Schuhmarkt

Editorial 17/07: Vorgänger gesucht

Nach Erhebungen des Instituts für Mittelstandsforschung suchen jährlich rund 71 000 Familienunternehmen einen Nachfolger. Fast die Hälfte wird an familienexterne Nachfolger übergeben, davon entfielen rund 44 Prozent auf Unternehmensverkäufe.

 

 

Peter Skop, Chefredakteur

Nach Erhebungen des Instituts für Mittelstandsforschung suchen jährlich rund 71 000 Familienunternehmen einen Nachfolger. Fast die Hälfte wird an familienexterne Nachfolger übergeben, davon entfielen rund 44 Prozent auf Unternehmensverkäufe.

Etwa 31 000 Unternehmen (44 Prozent) wurden im Rahmen einer familieninternen Nachfolge übergeben. 5900 Familienunternehmen (etwa 8 Prozent) mussten in Ermangelung einer geeigneten Nachfolgelösung allein 2006 voraussichtlich stillgelegt werden. Immerhin 33 500 Beschäftigte waren davon betroffen. Das ist kein Pappenstiel. Leider hat das Institut noch keine Auswertung nach Branchen, und schon gar nicht speziell für die kleine Schuhbranche. Doch zumindest eine Auswertung, die etwas über den Handel im Allgemeinen aussagen wird, ist in Vorbereitung, wurde mir versichert.

Wie auch immer, im Schuhhandel ist das Problem mindestens genauso drängend wie in der übrigen Wirtschaft auch. Seit Jahren ist die Zahl der Unternehmen im Schuhhandel rückläufig. Der Saldo von Schließung und Neugründung ist negativ. Es stellt sich natürlich die Frage, ob und wie viele Schließungen auf die vergebliche Nachfolgersuche zurückzuführen sind. Denn dies ist sicher nur einer von vielen möglichen Gründen für Geschäftsaufgaben. Andererseits sind sich die Experten weitgehend einig, dass die Suche nach einem geeigneten Nachfolger mit der guten Unternehmensführung beginnt. Denn je attraktiver ein Unternehmen, desto einfacher die Nachfolgersuche, sei es extern oder familienintern.

Was zeichnet einen guten Unternehmer aus? Unter anderem sicher auch der Spaß an der Arbeit. Und die Freude am Umgang mit anderen Menschen, seien es die Lieferanten, Kunden, Mitarbeiter – oder eben auch die eigenen Familienmitglieder.Wenn Kinder nur Negatives mit dem Berufsleben der Eltern verbinden, scheint es mir nicht sehr verwunderlich, wenn sie keine gesteigerte Lust auf eben diese Erlebnisse empfinden. Die Nachfolgefrage entpuppt sich unter diesen Aspekten also durchaus auch als Vorgängerfrage.

Ihr Peter Skop

 

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