Schuhmarkt

Reduzierungen allerorten - Der Markt in den Regionen 08.07– 21.07.06

Die Hitzewelle forderte ihren Tribut. Allerdings schien auch die Lethargie der Weltmeisterschaft endlich überwunden. Reduzierungen prägten das Geschehen und schienen geradezu Voraussetzung für Geschäftsabschlüsse zu sein.

Die Hitzewelle forderte ihren Tribut. Allerdings schien auch die Lethargie der Weltmeisterschaft endlich überwunden. Reduzierungen prägten das Geschehen und schienen geradezu Voraussetzung für Geschäftsabschlüsse zu sein.

Bei der Witterung gingen natürlich in erster Linie offene Schuhe. Die Herren waren wieder als Schnäppchenjäger unterwegs. Neben Trekkingmodellen standen Zehengreifer aus Leder hoch im Kurs. Häufig kommen Verkäufe auch schon nicht mehr zustande, weil Ware abverkauft ist. Interesse für die neue Herbstware ist vereinzelt bereits vorhanden,Tendenzen sind aber noch zu unsicher.

Berlin

Eine leichte Besserung registrierte der Patient Schuheinzelhandel in den vergangenen zwei Wochen. Die weit verbreitete Lethargie während der Fußball-WM konnte überwunden werden. Von einer gänzlichen Genesung ist man aber noch weit entfernt.

Dem Wetter angemessen dominierte in den Damenschuhabteilungen das leichte Schuhwerk. Sommersandaletten präsentierten sich gern in Leinenoptik und mit markanten, Kordel umzogenen Keilböden. Bei den Pantoletten und Zehengreifern behaupteten ethnisch und folkloristisch angehauchte Modelle ihre Vormachtstellung. Besatz mit Holzperlen oder glitzernden Steinchen hatte Hochkonjunktur. Orientalische oder afrikanische Einflüsse gab es auch bei Sabots und Mokassins. Letztere erinnerten in ihrem Erscheinungsbild oft an marokkanische Babouches. Erdiges Braun und Khaki führten die Hitliste der Farben an. Abgesehen von einigen soften Sneakern ließ sich geschlossene Ware kaum an die Frau bringen. Trotteurs etwa konnten selbst über starke Preisnachlässe kaum verkauft werden.

Bei den Herren stand Bequemlichkeit im Vordergrund. Pantoletten mit Tieffußbett erzielten gute Umsätze, mussten dabei noch nicht einmal besonders modisch aussehen. Die eher modischen Varianten waren Lederpantoletten in gedecktem Weiß. Trekkingsandalen und sportliche, leichte Sneaker mit Durchbrüchen ergänzten das Verkaufsgeschehen. Bei Kleinkindern gab es kaum Alternativen zu Sandaletten, für Mädchen oft mit sommerlichen Blumenapplikationen. sk

Niedersachsen

Die leicht positive Entwicklung der ersten Julitage setzte sich leider nicht weiter fort. In der gesamten zweiten Dekade kam man nur selten an die Ergebnisse des Vorjahres heran. An den meisten Tagen lag man zum großen Teil knapp darunter. An den besonders heißen Tagen wurden in den Großstädten die klar schwächeren Umsätze erzielt. Das gesamte Verkaufsgeschehen war überwiegend von Verkäufen reduzierter Ware geprägt. Man hatte mitunter den Eindruck, als ob ohne einen roten Preis eigentlich nichts gehen wollte.

Von den Damen wurde in erster Linie Hochsommerliches verlangt. Dianetten, Pantoletten und mit leichten Abstrichen auch Sandaletten waren einmal mehr die Renner. Espadrilles wurden nun besser verkauft, ohne allerdings überzeugen zu können Beim Beobachten des Straßenbildes bleibt einem eigentlich nur das blanke Entsetzen, wenn man sieht, wie viele Badedianetten zu Straßenschuhen vergewaltigt werden. Konsumige Sneaker in Weiß, sowie Flechtartikel, ebenfalls in hellen Farben, brachten auch noch recht ordentliche Zahlen. Immerhin wurde auch schon einiges an neuen Sneakern, sportlichen Trotteurs und auch an Stiefeln in Weiß und Brauntönen verkauft.

