Schuhmarkt

Editorial 25/06: Investorensuche

Den großen Investor, der das Garant-Schiff wieder auf Kurs bringen sollte, gibt es nicht mehr. Nach monatelanger Suche hat Friedrich W. Metzeler das Gespräch mit dem großen Unbekannten beendet, nachdem dieser keine Finanzierungsnachweis erbringen konnte. Der dringend notwendige Finanzier wollte nach den Worten des Insolvenzverwalters ein Squeeze out betreiben, das heißt, die bisherigen Aktionäre – überwiegend Fachhändler – wären aus dem Unternehmen gedrückt worden.

 

 

Peter Skop, Chefredakteur

Den großen Investor, der das Garant-Schiff wieder auf Kurs bringen sollte, gibt es nicht mehr. Nach monatelanger Suche hat Friedrich W. Metzeler das Gespräch mit dem großen Unbekannten beendet, nachdem dieser keine Finanzierungsnachweis erbringen konnte. Der dringend notwendige Finanzier wollte nach den Worten des Insolvenzverwalters ein Squeeze out betreiben, das heißt, die bisherigen Aktionäre – überwiegend Fachhändler – wären aus dem Unternehmen gedrückt worden.

Dies wäre sicher kein Weg gewesen, den die Mehrheit der Anteilseigner bereitwillig akzeptiert hätten. Insofern ist die Entscheidung nachvollziehbar. Sie stand, so wie Metzeler auf der Hauptversammlung der Garant Schuh + Mode AG in Düsseldorf den zeitlichen Ablauf der Verhandlungen erläuterte, wohl auch schon länger fest, denn in der zweiten Julihälfte sind die Verhandlungen schließlich schon gescheitert. Die schon im September – für den Fall des Scheiterns der Investorensuche – ins Spiel gebrachte „Eigenlösung“ kommt somit zum Tragen. Wenn die Banken wirklich mitspielen, könnte es die elegantere Lösung darstellen. Immerhin bleiben die bisherigen Aktionäre zu einem gewichtigen Anteil an ihrem Unternehmen beteiligt, wenngleich sie noch nicht einmal eine Sperrminorität behalten.

Investoren werden weiterhin gebraucht. Ihnen wird es sicher leichter gemacht, wenn sie sich mit Hilfe der Eigenlösung nicht um Insolvenz und Kapitalschnitt kümmern müssen. Vorstand, Management und die Mitarbeiter der Garant sind offensichtlich mit Volldampf dabei, die Braut Garant attraktiv zu machen. Dass diese aber noch nicht wirklich so hübsch und begehrenswert ist, hat die fehlgeschlagene Investorensuche gezeigt. Auch sind die Rückgänge bei der Zentralregulierung wohl noch immer auf verstimmte oder skeptische Lieferanten zurückzuführen. Dies zeigte sich nicht nur bei den Zahlen der Garant selbst, sondern auch bei den Töchtern Rexor und Goldkrone. Das heißt, hier wird noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten sein.

Ihr Peter Skop

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