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Besucherschwund auf Berliner Bread & Butter

Während die Veranstaltung in Barcelona alle Rekorde gebrochen hat, verzeichnete die Bread & Butter Berlin einen Besucherrückgang. Müller verkündet große Pläne.19.07.06 Lisa Dartmann/Peter Skop

Barcelona ist die neu gekrönte Modehauptstadt Europas. Mit 53 774 Besuchern, rund 10,5 Prozent mehr als bei der vorherigen Veranstaltung im Januar, hat sich die Bread & Butter in die Top-Liga der Modemessen gekickt. „Unsere Erwartungen wurden mehr als übertroffen“, freute sich B&B-Chef Karl-Heinz Müller, der die Veranstaltung zur Fashion Week Europe ausbauen will.

Einen sensationellen Auftakt gab es bereits am ersten Messetag mit über 20 000 internationalen Fachbesuchern, wobei Spanien und Portugal mit gut 30 Prozent führten, gefolgt von Italien mit fast 20 Prozent. Also verdienter dritter Platz für Deutschland mit knapp 10 Prozent aller Besucher.

Dagegen wurden schon am ersten Tag der Berliner Veranstaltung nur 8000 Besucher gezählt. Am Ende waren es dann rund 20 000, nach 26 000 bei der Veranstaltung im vergangenen Jahr. Stärkstes Kontingent war die deutsche Besucherschar. Knapp 62 Prozent kamen von hier, während aus Benelux und Italien etwas mehr als 7 Prozent der Besucher anreisten. Müller bezeichnete die Messe als „die schönste“ Bread & Butter „seit Bestehen“. Auch zahlreiche Vertreter namhafter Department Stores seien zugegen gewesen. Für Berlin gab Müller in seiner Abschlusserklärung die Losung „Jetzt erst recht“ aus. Auf den Lorbeeren ausruhen wird sich das Team rund um Müller nicht. Der Erfolg beflügelt ihn.

Für die nächste Veranstaltungen vom 17. bis 19. Januar in Barcelona und vom 26. bis 28. Januar in Berlin hat er schon wieder neue Pläne im Kopf. Mit einem neuen Logo, angelehnt an die griechische Mythologie mit Europa und dem Stier, und mit dem Selbstbewusstsein „wir sind Europa“ wird der ganze Kontinent in Angriff genommen. Unter dem Dach der Fashion Week Europe plant die Bread & Butter verschiedene eigenständige Formate. Auf dem Gelände der Fira de Barcelona finden zukünftig ausschließlich die Bread & Butter Barcelona und veryKids statt, welche in Berlin eingestellt wird. Das neue Format Upstairs wird in zwei noch nicht belegten Hallen unterhalb des Palacio Nacional realisiert. Bread & Butter Barcelona umfasst dann die Bereiche Denim, Sport & Street, Street culture und Fashion. Upstairs ist das Format für Luxury Denim und Upper Urbanwear. Auch den Zweitlinien der etablierten Designer wird hier ein adäquates Forum geboten. Für Müller soll dies die stärkste europäische Fashion Show werden.

In Planung ist auch eine Veranstaltung für Designer, die in interessanten Locations über die ganze Stadt verteilt sein soll. Müllers Idee: „Wir wollen die ganze Stadt komplett mit einbeziehen, ich denke da an Plätze wie Museen, Parks oder Galerien. Der endgültige Titel steht noch nicht fest. Neben jungen Designern und viel versprechenden unbekannten Talenten werden hier auch etablierte Designer eine Rolle spielen. Das Konzept sieht außerdem die Integration von Kunst, Fotografie und Architektur sowie Catwalks, Fashion Shows, Performances und Events vor.“ Karl-Heinz Müller ist sich sicher: „Designer sprechen eine andere Sprache – sie benötigen ein anderes Ambiente als den roughen Charme der Hallen der Fira de Barcelona.“ Um die Eigenständigkeit hervorzuheben, wird die Organisation von einem eigenen Team unter Leitung von Mirela Abadi gesteuert, für das Team wurde die Belle Etage eines wunderschönen Hauses in Barcelonas im Stadtteil El Borne angemietet. „Unser Ziel ist es, die Designer schon im Januar 2007 zu realisieren.“ Erste Gespräche laufen bereits.

Weiterhin sieht die Fashion Week Europe die Integration kommerziell orientierter internationaler Marken wie Esprit, Mexx oder s.Oliver vor. Hierfür steht das neue Gelände der Fira de Barcelona zur Verfügung. Karl-Heinz Müller: „Ein Gesamtkonzept der Fashion Week Europe entspricht der Realität, wir wollen das komplette Bekleidungsangebot zeigen.“ Erklärtes Ziel ist es, Barcelona als Fashion-Metropole in Europa mit eigenem Fashion Award zu etablieren. In Berlin dementierte Müller Gerüchte über ein Ende der Berliner Veranstaltung. „Die Plattform Berlin wird gebraucht und bleibt wichtig“, betonte er. Die Anzahl der Besucher sei nur eine Größe. Wichtig seien auch die Anbahnungen und Geschäfte auf einer solchen Messe, und diesbezüglich sehe es fantastisch aus. Er nannte als Kernbereiche die Ausstellungsteile Denim, Sport Lifestyle und Street Culture.

Künftig werde die Bread & Butter vom Anmeldeverfahren für die Aussteller abrücken und diese selbst auswählen – „kuratieren“, erklärte Müller. Die Pirelli- Halle werde zukünftig nicht mehr als Ausstellungshalle genutzt, stattdessen sollen sie unter dem Namen Playground einen Raum für Veranstaltungen bieten. Vor einigen Wochen wurde die Bread & Butter Enterprises gegründet, berichtete Müller. Sie fungiert als Dach über den diversen Aktivitäten der Bread & Butter. Dazu zählen die einzelnen Messen wie auch künftige Projekte wie ein Business Forum oder ein Bread & Butter Award. 19.07.06 Lisa Dartmann/Peter Skop

 

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