Wie immer brauchten die Herren schon einige Hitzegrade, bevor sie auf Pantoletten und Sandaletten umsteigen. Das war auch dieses Jahr nicht anders. Nun endlich kam in diese Warengruppen Bewegung. Die Quoten sind zwar bei Weitem nicht so gut wie bei den Damen, aber doch schon recht erfreulich. Mit dem Ferienbeginn kam auch in die Kinderabteilungen noch einmal frischer Wind. Reduzierte Sandaletten, Sneaker und Turnschuhartikel wurden in ordentlichen Paarzahlen verkauft. gi

Ruhrgebiet

Ein Super-Sommerwetter und trotzdem klagte der Schuhhandel über eine Umsatzflaute. „Die Kunden sind alle im Freibad oder in Urlaub“, stöhnte eine Filialleiterin. Zur Monatsmitte hatte eine zweite und große Reisewelle eingesetzt. Auch die ideenreichsten Auslegungen des Kürzels SSV und rapide Preisabstriche lockten keine Kundenmengen in die Geschäfte. In den Vormittagsstunden war wenig zu tun, ab mittags herrschte dann stundenlang Flaute in allen Abteilungen. Es war einfach zu heiß zum Shopping. Nach 18.00 Uhr tat sich auch kaum noch etwas.

Damen suchten Sommerware, aber reduziert. Mindestens ein Drittel preiswerter sollten Beachpantoletten und sonstige Zehengreifer schon sein. Sandaletten in ausgefallenen Farben oder mit flippigen Applikationen hatten nur als absolute Schnäppchen eine Chance. Über den Preis verkauften sich alle Sandalettentypen und sportive Sandalen sowie Pantoletten. Nur nicht in sehr großen Paarzahlen. Geschlossene Ware von Ballerina über Slipper bis hin zu Galanteriemodellen und Komfortschuhe erreichten Drehzahlen gegen Null, sofern sie nicht zum halben Preis angeboten wurden.Herren war es einfach zu heiß.

Das Kundenaufkommen war spärlich. Getätigt wurden nur Ersatzkäufe von Sandalen aller Art und Pantoletten zu Sonderpreisen. Andere Sommerware interessierte kaum. Vom übrigen Angebot lockten auch reduzierte Slipper oder Sneaker kaum.Nahezu absolute Stille erlebte die Kinderabteilung. Nur vormittags wurden gelegentlich aufgetragene Sandalen ersetzt. Dabei stand das Motto: „So preiswert wie nur möglich“ im Vordergrund. hl

Stuttgart

Die Hitzeperiode brachte in den vergangenen Wochen keine zufriedenstellenden Zahlen, vielmehr mussten viele Händler, im Vergleich zum Vorjahr, Minusumsätze hinnehmen. Die Läden blieben einfach leer, auch die Rot- Weiß-Aktionen konnten dabei nicht mehr Kunden in die Läden bringen. Etwas besser sah es in den großen Kreisstädten aus, wo wenigstens in den Vormittagsstunden einigermaßen Umsätze erzielt wurden.

Die Damen kauften hochsommerliche Ware, wobei Sandaletten und Pantoletten bis hin zu Zehengreifern ganz oben standen. Die Farbskala ging von Weiß bis Schwarz, Reduzierungen wurden dabei beachtet. Gut liefen auch Sandalen mit unterschiedlichen Fußbettungen – wenn noch angeboten – und Trekkingsandalen hatten gute Chancen in Brauntönen. Sandaletten mit Korkabsätzen- oder -keilen, auch mit Holz, fanden Gefallen, ebenso sportive Mokassins und unterschiedliche farbenfrohe Sneaker. Neue Ware wurde zwar beachtet, aber noch kaum verkauft, hier dürften Stiefeletten die Renner werden.

