Schuhmarkt

Schuhpreise kaum verändert

Die BDSE-Vorsitzende Brigitte Wischnewski berichtete anlässlich der GDS über die Lage im deutschen Schuhfacheinzelhandel. 21.09.07 Peter Skop

Mit einem Umsatzplus von 18 Prozent hat der deutsche Schuhfacheinzelhandel im April sein bestes Ergebnis erzielt. Auf das halbe Jahr betrachtet, reduziert sich der positive Unterschied zum gleichen Vorjahreszeitraum allerdings auf vier Prozent, berichtete die Vorsitzende des Bundesverbandes des Deutschen Schuheinzelhandels, Brigitte Wischnewski.

Der Sommer habe quasi ausschließlich im April stattgefunden. Danach sei mit sommerlichen Modellen kein Geschäft mehr zu machen gewesen. Schmerzhaft habe sich die Mehrwertsteuererhöhung ausgewirkt. Um sie bereinigt lag das Umsatzplus des Halbjahres nur noch bei 1,4 Prozent. Teils seien die Einkaufspreise gesenkt, teils die Spannen des Handels gesenkt worden. Aufgrund des Wettbewerbs sei es nur in wenigen Fällen zu Preiserhöhungen gekommen.

Laut Bundesamt für Statistik lag der Verbraucherpreisindex für Schuhe im Juli 2007 bei 99,8 und im Juli 2006 bei 99,6 (2000 = 100). Wischnewski betonte die weitere Konzentration im Schuhhandel. Laut den erst vor wenigen Monaten veröffentlichten Umsatzsteuerstatistik waren 2005 noch 6011 Unternehmen mit einem Umsatz von knapp 6,4 Mrd. Euro tätig. Der Schuheinzelhandel hat bei einem Gesamtvolumen von rund 8,5 Mrd. Euro somit einen Anteil von rund 75 Prozent. Dabei lagen 81 Prozent der Unternehmen in einer Umsatzgrößenklasse von bis zu 500 000 Euro, ihr Umsatzanteil machte nur knapp 15 Prozent aus.

Die 41 größten Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 10 Mio. Euro und mehr vereinigen jedoch einen Marktanteil von 57 Prozent auf sich. Dennoch habe der mittelständische Schuhfachhandel mit seinem speziellen Leistungsspektrum gute Chancen, wie Studien unabhängiger Institute zeigten. Zudem seien Schuhe für über 80 Prozent der Bevölkerung wichtig oder sehr wichtig. Während Frauen im Schnitt wesentlich häufiger Schuhe kaufen, geben die Männer mehr pro einzelnem Paar aus. Allerdings scheint Deutschland Modeentwicklungsland zu sein, denn nur 28 Prozent der Deutschen sagen, dass Schuhe der aktuellen Mode entsprechen sollten – in Europa sagen dies immerhin 30 Prozent und bei den modebewussten Schweden sogar 40 Prozent. Wichtig für den Schuhhandel werde unter anderem eine Erhöhung der Lagerumschlagsgeschwindigkeit (LUG) sein. Auch die Systempartnerschaften mit der Schuhindustrie erlangten eine zunehmende Bedeutung. 21.09.07 Peter Skop

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