Schuhmarkt

Editorial 07/06: Messe-Zirkus

Was wollen die denn alle in Mailand?, fragten meine Nachbarn im Flugzeug erstaunt. EDV-Experten auf dem Weg nach Italien, um dort den Schokoriegelverkauf eines Global Players durch Supply Chain Management zu rationalisieren und zu standardisieren. Das Wort „Schuhmesse“ löste nur ein verächtliches Gelächter aus. Schuhe, das sind Dinge, wofür Frauen immer zu viel Geld ausgeben.

Dagmar Rees, ChefredakteurinWas wollen die denn alle in Mailand?, fragten meine Nachbarn im Flugzeug erstaunt. EDV-Experten auf dem Weg nach Italien, um dort den Schokoriegelverkauf eines Global Players durch Supply Chain Management zu rationalisieren und zu standardisieren. Das Wort „Schuhmesse“ löste nur ein verächtliches Gelächter aus. Schuhe, das sind Dinge, wofür Frauen immer zu viel Geld ausgeben.Und das soll ein ernst zunehmender Wirtschaftszweig sein, der Flugzeuge füllt und Menschenmassen durch Europa ziehen lässt? Sind Messen in Zeiten der virtuellen Realität, des Internets und der globalen Lieferketten nicht sowieso überholt? Für Schuhe braucht es Messen. Schuhe muss man sehen, anfassen, anziehen können, um über den Einkauf zu entscheiden. Messen sind mehr als Imageveranstaltungen. Ob die richtigen, internationalen Einkäufer zu einer Messe kommen, entscheidet über die Umsätze der Industrie. Die Zufriedenheit der Aussteller ist letztendlich ausschlaggebend für den Erfolg einer Messe. Umgekehrt müssen die Einkäufer eine optimale Arbeitsumgebung vorfinden. Dazu gehören mehrere Messen, um einen wirklich tiefgehenden Überblick über das vielfältige europäische Schuhangebot zu bekommen. Für das Jahr 2007 ist es der Branche deshalb zu wünschen, dass GDS und Micam wieder in einem vernünftigen Abstand zueinander stattfinden, so dass Übersee-Einkäufer die Möglichkeit haben, beide Messen zu besuchen. Monopole sind auch bei Messen fatal. Für die Aussteller, weil sie keine Ausweichmöglichkeiten mehr haben, für die Besucher, weil eine Riesenmesse nicht mehr vernünftig zu bewältigen ist, für die Messe selbst, weil Monopole meist mit Hochmut einhergehen, der über kurz oder lang vor den Fall kommt. Ihre Dagmar Rees

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