Die Herren wollten Sandalen und auch Pantoletten, alles aber sehr preiswert. Auch Trekkingmodelle, meist in Brauntönen, waren gefragt, die Angebote weisen aber in den gängigsten Größen erhebliche Lücken auf. Zehengreifer, am liebsten in Leder, kauften nicht nur jüngere Kunden, dies galt auch für leichte Slipper und Sneaker. Die Nachfrage nach Budapestern in Schwarz und Brauntönen blieb konstant. In den Kinderabteilungen blieb es sehr ruhig, offensichtlich verbrachten die Kinder ihre Freizeit in den Freibädern. Verkauft wurden für Jungen und Mädchen in der Hauptsache Sandalen, für Jungs mehr mit Fußbettung. Auch sportive Sneaker mit Klettverschlüssen waren gefragt, stark beachtet wurden jedoch in allen Bereichen die Preise. tz

Sachsen/Thüringen

Einfach viel zu heiß für ein gutes Sommergeschäft. So wurden die Umsätze der Berichtswochen unisono von den Händlern beschrieben. Zwar standen in Sachsen und Thüringen die jetzt begonnenen Schulferien und somit die Haupturlaubszeit unmittelbar bevor, dennoch habe die anhaltende Hitze überlagert, was sonst als Impuls für einen Abverkaufsschub zu spüren war. Tropische Temperaturen schlugen sich überall in schwächerer Kundenfrequenz nieder. Weil kaum ältere Menschen in den Läden unterwegs waren, erlahmte auch und gerade das Bequemschuhgeschäft.

Dennoch wollte man in guten City- und Centerlagen nicht generell Klage führen. Etliche meinten, die Vorjahreszahlen in etwa noch erreicht oder die Abschläge in Grenzen gehalten zu haben. Die Umsätze wurden zum deutlich überwiegenden Teil mit Hochsommerware gemacht. Allerdings hingen diese quasi am Tropf reduzierter Preise und das in allen Abteilungen. Bei konsumigen Filialisten waren es dunkelrote Aktionspreise, die ihre Zugkraft nicht verfehlten. Auch bei inhabergeführten Läden erwies sich als gängiges Rezept, schon mit deutlichen Preisabschlägen zu agieren. „50 Prozent auf alle Sommer(marken)ware“, hieß es sogar gegen Ende des Berichtszeitraumes bei einigen, die nach eigenem Bekunden ihre `Initiative´ belohnt sahen. Bei Damenschuhen gaben offene Modelle eindeutig den Ton im Abverkauf an: Riemchensandaletten, Sabots und Zehengreifer als das Thema, wobei diese Ware vielfach nicht mehr sortiert war. Lücken zeigten auch die Angebote an leichten Ballerinen, zum Beispiel solche in weißen oder rosé-farbenen gehäkelten Obermaterialien. Bei geschlossenen Modellen waren Mokassins und farbige Sneaker wie auch Ballerinen als Accessoires zu 3/4- beziehungsweise 7/8-Hosen gängig.

Das Herrenschuhgeschäft kam erfreulicherweise auf Touren und lief nicht nur bei preisgünstigen Anbietern rund: Sandalen, Pantoletten, Sabots, Mokassins und Sneaker in Farbe beziehungsweise Farbkombinationen. Trekking-Sandalen und Zehensteg-Pantoletten müssen hier noch genannt werden. Sie sieht man „im Kommen“. Der Kinderschuhbereich lag trotz anstehender Ferien weiter ziemlich brach. Landauf landab war jedoch von „Hoffnung“ die Rede, dass sich die Nachfrage wegen des geplanten Familienurlaubs doch noch einmal beleben könnte. pl

Bremen

Das Ergebnis des aktuellen Berichtszeitraumes liegt im leichten Minusbereich. Die anhaltende Hitze in der Hansestadt sorgte für gedämpfte Umsätze. Es war insgesamt wenig los. Bis mittags konnten sich die Händler noch über einige Kunden freuen, an den Nachmittagen waren sie eher auf sich allein gestellt. Trotz allgemein beginnender Reduzierungswelle wollen viele Einzelhändler nicht „verkaufen um jeden Preis“. Vielmehr möchte man rentabel arbeiten und nicht nur umsatzorientiert. Bei Damen, Herren, Kindern überwog natürlich ein Thema: Sommerschuhe.

Die Damen kauften leichte, luftige Sandaletten und Pantoletten. Es wurde in erster Linie auf den Preis und nicht auf modische Akzente geschaut. Der Bestand an Sandaletten ist bereits deutlich verringert worden, so dass es in einigen Häusern zu ersten Engpässen kam. Vereinzelt konnten sogar bei 30 Grad erste Herbstmodelle in Schlammtönen verkauft werden.

