Schuhmarkt

Editorial 27/06: Schöne Perspektiven

Es geht wieder aufwärts. Das Stimmungsbarometer steigt. Die deutsche Wirtschaft strotzt vor Kraft, titelte kürzlich die FAZ. Wachstumsprognosen für das kommende Jahr liegen laut Kieler Institut für Weltwirtschaft bei 2,1 Prozent. Der deutsche Einzelhandel erwartet, Sprecher Hubertus Pellengar zufolge, einen guten Jahresausklang.

Es geht wieder aufwärts. Das Stimmungsbarometer steigt. Die deutsche Wirtschaft strotzt vor Kraft, titelte kürzlich die FAZ. Wachstumsprognosen für das kommende Jahr liegen laut Kieler Institut für Weltwirtschaft bei 2,1 Prozent. Der deutsche Einzelhandel erwartet, Sprecher Hubertus Pellengar zufolge, einen guten Jahresausklang.

Unternehmen, die Elektronik und Flachbildschirme herstellen, sind zweistellig gewachsen. Doch auch die Modebranche hatte ihre Flachbildschirme und Navis: Stiefel und Accessoires. Stiefel waren das Trendthema des Jahres schlechthin, und Taschen katapultieren sich nicht minder in sagenhafte Umsatzsphären. In den Modemetropolen sind die Schaufenster voll davon. In London zahlen die Frauen der Equitiy Fonds-Manager für Kultbeutel von Yves Saint Laurent, Balenciaga oder Fendi bis zu 14 000 Pfund (22 220 Euro).

Schuhe sind in England ein noch größerer Wachstumsmarkt. Sie sind in den letzten fünf Jahren schneller gewachsen als in jedem anderen europäischen Land. Seit 2001 um 38 Prozent. Bei Taschen stiegen die Umsätze sogar um knapp 150 Prozent. Auch Italien hat die Talsohle überwunden. Mit der Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten erhofft sich die Schuhbranche frische Impulse und bessere Konsumlaune. Mehrwert heißt die neue Botschaft, die das Kaufverhalten der nächsten Saison beeinflussen wird. Anspruchsvolle Kunden geben wieder mehr Geld aus, weil Qualität und Beständigkeit wichtige Kriterien werden: Buy buy ex und hopp. Den Luxus leiste ich mir, hört man häufiger sagen. Understatement, handwerkliche Verarbeitung statt Glitzershirt und Pling Pling?

Dieser Wertewandel sei verbunden mit der Suche nach Halt und Sicherheit, belegt eine Zeitgeiststudie des Magazin Stern. Heiraten und Kinderkriegen sind bei jungen Leuten wieder angesagt, während die wachsende 50+ Generation den Konsumtripp entdeckt hat. Hier entwickelt sich eine Verwöhngesellschaft, die – sofern sie über das entsprechende Einkommen verfügt – freudig ausgabebereit ist.

Das neue Jahr bringt interessante Herausforderungen. Dazu wünschen wir Ihnen Mut und Optimismus. Viele Unternehmen sind gut aufgestellt, und im Handel sind neue, erfolgsversprechende Konzepte entstanden. Doch was das Geschäft so spannend macht, sind vor allem Begehrlichkeiten, die unsterblich sind. Und das ist das wunderbare an der Mode. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches neues Jahr.

Ihre Ilona Sauerbier

 

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