Schuhmarkt

Frischer Wind bei Clarks

Vieles ist neu bei Clarks: die Kollektionsaufteilung, der Deutschlandstandort und demnächst die Geschäftsleitung. Der internationale Einfluss auf England wächst. 21.08.07 Peter Skop

Im neuen Wiesbadener Standort hat die Clarks Shoes Vertriebs GmbH nun ihren neuen Showroom eröffnet. Er ist im neuen Design eingerichtet, nach dem die Clarks-Stores künftig gestaltet werden sollen.

Klares nüchternes Weiß ist die beherrschende Farbe. In den gut ausgeleuchteten Regalen setzen die Schuhe selbst die Farbakzente. Diese und die zugehörigen Poster machen auch klar, um welche der drei neu etablierten Kollektionslinien es sich handelt. Eingeteilt ist die Kollektion sowohl bei den Damen wie auch bei den Herren nun in Sports, Casual und Smart.

Smart umfasst die businesstaugliche Linie; die beiden anderen Kategorien erklären sich selbst, wobei die Grenzen manchmal ein wenig fließend sind. Bei ersten Vorlagen bei den Einkaufsvereinigungen habe sich gezeigt, dass die Händler mitziehen, freut sich Vertriebsleiter Robert Bendl. Die Linie Clarks Originals bleibt wie gewohnt daneben stehen und einige Modelle werden auch weiterhin den Namen Privo tragen.

Volumenmäßig sind in Deutschland die Casuals bei den Damen am stärksten. Besonders für die Smart-Linie sieht man hierzulande noch viel Potenzial, erklärt Bendl, der die Geschäftsführung derzeit noch kommissarisch inne hat. Diese Position nimmt vom 1. November an Petra Fraune ein, die zuvor bei dem Swim- und Beachwear-Anbieter Speedo Deutschland Geschäftsführerin war. Schuherfahrung bringt sie von dem Sportschuhanbieter Diadora mit. Fraune löst damit Dieter Klingenberg ab, der Anfang Juli das Unternehmen verlassen hat.

In Deutschland sei Clarks noch immer ein feiner exklusiver Anbieter, so Bendl. Clarks will verstärkt über den Ausbau von Monomarken-Stores expandieren. Derzeit gibt es zehn, die aber auch teilweise älter als 15 Jahre und kleiner sind, als es den heutigen Bedürfnissen entspricht. Der neue Flag-Ship-Store in Hamburg misst rund 160 qm. Das Idealmaß sind 100 qm, jedoch komme es immer auch auf den Standort an, so Bendl. Pro Jahr sollen nun fünf neue Stores hinzukommen. Auch das Shop-in-Shop-Geschäft soll weiter florieren. Clarks hat in den letzten Jahren kräftig in England in Lager und Software SAP investiert, um die Liefergeschwindigkeit zu erhöhen. Das Lagergeschäft gewinnt für das Unternehmen zunehmend an Bedeutung, es ist in der letzten Saison um 50 Prozent gestiegen. „Die wichtigsten Modelle der Vergangenheit werden ab Lager bestellt“, der Markt suche nach neuen Dingen, so Bendl.

Noch nicht spruchreif ist die Einführung von Taschen und anderen Accessoires. Ein Test im Hamburger Store verlief „hervorragend“: Innerhalb von drei Wochen waren die Taschen dort verkauft. Textilien werden nicht kommen, ist Bendl überzeugt. „Der Einfluss der internationalen Märkte auf England wächst“, begründet Bendl, warum nun auch ausgefallenere Dinge von Clarks angeboten werden. Im Stammland England laufen dagegen andere Schuhe, die in Deutschland, Österreich oder die Schweiz weniger Freunde finden. Von rund 45 Mio. Paar weltweit setzt Clarks in den DACH-Ländern etwa 900 000 ab. Die Preise seien zuletzt nicht verändert, wohl aber die Kalkulation erhöht und die Ausstattung verbessert worden.

Das Sohlenkonzept Active Air und Wechseleinlagen spielen hier eine große Rolle. „Innenleben Hi-Tech, aber handwerkliche Darstellung“, umreißt Bendl die Eigenschaften. Vertrieben werden Clarks-Schuhe in sechs Vertretungsgebieten in Deutschland, eineinhalb in Österreich, einem in der Schweiz. Zu zwei Merchandisern werden wahrscheinlich noch zwei weitere hinzu stoßen. Zwei Vertriebsgebiete wurden aufgelöst. Ansonsten ist man in den wichtigsten Orderzentren vertreten. 21.08.07 Peter Skop

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