Schuhmarkt

Weniger chinesische Lederschuhe für Italien

Der scheidende Anci-Präsident Rossano Soldini sieht erste Erfolge der EU-Antidumpingmaßnahmen für Italien. Die Exporte nach Deutschland sind weiter gesunken.. 19.06.07 Thesy Kness-Bastaroli

Die von der zuständigen EU-Kommission im vergangenen Frühjahr erlassenen Einfuhrbeschränkungen für Importe von Lederschuhen aus China und Vietnam zeigen bereits ihre ersten Erfolge.

Der scheidende Präsident des Schuhherstellerverbandes ANCI, Rossano Soldini zog anlässlich der Jahreshauptversammlung in Mailand eine Bilanz seiner vierjährigen Präsidentschaft. Die Importe der von den Beschränkungen betroffenen Artikel sind um 16 beziehungsweise 18 Prozent im Jahresvergleich zurückgegangen. Der Fachverband drängt auf eine Verlängerung der Maßnahmen, auch wenn die kritischen Stimmen immer lauter werden. Der künftige ANCI-Präsident Vito Artioli ließ keinen Zweifel daran, dass er die von Soldini eingeleitete Antidumpingpolitik und den Kampf für die Einführung der obligatorischen Ursprungsbezeichnung fortsetzen wolle.

Das Jahr 2007 hat für Italiens Schuhbranche positiv begonnen. Die Exporte sind in den ersten zwei Monaten erstmals wieder mengenmäßig gewachsen und haben um 2,1 Prozent zugelegt. Wertmäßig belief sich das Plus auf 8,5 Prozent. Auch die Importe haben infolge der Konsumbelebung um wertmäßig 4,8 Prozent und mengenmäßig 8 Prozent zugelegt. Diese Entwicklung zeigt, dass sich die Einfuhren immer mehr auf Niedrigpreiswaren konzentrieren und der Bedarf im mittleren und höheren Segment weitgehend durch die Inlandsproduktion gedeckt wird. Die italienischen Schuhexporte nach Deutschland, dem wichtigsten ausländischen Absatzmarkt, gaben auch 2006 wieder nach und verringerten sich wertmäßig um 1,6 Prozent und mengenmäßig um 11 Prozent.

Ausnahmen zum negativen Trend bildeten Kinderschuhe. Die Exporte nach Deutschland erhöhten sich um 16 Prozent auf 6,6 Mio. Euro. Mehrere italienische Kinderschuhfirmen, unter anderem Siport aus Mailand und Primigi aus Perugia versuchen derzeit mittels verstärktem Marketingaufwand den deutschen Markt zu bearbeiten. Auch Nero Giardini will auf dem Kinderschuhmarkt einsteigen und ab 2008 den deutschen Markt bearbeiten. Die Strukturbereinigung am italienischen Schuhsektor ist nach Ansicht von Branchenexperten noch nicht abgeschlossen, auch wenn sich die Dynamik verlangsamt hat. Innerhalb der letzten zehn Jahre ist die Anzahl der Betriebe von 8500 auf 6657 geschrumpft. Und die Anzahl der Beschäftigten hat sich um 28 000 Arbeitnehmer auf 94 100 zu Jahresende 2006 verringert.

Die vorrangig kleine beziehungsweise mittelständische Struktur der italienischen Schuhindustrie hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre nicht verändert: Während im Jahr 1996 ein Unternehmen durchschnittlich 14,4 Personen beschäftigte, waren es im Vorjahr 14,1 Personen. Die kleine Struktur der Unternehmen erschwert auch Forschungs- und Marketinginvestitionen. Aus diesem Grund plant der Schuhherstellerverband ANCI mit Unterstützung des Außenhandelsinstitutes ICE mehrere Multimarkengeschäfte im Ausland mit dem Markennamen “I love Italian Shoes„ zu gründen. Im vergangenen März wurde das erste dieser Multimarkengeschäfte in Omsk, in Russland auf einer Fläche von 280 qm eröffnet. Innerhalb der kommenden zwölf Monate sollen weitere vier Geschäfte in Russland entstehen. Geplant sind auch entsprechende Multimarkenboutiquen in Südafrika, in Johannesburg, Kapstadt und Pretoria. 19.06.07 Thesy Kness-Bastaroli

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