Schuhmarkt

Editorial 15/07: Nicht schöner, aber anders

Schönheit liegt im Auge des Betrachters, heißt es. Rund 65 000 Besucher versuchen täglich (!), einen Blick auf Mona Lisa im Louvre zu erhaschen. Die Aufseher fordern inzwischen eine Zulage als Ausgleich für den Stress, den das „Gequassel“ und die Fotografierversuche mit Blitzlicht verursachen. Aber ist Mona Lisa wirklich schön?

 

 

Peter Skop, Chefredakteur

Schönheit liegt im Auge des Betrachters, heißt es. Rund 65 000 Besucher versuchen täglich (!), einen Blick auf Mona Lisa im Louvre zu erhaschen. Die Aufseher fordern inzwischen eine Zulage als Ausgleich für den Stress, den das „Gequassel“ und die Fotografierversuche mit Blitzlicht verursachen. Aber ist Mona Lisa wirklich schön?

Oder sind die Models, die über die Laufstege staksen wirklich schön? Diese oder ähnliche Gedanken beschleichen mich auch beim Thema Schuhe, erst recht, wenn es um Bequem- oder Komfortschuhe geht.Tatsächlich ist mir schon häufig aufgefallen, dass die Wirkung eines Schuhs sehr viel mit dem Träger oder der Trägerin desselben zu tun hat. Die Art und Weise, wie sich jemand gibt und bewegt, wie das sonstige Outfit aussieht und auch der körperliche Zustand von Füßen und Beinen beeinflusst die Wahrnehmung des Schuhwerks. Der Schuh ist häufig recht unschuldig.

Dennoch ist die Richtung, die die meisten Komfortschuhhersteller einschlagen, richtig, wenn sie ihre Kollektionen verjüngen, sprich, dem gewandelten Geschmack anpassen. Denn was die Generation der heute 70- bis 90-Jährigen noch als schön und passend empfindet, entspricht ästhetisch nur noch selten dem Geschmack der „Junggebliebenen“. Gut zu beobachten war dies auf dem letzten Rolling-Stones-Konzert, dem beizuwohnen ich das Vergnügen hatte. Natürlich trugen auch die Oldies unter den Besuchern bequeme Schuhe, aber dabei handelte es sich um Turnschuhe oder modische Sneaker. Den klassischen Bequemschuh habe ich dort nicht gesehen.

Und ich glaube, ihn werden wir auch in 20 Jahren – gesundheitliche Notwendigkeiten einmal ausgenommen – nicht an ihnen sehen. Die Menschen werden mit ihren Marken alt, haben einen anderen Geschmack entwickelt als die Generationen zuvor und wollen ihn auch im Alter leben. Anpassung ist also nötig und unabwendbar. Das Tempo bestimmen die Verbraucher.

Ihr Peter Skop

 

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