Schuhmarkt

Editorial 13/07: Die Evolution fordert Anpassung

Die bisherige starre Einteilung der Sortimente führt zum Lageranbau beim Schuhhandel. Cornelius Uphoff, Schuhhändler in Leer, hatte schon seit längerem das Gefühl, dass es nicht nur an seinen Fähigkeiten Schuhe zu verkaufen liegen könnte, wenn am Ende der Saison bestimmte Randgrößen übrig blieben. Er kam zu dem Schluss, dass mit den Sortimentsmischungen kein bedarfsdeckendes Angebot erstellt werden kann.

 

 

Peter Skop, Chefredakteur

Die bisherige starre Einteilung der Sortimente führt zum Lageranbau beim Schuhhandel. Cornelius Uphoff, Schuhhändler in Leer, hatte schon seit längerem das Gefühl, dass es nicht nur an seinen Fähigkeiten Schuhe zu verkaufen liegen könnte, wenn am Ende der Saison bestimmte Randgrößen übrig blieben. Er kam zu dem Schluss, dass mit den Sortimentsmischungen kein bedarfsdeckendes Angebot erstellt werden kann.

Sein guter Draht zur Uni Groningen führte zu einer Studie, die ihn in dieser Ansicht bestätigte. Immerhin 1000 Füße eines repräsentativen Bevölkerungsdurchschnitts wurden von den Studierenden vermessen und ausgewertet. Wenn es stimmt, dass mit den bestehenden Mischungen der Bedarf in der Bevölkerung nicht richtig abgedeckt wird, sind Unter- und Überversorgungen, sprich Nichtverkäufe bei den gängigen Größen und Lagerbildung bei den Randgrößen, fast unvermeidlich.

Mehr Klarheit dürfte eine – allerdings noch umfassendere – Untersuchung des Pirmasenser Prüf- und Forschungsinstituts bringen. Über 5000 Personen wurden dafür deutschlandweit vermessen. Die Messreihe ist gerade abgeschlossen worden, wie die Leiterin des Projekts, Dr. Monika Richter, erklärt. Die Auswertungen werden wohl erst im Oktober feststehen. Nach einem ersten subjektiven Eindruck, könnten die Groninger Ergebnisse aber bestätigt werden, meinte Frau Richter. Die Untersuchung wurde übrigens initiiert, weil noch mehr Schuhhändler wie Uphoff das Gefühl hatten, dass etwas nicht stimmt mit den Sortimentseinteilungen. Auch von Seiten der Industrie gibt es bereits Anfragen, und der Bundesverband des Deutschen Schuheinzelhandels begleitet das mit modernsten Mitteln durchgeführte Projekt ebenfalls. Wir dürfen auf die Ergebnisse gespannt sein.

Peter Skop

 

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