Bei den Bremer Herren wurde nicht viel geschnackt, sondern eine passende Sandale gleich gekauft. Für leichtes, luftiges Schuhwerk, das passte und gefiel, wurde auch gerne der reguläre Preis gezahlt. Dagegen bestimmte im Kinderschuhbereich der Preis das Geschehen. Die kleinen Bremer, deren Sandalen aufgetragen waren, bekamen neue. Zumindest, wenn diese preislich reduziert waren. Regulär ausgezeichnete Sommerschuhe für Kinder blieben in den Läden ib

Nürnberg

Eigentlich hatte alles gepasst: Der Sommer zeigte sich mit viel Sonne von seiner heißen Seite. Und auch die Stimmung in der Stadt war nicht zuletzt deswegen gut. Trotzdem konnten die Fachhändler nur durchwachsene Umsätze erzielen, obwohl sie einen Großteil ihres Sortiments im Preis massiv reduziert hatten. Das war auch nötig: Ohne die Reduzierungen hätte es wohl gar keinen Abverkauf gegeben.

Passend zum Hochsommer kauften die Damen ausschließlich Offenes mit möglichst wenig Material daran. Modisch-bequeme Pantoletten gingen dabei eindeutig besser als Sandaletten. Schwarz, Braun und Weiß waren die dominierenden Farben.

Auch die Herren griffen vor allem zu hochsommerlicher Ware. Während die ältere Generation Trekking-Typen bevorzugte, gönnte sich die jüngere Zehentrenner-Modelle in modischhochwertigerer Ausstattung. Schwarz, Braun und Beige wurden bei den Farben favorisiert. Wie leider schon in den Wochen davor, herrschte auch dieses Mal bei den Kinderschuhen Flaute. Vereinzelt ging etwas über Bedarfs- bzw. Ergänzungskäufe, wenn die Sandalen zu klein geworden oder kaputt gegangen waren. Modisch-elegant sollten dabei die Modelle für die Mädels sein, sportlich-robust dagegen für die Jungs. ng

München

Die 28. Woche war vom Umsatz her noch in Ordnung, die 29. Woche verlief eher schlecht. „Es war bei 33 Grad zu heiß zum Einkaufen“, so ein Händler. Der Umsatz blieb hinter den Vorjahreszahlen zurück. Viele Schuhhändler hatten 30 bis 50 Prozent reduziert, der „Saison-Abverkauf“ begann schon Mitte Juli.

Damen suchten reduzierte offene Ware wie Pantoletten, Sandaletten, Zehengreifer und Dianetten. Viele waren schon abverkauft, besonders Zehengreifer und Pantoletten. Der Fußbettbereich blieb gut, besonders in der modischen Variante und in den Farben Aqua oder Rosé. Sandalen und Peep-Toes waren beliebt. Schwierig waren dagegen Holzpantoletten, hier gab es die größten Reduzierungen. Einige Kundinnen interessierten sich schon für die neue Herbstware, besonders Stiefel wurden verkauft – mit neuen Details: Schnürer in Braun mit aufgeworfenen Kappen, höheren Sprengungen in Braun. Auch Trotteurs mit leichtem Karrée waren gefragt.

Viele Männer waren als Schnäppchenjäger nach reduzierter Sommerware unterwegs: Zehengreifer aus Leder in Schwarz und Braun waren abverkauft, es gab nur noch Reste. Auch leichte Sandalen mit Flechtblatt oder Pantoletten aus Leder in Schwarz oder Braun gingen gut. Elegante, leichte Schnürschuhe im Budapester- Stil in Karreform blieben beliebt. Favoriten bei Herrenschuhen waren zudem Mokassins mit weichen Böden in Beige und Braun. Das Kindergeschäft blieb eher ruhig. Reste von Sandalen wurden im Kleinkindbereich verkauft, wichtig war gute Passform und Stabilität. Gefragt waren auch Badeschuhe in allen Farben aus PVC-Material. Sandalen im Lauflernbereich waren zum Großteil abverkauft. Größere Mädchen wollten Sandalen und Zehengreifer, gerne mit Verzierungen wie Pailletten oder Perlen. Jungen wollten stabile Sandalen mit Klettverschluss oder Sneaker von Markenherstellern sowie Zehengreifer. afs

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