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Editorial 13/07: Die lustigen Weiber von Kiedrich

Neulich in meiner Lieblings-Besenwirtschaft im Rheingau. Ein Tisch voller älterer Frauen zwischen 60 und 70: Top gekleidet, adrett frisiert, mit gutem Durst und vor allem – bestens drauf. Die eine erzählte von ihrer Konzertreise nach Prag, die andere von ihrer Schifffahrt auf der Aida. Die dritte geht jetzt auf ein Nordic Walking-Seminar, die vierte hat sich eine neue Küche zugelegt und die fünfte einen feschen Freund. Es macht Spaß heimlich zuzuhören, denn diese Frauen – in der Regel Witwen – sind Prototypen einer neuen Zielgruppe aktiver Senioren, die munter konsumierend und von Trendforschern als ausgesprochen interessant betrachtet werden.

 

 

Ilona Sauervier, stv. Chefredakteurin

Neulich in meiner Lieblings-Besenwirtschaft im Rheingau. Ein Tisch voller älterer Frauen zwischen 60 und 70: Top gekleidet, adrett frisiert, mit gutem Durst und vor allem – bestens drauf. Die eine erzählte von ihrer Konzertreise nach Prag, die andere von ihrer Schifffahrt auf der Aida. Die dritte geht jetzt auf ein Nordic Walking-Seminar, die vierte hat sich eine neue Küche zugelegt und die fünfte einen feschen Freund. Es macht Spaß heimlich zuzuhören, denn diese Frauen – in der Regel Witwen – sind Prototypen einer neuen Zielgruppe aktiver Senioren, die munter konsumierend und von Trendforschern als ausgesprochen interessant betrachtet werden.

Auf dem Zukunftsforum, das kürzlich in Köln stattfand, sprach Trendforscher Dr. David Bosshart vom Gottlieb Duttweiler Institut in Zürich davon, dass Frauen generell im Trend sind – und speziell die älteren. „Sie werden unsere Gesellschaft immer stärker dominieren“, so Bosshart weiter. In Norwegen seien bereits 40 Prozent der Aufsichtsräte weiblich. Im Jahr 2010 wird die Bildungsquote der Frauen, die der Männer überholen. Diese Tendenz zeichet sich bereits in finsteren Regionen Ostdeutschlands ab, wo einigermaßen gebildete Frauen das Weite suchen und ihre weniger gescheiten Männer zurücklassen. Die Schlauen gehen, die Dämlichen bleiben, schrieb dazu die FAZ. Es soll in diesen Landstrichen bereits eine drastische weibliche Unterversorgung vorherrschen.

Aber auch sportlich engagieren sich die 60 und 70 Plus Damen nicht schlecht. Beispiel Nordic Walking. Es gibt wohl kaum eine Sportart, die gerade von älteren Frauen so beherzt aufgenommen wurde. Von den vier bis fünf Millionen Nordic Walkern in Deutschland sind schätzungsweise 65 Prozent Seniorinnen. Da staksen sie mit ihren Stöcken durch die Gegend, teils völlig losgelöst von der vorgeschriebenen Technik. Doch das spielt eigentlich auch keine Rolle. Gut ist, dass sich die Frauen überhaupt an eine Sportart ranmachen, an die frische Luft gehen und mit dem guten Gefühl nach Hause kommen, etwas für sich getan zu haben. Und dann schmeckt das Viertele am Abend umso besser.

Ihre Ilona Sauerbier

 

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