Schuhmarkt

EU-Kommissar schlägt steigende Zölle vor

EU-Handelskommissar Peter Mandelson hat heute der EU steigende Zölle für bestimmte Schuhe aus China und Vietnam vorgeschlagen. 23.02.06 Peter Skop

EU-Handelskommissar Peter Mandelson hat heute der EU steigende Zölle für bestimmte Schuhe aus China und Vietnam vorgeschlagen. Wenn die Länder, der Rat der EU, den Vorschlag Mandelsons zustimmen, können die Antidumping-Maßnahmen schon im April in Kraft treten. Der Erklärung Mandelsons zufolge ist das wettbewerbswidrige Verhalten der beiden Länder belegt. Der EU-Kommissar schlägt vor, auf Schuhe aus beiden Ländern mit einem Zollsatz von 4 Prozent zu beginnen. Innerhalb von fünf Monaten soll sich der Strafzoll für chinesische Produkte auf 19,4 Prozent und für vietnamesische Produkte auf 16,8 Prozent erhöhen. Kinderschuhe und Sportschuhe hoher Qualität (Special Technical and Athletic Footwear – STAF) sollen von den Maßnahmen ausgenommen werden. Die Folgen für die Verbraucher schätzt Mandelson als gering ein. Es betreffe gerade einmal 9 Prozent der von europäischen Verbrauchern gekauften Schuhe. Obwohl die Einfuhrpreise für Lederschuhe in den letzten fünf Jahren um mehr als 20 Prozent gesunken seien, seien die Verbraucherpreise stabil geblieben oder sogar leicht gestiegen. Bei durchschnittlichen Einkaufspreisen von 8,50 Euro mache der Zoll 1,50 Euro aus und diese Schuhe seien für 30 bis 100 Euro im Handel erhältlich. Es gebe also genügend Spielraum in der Versorgungskette, den geringen Zollsatz aufzufangen, argumentiert Mandelson. Der Handelskommissar betont, dass es keine Mengenbeschränkungen gebe und auch keine Verteuerung über ein Äquivalenzprodukt der EU hinaus. Die EU-Ermittlungen hätten stattliche Intervention im Lederschuhsektor von China und Vietnam ergeben. Dazu gehörten billige Kredite, Steuerermäßigungen, nichtmarktwirtschaftliche Landüberlassungen oder unzulässige Kapitalbewertungen. Die europäischen Schuhhersteller seien davon betroffen. Seit 2001 habe die europäische Schuhproduktion um 30 Prozent nachgegeben. Etwa 40 000 Jobs seien verloren gegangen. Dies sei nicht allein auf Dumping zurückzuführen, doch verschärfe Dumping in China und Vietnam den intensiven Wettbewerb. 23.02.06 Peter Skop

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