäfte bestimmten, konnten andernorts noch gute Anteile mit regulärer Ware erzielt werden. Einheitlich galt jedoch vor allem eines: die guten Ergebnisse in allen Abteilungen wurden ausschließlich mit offener Ware erzielt.

Bei den Damen konzentrierte sich die Nachfrage auf Sandaletten und Pantoletten in den Farben Weiß, Rosa und Apfelgrün. Auch helle Brauntöne hatten nach wie vor ihre Berechtigung. Flache Sprengungen wurden ebenso gesucht wie hohe modische Keile. Hochsommerliche Typen wie Bios und Flip Flops zeigten neben Espadrilles und Dianetten deutliche Zugewinne. Hier dominierten kräftige Farben. Metallic fand hingegen weniger Beachtung. In den Comfort-Abteilungen war das Geschäft bereits größtenteils getätigt. Wenn überhaupt wurden Sandaletten mit flachen Keilen in beigem oder weißem Nappa gekauft. Deutlich positiv wurden die Frequenz und Umsätze im Herrengeschäft bewertet.

Favoriten bei den Männern waren alle sommerlichen Modelle, die für die Freizeit geeignet sind. Auch hier erfreuten sich Bio-Pantoletten und Flip Flops einer verstärkten Nachfrage. Trekkingsandalen in gefetteten Obermaterialien oder in Nubuk – möglichst in Beige- oder Braunkombinationen – brachten gute Paarzahlen. Die größten Anteile hielten nach wie vor junge Sabots in Sneaker-Optik und kräftigen Farben wie Rot oder Orange. Das Kindergeschäft scheint endgültig gelaufen zu sein. Vereinzelt wurden Badeschuhe verkauft oder es kam zu Bedarfskäufen von preisreduzierten Sandalen. Erste Nachfragen nach Modellen für den Schulanfang wollten die Händler nicht überbewerten. os

Bremen

Die Umsätze im aktuellen Berichtzeitraum haben sich auf ein Pari vorgeschoben. Die Bremer Händler zeigten erste Ansätze von Zufriedenheit. Große Erwartungen hatte man ja schließlich nicht gehabt. Es gab stetig ein bisschen zu tun und darüber freute man sich in den Geschäften. Der große Run sei das zwar noch nicht, hieß es, aber zumindest etwas. Eine erhöhte Kundenfrequenz zeigte sich an den Vormittagen – bevor es zu warm für den Einkaufsbummel wurde und vor allem bevor die ersten WM-Fußballspiele begannen.

Einige Kundinnen schauten bereits nach Preisvergünstigungen. Passende, bequeme Sommerschuhe wurden aber durchaus auch zum regulären Preis gekauft. Der absolute Renner waren Sandaletten. Beliebt waren auch offene Mokassins und Pantoletten. Kleine Strassapplikationen fanden Anklang. Modelle aus dem Galanteriebereich und hohe Absätze fragten die Kundinnen wenig nach. Geschlossene Ware erfuhr kaum Nachfrage. Die vielfach hochgejubelten Korkabsätze gingen in Bremen weniger gut.

Die Herren kauften in erster Linie Sandalen. Dabei kamen auch modischere Herren zum Zuge, die farbige Ausführungen wünschten. Dieser unerwarteten Nachfrage konnten allerdings nicht alle Häuser nachkommen. Sandalen waren auch im Kinderschuhbereich der Spitzenreiter. Voraussetzung für einen Kauf waren Klettverschlüsse. Bei der Farbwahl ging es wieder klassisch zu: Pink für die Mädchen, Blaukombinationen und Khaki für die Jungen. Gerne griffen Eltern für ihre Kleinen zu reduzierten Paaren. Ein Händler berichtete, dass schon jetzt – deutlich früher als im vergangenen Jahr – viele Herbststiefel geliefert wurden. Diese müssen die Händler nun noch einige Zeit im Lager unterbringen. ib

Rhein-Main

Es gab gute und es gab sehr schlechte Tage. Was am Ende blieb war ein leichtes Minus. Mit Preisnachlässen waren die Händler noch zurückhaltend, trotzdem stimmten lediglich die Paarzahlen, nicht aber die Umsätze. Der Grund: die reduzierten sowie die hochsommerlichen, leichten Schuhe brachten weniger Geld in die Kassen. Dazu kam, dass die Kunden auf kräftigere Abschläge in den nächsten Wochen hofften und sich daher beim Kaufen noch zurückhielten.

Bei den Damen ging fast ausschließlich offene Ware und, sofern es attraktiv war, das reduzierte Angebot. Ballerinas, Mokassins, Sneaker und der Rest des Sortimentes liefen mit. Sehr schlechte Ergebnisse wurden dagegen im eher klassischen, sportiven Bereich erzielt.

Anders bei den Männern: Turnschuhe und Sneaker blieben die Favoriten. In der Rangliste folgten hochsommerliche, sportive Slipper und Mokassins. Bei den Sandalen liefen vorzugsweise Trekkingtypen in Schwarz und Braun. In den Kinderabteilungen tat sich wenig Neues. Hier gingen fast ausschließlich Sandalen, wobei manche Kaufwünsche bereits nicht mehr erfüllt werden konnten, da in diesem Warenbereich sehr gute Abverkäufe erzielt worden waren. Den Eltern war anzumerken, dass sie auf Preisnachlässe warten.

