Schuhmarkt

IfM 04/07: Durchweg höhere Preise

Das Institut für Marktdaten (IfM) veröffentlicht seit Anfang 2005 seine Auswertungen. Seit 2006 veröffentlicht Schuh- Markt ausgewählte Daten in anschaulicher Form. Inzwischen nehmen über 348 Unternehmen mit nahezu 800 Filialen und einem Jahresumsatz von mehr als 365 Mio. Euro an dem Informationssystem teil. Christian Braun

 

Das Institut für Marktdaten (IfM) veröffentlicht seit Anfang 2005 seine Auswertungen. Seit 2006 veröffentlicht Schuh- Markt ausgewählte Daten in anschaulicher Form. Inzwischen nehmen über 348 Unternehmen mit nahezu 800 Filialen und einem Jahresumsatz von mehr als 365 Mio. Euro an dem Informationssystem teil.

Laut Institut für Handelsforschung liegt die Umsatzentwicklung in unserer Branche in 2006 bei ± 0 gegenüber 2005. Damit ist die befürchtete negative Entwicklung aufgrund des milden Winters nicht eingetreten und der Handel konnte den Umsatz halten. Die Abverkaufsquote der Herbst-/Winter- Saisonware liegt per Ende Januar bei 61,3%, somit gut über dem Vorjahr (Vorjahr 58,88 %).

Dagegen hat die erzielte Kalkulation mit 128,12% gegenüber dem Vorjahr leicht verloren (VJ 130,19 %). Zusammenfassend gibt es in diesen Punkten also kaum Bewegung. Massiv verändert hat sich der Durchschnittspreis der H-/W-Saisonware welcher um über 10,00 Euro auf 62,58 Euro gestiegen ist. Dies ist nicht nur auf den hohen Stiefelanteil bei den Damenschuhen zurückzuführen (40,80% Stiefel mit Kaltfutter bei den Damenschuhen), sondern spiegelt vielmehr ein generelles Trading-Up in allen Warengruppen wider. Die Verbraucher sind wieder auf der Suche nach Qualität und der Bedienungsfachhandel hat, mit Unterstützung der Industrie, rechtzeitig die Weichen gestellt. Für die zum 1. Januar des Jahres angehobene Mehrwertsteuer haben einige Lieferanten zwar die Eckpreislagen rechtzeitig angehoben und dadurch für höhere Einkaufspreise des Handels gesorgt, allerdings bleibt der befürchtete Margenverlust – der Handel konnte die gestiegenen Einkaufspreise an den Verbraucher weitergeben – aus.

Im Ergebnis verbleiben absolut gesehen höhere Erträge und damit ein höherer Deckungsbeitrag für die Handlungskosten übrig. Mit Blick auf die Dispositionen für Frühjahr/Sommer 2007, Daten, die nur das Warenwirtschaftssystem sepp vision an das IfM liefert im Vergleich zu den realisierten, abgelaufenen Werten der Frühjahr-/Sommer- Saison 2006, bestätigt sich das geplante Trading-Up des Handels. Der durchschnittliche Soll-Verkaufspreis steigt von 51,98 Euro auf 58,43 Euro (+ 6,45 Euro), wobei der Einkaufspreis (ohne Rabatte!) von 23,98 Euro auf 24,26 Euro steigt. Damit ergibt sich eine erfreuliche Anhebung der Soll-Kalkulation (ohne Rabatte!) von 134,9% auf 140,9%. Die Hoffnung ist groß, dass die Verbraucher ihre Kaufzurückhaltung aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung schnell ablegen werden, da höhere Preise durchaus akzeptiert werden, allerdings unter der Bedingung einer höheren Produktqualität. Letztlich sollten die Erträge der Frühjahr-/Sommer-Saison 2007 nicht unterhalb der Erträge des Vorjahres liegen.

Die anstehende Order für Herbst/Winter 2007/2008 steht unter schwierigen Vorzeichen. Zwar sind die Läger in bestimmten „Winter“-Warengruppen nicht sauber, dennoch gibt es einen großen, notwendigen Bedarf zum Ordern, damit auch die Umsätze der kommenden Herbst-/Winter-Saison nicht durch ein reduziertes Angebot in den gut abverkauften Warengruppen leiden. Hervorzuheben sind die nicht gefütterten Stiefel mit einem wertmäßigen Damenschuhanteil von fast 41 % in der abgelaufenen Herbst-/Winter-Saison und einer Abverkaufsquote von über 74% per Ende Januar. Kernfrage bleibt hier, ob die Mode wieder so stark in diesem Schuhtyp sein wird. Wir empfehlen Ihnen dringend eine detaillierte Einkaufsplanung durchzuführen, damit auch in den richtigen Warengruppen ein ausreichendes, attraktives Angebot zur Verfügung stehen wird. Ihr Warenwirtschaftssystem bietet sicherlich umfangreiche Funktionalitäten zur Einkaufsplanung und -kontrolle an. Christian Braun

 

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