Schuhmarkt

Editorial 02/07: Kinder an die Macht

In England heißen sie Yummy Mummies, und sie sind dann schon wieder gertenschlank im Büro, wenn andere Breitmamas noch mit ordentlich Hüftspeck ihren Mutter-Blues durchleben. Yummy Mummies sind der Lebensentwurf neuer Mütter, die sexy, modisch und lebensmeisternd sein wollen.

 

 

Ilona Sauerbier,

stv. Chefredakteurin

In England heißen sie Yummy Mummies, und sie sind dann schon wieder gertenschlank im Büro, wenn andere Breitmamas noch mit ordentlich Hüftspeck ihren Mutter-Blues durchleben. Yummy Mummies sind der Lebensentwurf neuer Mütter, die sexy, modisch und lebensmeisternd sein wollen.

Die gleich nach der Geburt wieder im Job sind und keine „wickelverrückte Kümmermama“ abgeben wollen, schreibt die Londoner „Times“. Sie jagen mit einer Hose von Diesel Kids durch die ganze Stadt, um das passende Oberteil zu finden. Sie sind ausgabefreudig und verwöhnen ihre Kids mit schönen Kleidern, Schuhen, Accessoires. Und sie sind nicht die schlechteren Mütter, auch wenn es zunächst so scheinen mag. In Frankreich gibt es diese Mütter in ganz normaler Version: Frauen, die Kinder und Beruf wunderbar vereinbaren, weder frustriert noch überfordert sind, weil die französische Regierung dafür sorgt, dass Kinderbetreuung und Ganztagsschulsystem einfach Standard sind. Mit einem Durchschnitt von 2,07 Kindern pro Jahr (+2,9 %), liegt Frankreich an der Spitze europäischer Länder. 830 000 Babys wurden im letzten Jahr in Frankreich geboren, in Deutschland waren es 670 000.

Kinder sind ein fester Bestandteil der Marktwirtschaft. Ihre Welten haben sich verändert, ihr Anspruchsdenken gesteigert. In Bezug auf Elektronik, Kleidung und Accessoires ist hier ein spannender Umsatzmarkt entstanden. Kids-Looks werden den Styles der Erwachsenen immer ähnlicher. Die Anzahl der Schuhe, die ein Kind besitzt, hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Kinder wollen Leo-Prints genauso wie Ballerinas, Langstiefel und Metallic-Look. Auf der italienischen Messe Pitti Bimbo stieg jetzt die Anzahl der Kids-Accessoires Aussteller drastisch.

Trotz Geburtenrückgang in Deutschland ist der Kindermarkt ein Markt der Zukunft. Mütter und Omis geben immer mehr für die Outfits ihrer Sprösslinge aus. Laut BBE-Studie haben Kinderschuhe in 2005 um 1,6 Prozent zugelegt. Auch 2006 lief gut an. Das Geschäft ist zwar nach wie vor hart, aber die modische Entwicklung hat hier vieles beflügelt. Meine achtjährige Tochter trägt im Moment hochbegeistert schmale Röhrenjeans zu hohen Schaftstiefeln - vor wenigen Jahren für Drittklässler noch undenkbar.

Ihre Ilona Sauerbier

 

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