Schuhmarkt

Editorial 06/07: Weitermachen bitte

Die Mehrheiten für die vom Insolvenzverwalter und den Führungsgremien der Garant vorgeschlagenen Kapitalmaßnahmen konnten sich sehen lassen: Von 95 Prozent aufwärts lauteten die Zustimmungsergebnisse auf der außerordentlichen Hauptversammlung der Garant in Düsseldorf.

 

 

Peter Skop, Chefredakteur

Die Mehrheiten für die vom Insolvenzverwalter und den Führungsgremien der Garant vorgeschlagenen Kapitalmaßnahmen konnten sich sehen lassen: Von 95 Prozent aufwärts lauteten die Zustimmungsergebnisse auf der außerordentlichen Hauptversammlung der Garant in Düsseldorf.

99 Prozent des versammelten Kapitals wünschten die Fortführung der Gesellschaft, ebensoviele der Stammaktionäre stimmten dem mit den Vorzugsaktionären gemeinsam getroffenen Beschluss über die Kapitalmaßnahmen separat zu. Den Verlauf der außerordentlichen Hauptversammlung spiegelte das Ergebnis keineswegs wider. Zwar gab es durchaus auch Wortmeldungen, die Insolvenzverwalter und Gremien ausdrücklich ihr Vertrauen aussprachen und für die geleistete Arbeit dankten. Doch bestimmend waren eher die kritischen Töne.

Ärger bereitete die Alternativlosigkeit der vorgestellten Pläne. Parallelstrategien gab es keine. Die Stammaktionäre, sprich die Schuhhändler, verlieren ihren bestimmenden Einfluss, eine systematische Umfrage unter ihnen, ob sie sich selbst an der Gesundung hätten beteiligen wollen, gab es nicht. Die Gespräche des Vorstands mit Namensaktionären hätten wenig Interesse ergeben. Misstrauisch zeigten sich etliche Aktionäre auch hinsichtlich der Kosten für Berater und Wirtschaftsprüfer.

Sie sind in der Tat nicht unerheblich. Von Stundensätzen von 250 bis 500 Euro, die von Metzeler genannt wurden, dürften die meisten Händler nur träumen. Allerdings soll ein Teil über die Schadenersatzklagen auch wieder hereinkommen. Nicht zuletzt traf die Stillhalteklausel, die Metzeler mit dem abgesprungenen Investor bis zum 1. Juli 2007 vereinbart hatte und an die er sich gebunden sieht, auf wenig Verständnis. Es ist zu befürchten, dass sie das weitere Verfahren unnötig verzögert. Dies alles haben die Garant-Aktionäre vernommen, abgewogen und sich für das Weitermachen entschieden, denn als Alternative stand nur die Liquidation der Gesellschaft im Raum. Hoffen wir mit ihnen, dass der Spuk der Insolvenz möglichst bald beendet sein möge.

Ihr Peter Skop

 

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