Schuhmarkt

Schuhhandel kräftig unter Druck

Der Schuhfacheinzelhandel hat im ersten Halbjahr 2006 ein Umsatzminus eingefahren. Preiserhöhungen infolge der Mehrwertsteuer könnten am Wettbewerb scheitern. 20.09.06 Peter Skop

Der Schuheinzelhandel konnte nur wenig von der Fußballweltmeisterschaft profitieren. Dieses Fazit zog die Vorsitzende des Bundesverbandes des Deutschen Schuheinzelhandels BDSE, Brigitte Wischnewski auf der traditionellen GDS-Eröffnungspressekonferenz.

Im ersten Halbjahr mussten die Schuhhändler sogar ein Minus von drei Prozent hinnehmen, was vor allem auf die Witterung im März und April zurückzuführen war. Als Umsatzmotor in diesem Herbst/Winter haben sich die Stiefel erwiesen. Der Umsatzsteuerstatistik zufolge waren 2004 im Schuheinzelhandel 6136 Unternehmen mit einem Umsatz von rund 5,2 Mrd. Euro tätig, so die BDSE-Vorsitzende.

Dies entspricht einem Marktanteil von etwa 60 Prozent am Marktvolumen von 8,6 Mrd. Euro (zu Endverbraucherpreisen). Die Konzentration im Schuhhandel machen folgende Zahlen deutlich: 4951 Unternehmen (81 %) lagen in der Umsatzgrößenklasse bis 500 000 Euro. Ihr Umsatzanteil betrug knapp 16 Prozent, während die 38 größten Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 10 Mio. Euro und mehr einen Marktanteil von etwa 55 Prozent innehaben. Im Jahr 2000 waren noch 7247 Unternehmen mit einem Umsatz von 5,7 Mrd. Euro am Markt. Das wichtigste betriebswirtschaftliche Thema sei die Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19 Prozent, so Wischnewski. Der Handel gehe davon aus, dass es nicht möglich sein werde, die Preise sofort vom 1. Januar 2007 an zu erhöhen. Die Last müsse gemeinsam mit den Lieferanten getragen werden, wobei bewährte Eckpreislagen beibehalten und neue Schwellenpreise definiert werden müssten.

Preiserhöhungen seien auch sonst enge Grenzen gesetzt. Dabei brauche sich der Schuhhandel nicht zu verstecken. Der Verbraucherpreisindex sei von 2003 bis Juni 2006 deutlich von 103,6 auf 101,1 gesunken, während sich die gesamte Lebenshaltung von 104,5 auf 110,3 Punkte verteuert hat. Die betriebswirtschaftliche Situation des Schuhhandels bleibe schwierig. In 2005 habe er nur ein negatives Betriebsergebnis von minus 3,1 Prozent (2004: -4,1 %) erzielt. Wie Wischnewski weiter erläuterte, wird verkaufsfördernde Präsentation für den Schuhhandel immer wichtiger. Gleiches gilt für Systempartnerschaften mit der Industrie. In der Schuhbranche eigneten sich allerdings nur wenige Marken für Monolabelstores, Labelstores mit zwei bis vier Marken seien eine Alternative. Fünf von zehn der bekanntesten Schuhmarken sind Sportmarken wie Adidas oder Puma.

Stärkster Umsatzfaktor im Schuheinzelhandel sind die Frauen. Damenstraßenschuhe haben eine Umsatzanteil von 54 Prozent, Herrenschuhe dagegen nur 17 Prozent, Kinderschuhe 12 Prozent. 66 Prozent der Frauen haben Spaß am Schuhkauf, während 61 Prozent der Männer ihn als lästig empfinden. 20.09.06 Peter Skop

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