Schuhmarkt

Lederwarenindustrie 2005 im Minus

Während das erste Halbjahr 2005 von sinkenden Umsätzen mit Lederwaren und Reisegepäck geprägt war, ging es im zweiten Halbjahr „Schlag auf Schlag aufwärts“. 28.03.06 Peter Skop

Während das erste Halbjahr 2005 von sinkenden Umsätzen mit Lederwaren und Reisegepäck geprägt war, ging es im zweiten Halbjahr „Schlag auf Schlag aufwärts“. Dies erklärte Philipp F. Urban, Geschäftsführer des Bundesverbandes Lederwaren und Kunststofferzeugnisse (BVLK), im Rahmen der Offenbacher I.L.M. Winter Styles. Dem Umsatzminus der Hersteller von 12,4 Prozent des ersten Halbjahres stand ein Plus von 5,3 Prozent im zweiten Halbjahr gegenüber. Das Jahr 2005 schloss dann mit einem Minus von 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ab. Noch dramatischer verlief der Auslandumsatz. Im ersten Halbjahr verzeichnete die Industrie ein Minus von 16,2 Prozent, Zuwächse von 13 bis 20 Prozent im zweiten führten zu einem Jahressaldo von minus 3,6 Prozent. Ende 2005 arbeiteten 3,1 Prozent weniger Menschen in Betrieben mit mehr als 19 Beschäftigten, die von der Statistik erfasst werden, als 2004. Nach Urbans Schätzung kommen nochmals 1250 Beschäftigte in Kleinbetrieben in dieser Branche hinzu. Die Zahl der statistisch erfassten Betriebe betrug 77, ein Minus von 9,4 Prozent. Hinzu kommen schätzungsweise 220 Kleinstbetriebe. Der Außenhandel von Importeuren, Exporteuren und produzierender Industrie entwickelte sich 2005 positiv. Die Einfuhr stieg um 10,3 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro, die Ausfuhr um 14,3 Prozent auf 655 Mio. Euro. Bei der Einfuhr belegt China einen Anteil von mehr als 54 Prozent, während der früher wichtigste Exporteur Italien noch 8,5 Prozent inne hat. Die Branche verzeichnete weit überwiegend zweistellige wertmäßige Zuwachsraten, die je nach Material variierten. Die größten Exportsteigerungen wurden mit 17,5 Prozent in EU-Europa und mit 17,7 Prozent in den übrigen europäischen Ländern erzielt worden. Außerhalb Europas würden die USA immer wichtiger, so Urban. Besonders hob der BVLK-Geschäftsführer das wertmäßige Plus von 147,7 Prozent beim Export von Lederhandtaschen hervor. Sie, wie auch Taschen aus teuren Geweben, fanden Abnehmer unter anderem auch in Südkorea, China, Hongkong oder Japan. Fabrikabgabepreise von 200 oder 100 Euro konnten hier erzielt werden. Die positive Tendenz des zweiten Halbjahres 2005 setzte sich in den ersten beiden Monaten 2006 fort, so Urban. Sein Optimismus speist sich auch aus der Tatsache, dass die Industrie auf fester Kalkulationsbasis arbeiten könne. Eine Tarifrunde beispielsweise stehe nicht an. Sorgen bereite die geplante Mehrwertsteuererhöhung und Versuche anderer Länder, über eine Herkunftsbezeichnung Importe zu begrenzen. Es handele sich um die Länder, die versäumt hätten, ihre Industrie zu modernisieren. 28.03.06 Peter Skop

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