Nürnberg

Alles dreht sich momentan in Deutschland um den Fußball. Positiv auf die Umsätze der Fachgeschäfte in und um die WM-Stadt Nürnberg hat sich das während des Berichtzeitraums jedoch noch nicht ausgewirkt. Trotz der verkaufsoffenen Sonntage, die den Gästen das Shopping in der City schmackhaft machen sollten, konnten die Händler nur von durchwachsenen Geschäftsergebnissen berichten.

Leicht und luftig, offen und bequem hatten die Schuhe zu sein, die von den Damen verlangt wurden. Folglich gingen am besten Sandaletten und Pantoletten in Weiß, Natur- und Brauntönen sowie Blau, Rot und Grün.

Bei den Herren hat es sich nun doch endlich herumgesprochen, dass Sommer ist. So zog der Abverkauf von Sandalen an, wahlweise in sportlich-konventioneller Ausführung oder im Trekking-Look. Bei den Farben dominierten Braun, Schwarz und Beige. Nach wie vor mehr gefragt waren Mokassins und Sneaker-Typen in Brauntönen oder Farbkombinationen wie Beige/Braun. Kaum ein Geschäft zu machen war mit Kinderschuhen. Etwas Umsatz brachten nur Bedarfs- bzw. Ergänzungskäufe bei Sandalen. Diese sollten für die Mädchen modisch mit Glitzer sein. Farblich bevorzugten die kleinen Käuferinnen Rosé oder Bleu. Die Knaben dagegen suchten sportlich-rustikale Modelle in Trekking-Optik. Die Farben waren hier Dunkelblau, Braun oder Beige. ng

München

Der Juni verlief beim Fachhandel etwa pari zum Vorjahr. Die Fußball-WM lockte zwar viele Touristen nach München, jedoch nicht in die Schuhgeschäfte. „Die Fußball-WM ist für den Schuhfachhandel kontraproduktiv“, so ein Fachhändler in der Innenstadt.

Durch die hochsommerlichen Temperaturen kauften die Damen offene Ware. Einige Schnäppchenjägerinnen waren unterwegs: Händler hatten bereits vereinzelt reduziert. Sandalen und Pantoletten in Braun waren schon abverkauft. Die Kundinnen interessierten sich stark für Sandalen und Zehengreifer sowie Holzclogs mit Perlen-Verzierungen oder Stickereien. In den unteren Preislagen bei Pantoletten und Sandaletten kam es zu Engpässen. Viele Modelle konnten nicht nachgeordert werden. Auch sportive Mokassins und Sneakertypen sowie Pumps liefen gut mit. Der Komfortbereich kam ebenso gut an wie sportive Sandalen.

In der Herrenabteilung zeigten sich die Kunden kaufstark – hier gingen Sandalen und Pantoletten in Leder. Beliebt waren hier vor allem rustikale Typen mit Kreuzbandage. Auch elegante Schnürschuhe im Budapester-Stil mit Karréeform zogen an. Hier waren als Farben Braun und Schwarz gefragt. Favoriten bei den Herrenschuhen blieben zudem leichte Sneakertypen sowie Mokassins. Auch Leinenschuhe in Marine und Weiß sowie Bootschuhe waren gefragt.

Jüngere Kunden griffen auch verstärkt zu Zehensandalen aus Leder in Brauntönen sowie zu Pantoletten. Das Kindergeschäft lief gut: Im Lauflernbereich waren Drei-Spangen-Sandalen gefragt. Für Mädchen kauften Eltern Rosa, Beige oder Weiß. Besonders beliebt waren Badeschuhe in allen Farben aus PVC-Material. Für größere Kinder gingen Sandalen und Zehensandelan gut – für Mädchen in Rosé und Türkis, für Jungen in Braun und Blau. Bei Mädchen waren Blümchen sowie Glitzer und Pailletten gefragt. Sportive Sneakers von Markenherstellern blieben verkaufsstark. afs 14/06

Verwandte Themen
Perlato-Produzent Calcado Tropico Lda. bringt für elegante Damenpumps seine volle Sacchetto-Kompetenz zum Tragen. Bild: Perlato
Perlato flexibel durch Sacchetto weiter
Neu im BNS-Programm: die Sneaker Care by Solitaire. Bild: Solitaire
Solitaire-Trio für Sneakerpflege weiter
Lloyd Concept Store Düsseldorf Kö Galerie Umbau
Düsseldorfer Lloyd Store in neuem Look weiter
ANWR Second Ordermesse Orderzentrum Mainhausen
ANWR Second steht vor der Tür weiter
Puma Shopfläche Showroom Frauen Breuninger Stuttgart
Puma eröffnet Shopfläche und Showroom für Frauen weiter
Foto: YouGov
Befürworter von Sonntagsöffnung nehmen zu weiter