Schuhmarkt

Clearing Center für Schuhbranche steht

Der Durchbruch für die Datenkommunikation im Schuhhandel scheint geschafft. Das neue ECC soll den Datenaustausch zwischen Schuhhandel und Lieferanten verbessern. 19.02.08 Peter Skop

Der Durchbruch für die Datenkommunikation im Schuhhandel scheint geschafft. Eine Allianz aus Verbundgruppen, Industrie und der Etos GmbH, Kamen, hat das Europäische Clearing Center (ECC) in Gang gesetzt.

Mit 70 Prozent beteiligt an dem eigenständigen Unternehmen ist die ETS GmbH & Co. KG, eine Tochtergesellschaft von Etos, die Ariston-Nord-West-Ring eG mit fünfzehnprozentigem Anteil und die SchuMo – Gesellschaft zur Förderung der deutschen Schuhindustrie mbH mit ebenfalls 15 Prozent Anteil.

Letztere ist eine Gesellschaft des Hauptverbandes der Deutschen Schuhindustrie e.V. (HDS). Es handele sich hierbei um ein Projekt der gesamten Branche, heißt es in einer Mitteilung der ANWR. Ein Fachbeirat, der aus jeweils einem Vertreter des HDS (Vorsitz), des Zentralverbands Gewerblicher Verbundgruppen (ZGV), von Etos und einem Sprecher der Warenwirtschaftssystemanbieter gebildet wird, solle den Konsens unterstreichen. Alle Warenwirtschaftssysteme sollen, trotz der führenden Rolle, die Etos einnimmt, völlig gleichgestellt sein, so dass das ECC systemübergreifend von allen Händlern genutzt werden kann.

Technologische Basis ist das bisher von Etos allein betriebene Etos-Clearing-Center sowie die ebenfalls von Etos betriebene Erix-Marktdatenbank. Als Geschäftsführer des ECC treten Etos-Geschäftsführer Jörg Fromman und Hartmut Lötters, Bereichsleiter Business Development der anwr Schuh GmbH, an. Das ECC soll in der EDI-Datenkommunikation Branchenstandards setzen. EDI steht für Electronic Data Interchange und meint den elektronischen Austausch von Daten zwischen Handel und Lieferanten. Hier war schon seit längerem eine Branchelösung von Fachleuten angemahnt worden, wie es sie im Textilbereich schon länger gibt. „Im Backoffice ist die Entlastung sofort spürbar“, zeigt sich Lötters überzeugt. „Die Verbände bewegen sich in eine neue Ära“, erklärte ANWR-Vorstandsvorsitzender Roland Schwerdtfeger. Und Garant-Vorstandssprecher Robert Natter erklärte, dass man eine enge Zusammenarbeit im Interesse aller den Verbundgruppen angeschlossenen Händler anstrebe.

Anwr-Schuh-Geschäftsführer Michael Decker ist überzeugt: „Für Händler ergeben sich Kostenreduktionen, eine Verbesserung der Abläufe und eine Optimierung des Warenflusses.“ HDS-Geschäftsführung und Vorstand zeigten sich überzeugt, dass das gemeinsame Clearing Center der gesamten Schuhwirtschaft nutzen werde. Wie Schwerdtfeger gegenüber SchuhMarkt erklärte, ist die jetzige Konstruktion gewählt worden, um eine „schnelle, schlagkräftige Einheit“ zu erhalten. Auf das von der Bekleidungsbranche genutzte BTE-Clearing-Center habe man nicht zurückgreifen können, da dieses keine Fotos verarbeiten könne, wie es vom Schuhhandel überwiegend gewünscht werde. Die Industrie sei nun am Zuge, die Stammdaten zur Verfügung zu stellen. Die Großen der Branche seien bereits im Boot, was ein entscheidender Hebel für die Beteiligung des Rests der Industrie darstelle. 19.02.08 Peter Skop

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