Schuhmarkt

Jagd auf Italiens Luxuswarenunternehmen

Italienische Luxusgütermarken geraten zunehmend ins Visier großer Finanzinvestoren. Neben Mode- spielen auch Schuhfirmen eine wichtige Rolle. 25.07.07 Thesy Kness-Bastaroli

Immer mehr Dossiers italienischer Luxuswarenfirmen gelangen derzeit auf den Schreibtisch der internationalen Finanzinvestoren. Dabei spielen auch Luxusschuhfirmen eine wichtige Rolle.

So hat etwa Edelschuhhersteller Diego della Valle mit seinem Nobellabel Tod’s gemeinsam mit Finanzinvestoren eine eigene Fondsgesellschaft „Charme“ gegründet. Diese investiert auch in Mode wie etwa in den Kaschmirhersteller Ballantyne. Die beiden Fondsgesellschaften Fortelius Capital und Orlando haben sich kürzlich am italienischen Luxuswarenmarkt eingekauft und den Sportbekleidungshersteller Sergio Tacchini beziehungsweise den Nobelschuh-Hersteller Bruno Magli übernommen.

Auch Roberto Cavalli, der Modetrendsetter aus der Toskana, verhandelt angeblich mit Finanzinvestoren betreffs seines Verkaufs. „Wir wollen am italienischen Luxusgütermarkt einsteigen“, bestätigte auch Marco De Benedetti, Chef von Carlyle Italia. Der US-Finanzinvestor plante die Mehrheitsbeteiligung von Valentino Fashion Group, wurde dann aber in letzter Minute von der britische Private Equity-Gesellschaft Permira überboten. Nun will er anderswo zugreifen.

Zunehmend investieren Amerikaner

Aber nicht nur Carlyle ist auf der Jagd nach einer neuen Beute. Angeblich verhandelt Rothschild wegen einer Übernahme der Modeschmuckfirma Diffusione Italiana Prezisosi. Mediobanca hat hingegen laut nicht bestätigten Meldungen das Mandat, um die Sportbekleidungsfirma Geo Spirit aus Lucca, Toskana, zu verkaufen. Bewerber sind auch hier US-Finanzinvestoren. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren ein zweistelliges Umsatzwachstum verzeichnet und 2006 einen Umsatz von 100 Mio. Euro erreicht. Zum Verkauf steht allerdings nicht das gesamte Unternehmen sondern nur bestimmte Marken im Wert von 70 Mio. Euro.

Die Fondsgesellschaft Barclays verhandelt derzeit über eine 50-prozentige Beteiligung bei der Sportmodefirma Aspesi, das Modeimperium der nordostitalienischen Unternehmerfamilie Tabacchi, Safilo. Angeblich hat sie andere Interessenten, wie etwa L-Capital und Investitori Associati überboten. Und der italienische Finanzinvestor Abicus übernahm kürzlich die Modevertriebskette von Mariella Burani, zu welcher unter anderem auch die österreichische Don Gil Modefirma zählt. Italien zählt zu Europas wichtigsten Private Equity Märkten und rangiert nach Großbritannien, Frankreich und Deutschland an vierter Stelle.

Viele Luxuswarenhersteller sind noch klein bis mittelgroß mit guten Wachstumschancen und hohen Margen. Zudem sind die meisten noch nicht börsennotiert, und viele Familienunternehmen haben keine internen Nachfolger, die den Fortbestand garantieren können. Die Fonds können also einsteigen, die Expansion begleiten, und dann das Unternehmen idealerweise an die Börse bringen, begründen die Experten der Mailänder Wirtschaftsuniversität Bocconi den Trend. Dieser hat sich kürzlich sogar noch verstärkt. Nach einer Studie der auf Luxusfirmen spezialisierten Mailänder Unternehmensberatung Pambianco fanden im ersten Quartal 2007 von den weltweit 47 Übernahmen im Luxussektor zwölf in Italien statt. Die Hälfte dieser Unternehmen landeten in den Händen von Private-Equity-Fonds. Bisher sind es vor allem europäische Fonds, die zugreifen. 25.07.07 Thesy Kness-Bastaroli

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