Schuhmarkt

Deutsche Schuhindustrie gut gestartet

Weniger Betriebe der Schuhindustrie erhöhen im ersten Halbjahr die Produktion und beschäftigen mehr Personal. Die Preise können nicht auf Dauer weiter sinken. 19.09.07 Peter Skop

Der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Schuhindustrie (HDS) konnte ein für die deutsche Schuhindustrie positives Resümee des ersten Halbjahres 2007 ziehen. Nachdem in 2006 erhebliche Produktionsrückgänge zu verzeichnen waren, stieg die Schuhproduktion in der ersten Jahreshälfte im Vorjahresvergleich um 6,4 Prozent. Auch die Umsätze stiegen um 1,7 Prozent auf 1,45 Mrd. Euro. Während die Umsätze im Inland mit 1,05 Mrd. Euro nahezu konstant blieben, kletterten sie mit ausländischen um 6,1 Prozent auf knapp 400 Mio. Euro.

Der Auslandsanteil am Umsatz betrug somit 27 Prozent, nach 26 Prozent im ersten Halbjahr 2006. Die Zahl der Betriebe sank von 55 auf 57, während die Beschäftigtenzahl um 4,4 Prozent auf über 10 000 stieg. In diesem Zusammenhang machte Junkert deutlich, dass es bereits schwierig sei, qualifizierte Fachkräfte und geeignete Auszubildende zu gewinnen.

Bei den genannten Zahlen ist zu bedenken, dass die amtliche Statistik nur noch Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten erfasst. Die Vergleichszahlen von 2006 wurden entsprechend angepasst. Früher gingen Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten in die Statistik ein und für 2006 wurden so zum Beispiel noch knapp 100 Betriebe gezählt.

China liefert mehr

Die Einfuhren nach Deutschland haben sich in den ersten sechs Monaten des Jahres um 16,8 Prozent auf 267 Mio. Paar erhöht. Die Durchschnittspreise, die letztes Jahr noch nach oben wiesen, sind um 11,5 Prozent von 9,20 Euro auf 8,14 Euro gesunken. Wesentlich verantwortlich dafür sind die um etwa 23 Prozent gesunkenen Preise von Schuhen aus China (3,96 Euro, 2007: 5,14 Euro). Dies wiederum liegt daran, dass die Einfuhren von Schuhen mit Lederoberteil, die mit Strafzöllen durch die EU belegt sind, sich um 37 Prozent verringerten. China hat mittlerweile einen Einfuhranteil sowohl in der Menge von 50 Prozent, im Wert von 24,2 Prozent (24,9 %).

Zweitwichtigstes Lieferland ist mit 37 Mio. Paar (+2,7 %) Vietnam. Dessen Anteil liegt bei 14 Prozent. Leicht rückläufig waren die Einfuhren aus Italien (Anteil 8 %); stark ging mit 15 Prozent der Import aus Spanien zurück (2006: –30 %). Die Exporte Deutschlands stiegen von 68 Mio. Paar um 5,6 Prozent auf 72 Mio. Paar im ersten Halbjahr. Der Durchschnittspreis erhöhte sich von 14,35 Euro um 4,1 Prozent auf 14,95 Euro.

Österreich ist mit einem Anteil von 17 Prozent der größte Abnehmer (–11 % Paar Schuhe). Polen, Frankreich, Niederlande und Großbritannien folgen auf den Plätzen. Starke Steigerungen gab es in die baltischen Staaten. Die Herstellungspreise für Schuhe erhöhten sich leicht um 0,4 Prozent, ebenso die Verbraucherpreise, die um 0,8 Prozent stiegen. Seit 2002 sind die Verbraucherpreise um 3,5 Prozent gesunken. „Dies kann sich nicht auf Dauer fortsetzen“, erklärte Junkert.

HDS zukunftsfit machen

Ralph Rieker, Vorsitzender des HDS, betonte die Aufgabe des vor einigen Monaten neu gewählten Vorstandes, die Verbandsstrukturen für die Herausforderungen der Zukunft neu zu ordnen, Transparenz für die Mitgliedsunternehmen zu schaffen und die Aufgaben und Tätigkeitsfelder des HDS auf die Bedürfnisse der Mitglieder in der Zukunft auszurichten. An die Adresse des Handels gewandt sagte er: „Unsere Aufgabe kann nicht darin liegen, als Bollwerk gegen den Handel aufzutreten, sonder wir wollen gemeinsam die Zukunft gestalten.“

Bei seiner Arbeit wird Rieker von den Stellvertretern Stefan Markert (Carl Semler) und Wilhelm Möhlmann (Marc Shoes) sowie von den Vorständen Achim Gabor (Gabor), Miachel Huth (Louis Steitz Secura), Harald Riess (Rieker), Robert Röseler (Ara), Carl August Seibel (Josef Seibel) und Hans-Joachim Wolter (Waldi) unterstützt. 19.09.07 Peter Skop

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