Schuhmarkt

EU beschließt Antidumping

Die EU ist den Vorschlägen von Handelskommissar Peter Mandelson gefolgt. Die Zölle werden hohe Mehrkosten verursachen, sagt Fair.

Die Europäische Kommission hat die Erhebung von Strafzöllen auf bestimmte Lederschuhe aus China und Vietnam beschlossen. Sie ist damit am 22. März 2006 den Vorschlägen von EU-Handelskommissar Peter Mandelson gefolgt, der die Antidumpingmaßnahmen am nächsten Tag bekannt gab.

Wie berichtet, werden, beginnend mit vier Prozent am 7. April 2006, innerhalb von fünf Monaten die Einfuhrzölle auf 19,4 Prozent auf chinesische und 16,8 Prozent auf vietnamesische Lederschuhe steigen. Kinder- und Sportschuhe, so genannte Special Technology Advanced Footwear (STAF), sollen ausgenommen bleiben. Im Oktober müssen die EU-Mitgliedsstaaten dann über endgültige Maßnahmen entscheiden.

Als völlig unverhältnismäßig hat Fair-Geschäftsführer Paul Verrips die Antidumping-Maßnahmen der EU bezeichnet. Unternehmen der europäischen Schuhindustrie, die in den Bereichen Entwicklung, Design, Import, Distribution und Handel tätig sind, würden auf Grund der Zölle in den nächsten sechs Monaten mit Mehrkosten in Höhe von 150 Mio. Euro belastet. Bestellungen seien für diesen Zeitraum längst durchgeführt und Weiterverkaufspreise bestätigt. Gleichzeitig würde der Mehrwert für EU-Schuhproduzenten gerade mal bei 4 Mio. Euro liegen. Der US-Anbieter Timberland hat bekannt gegeben, dass dessen Betriebsgewinn durch die Maßnahmen um etwa 10 Mio. US-Dollar verringert würde.

Jeffrey B. Swartz, Timberland’s Präsident und CEO, ist der Ansicht, dass Timberland-Premium-Schuhe nicht zu gedumpten Preisen nach Europa gelangen. Die prozentualen Zölle träfen Premium-Schuhfirmen wie Timberland, die die europäische Schuhindustrie nicht in Mitleidenschaft zögen, unverhältnismäßig. Laut China Internet Information Center (CIIC) sagte Außenamtssprecher Kong Quan China betreibe kein Dumping im Handel mit Lederschuhen und habe auch die europäische Lederindustrie nicht geschädigt. Die Strafzölle widersprächen dem Prinzip des fairen Handels. Zhu Feng, Sekretär des Schuhverbandes der Stadt Wenzhou meinte, eine mögliche Abnahme der Produktionsmenge werde auch die Rohstoffexporte aus der EU negativ beeinflussen.23.03.06 Peter Skop

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