Schuhmarkt

Editorial 08/07: Why not?

Sind Schuhhändler nicht mehr neugierig? Haben sie keine Lust auf schöne Schuhe? Diese Fragen erörterte ich während der anwr Fashion Days mit Handelsvertreter Ralph Hübel, der – nomen est omen – die Marke why not vertritt.

 

 

Peter Skop, Chefredakteur

Sind Schuhhändler nicht mehr neugierig? Haben sie keine Lust auf schöne Schuhe? Diese Fragen erörterte ich während der anwr Fashion Days mit Handelsvertreter Ralph Hübel, der – nomen est omen – die Marke why not vertritt.

Er war ein wenig frustriert von der Resonanz auf die ausgestellten Stücke. In den Niederlanden durchaus namhaft und erfolgreich, schien sich kaum ein Händler für die Kollektion zu interessieren. Dabei handelt es sich um durchaus attraktive modische Ware zu moderaten Preisen. Das Problem war noch nicht einmal die mögliche Ablehnung, wie er sagte, sondern schlichtes Desinteresse am neuen Aussteller.

Auch modische Bequemschuhhersteller bemerken eine gewisse Übervorsicht beim deutschen Handel. Trauen wir dem Verbraucher nichts mehr zu? Dies soll keineswegs eine Händlerschelte sein. Es gibt gute Gründe, vorsichtig zu agieren, und das Limit ist schnell erreicht, wenn man statt Geschäftskalkül der Emotion freien Lauf lässt. Doch frage ich mich schon, ob mit ein wenig Mut zur Abweichung nicht das eigene Profil besser zu schärfen sein müsste. Was garantiert alle Kollegen schon bestellt haben, steht dann eben auch bei allen in Regal und Schaufenster.

Wer nur abwartet, was beim Nachbarn gut geht, und sich dann langsam auch an die Marke heranmacht, kommt eben nur als zweiter in den Blick der Verbraucher. Eine gewisse Uniformität ist in den Innenstädten nicht zu leugnen. Machen wir uns nichts vor: Kaum jemand braucht wirklich neue Schuhe. Die Kunden müssen gelockt und verführt werden.

Mit der Damenmode funktioniert dies auch weitgehend. Bei den Herren tun sich alle ein wenig schwerer. Doch auch da gibt es Mittel und Wege, die Kundschaft aus der Reserve zu locken. Mit neuen Angeboten, mit Events, die aus dem Schuhkauf ein Erlebnis machen, von dem man seinen Freunden erzählt. Dass auch wir von der Journaille nicht ganz frei sind vom Konservatismus, will ich nebenbei bemerkt nicht leugnen. Auf why not machte mich einer Ihrer Kollegen aufmerksam und ich dachte mir „Warum eigentlich nicht?“

Ihr Peter Skop

 

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