Schuhmarkt

Editorial 10/07: Vernunft-Ehen

Die Industrie spielt Handel, der Handel spielt Industrie. Vertikalisierung, Horizontalisierung und Systempartnerschaften aller Art sind derzeit das heiß diskutierte Thema. Systeme werden gebildet, um effizienter und mit mehr Marktmacht im In- und Ausland zu operieren.

 

 

Ilona Sauerbier, stv. Chefredakteurin

Die Industrie spielt Handel, der Handel spielt Industrie. Vertikalisierung, Horizontalisierung und Systempartnerschaften aller Art sind derzeit das heiß diskutierte Thema. Systeme werden gebildet, um effizienter und mit mehr Marktmacht im In- und Ausland zu operieren.

Vielfach auch, weil die Industrie mit ihren Handelspartnern unzufrieden ist und sich Ertragsreserven für ihre Marke verspricht, wenn sie sich um Präsentation, Warenversorgung und Flächenverantwortung kümmert und zudem ihren Handelspartnern dazu verhelfen möchte, Gewinne zu maximieren. Was in der Modebranche längst Alltag ist, erreicht nun die Schuhbranche: Gabor, Lloyd, Ara,Tamaris – überall entstehen Markenshops, weil die Hersteller ihr Retailbusiness vorantreiben.

“Wir planen bis Ende des Jahres knapp 100 Systempartnerschaften“, sagt Jens Beining von Wortmann. Lloyd hat 175 Shops und 11 Partnerstores, Gabor verfügt derzeit über 54 Monomarken-Stores. 25 davon in Deutschland, mit Quadratmeter- Umsätzen von etwa 6000 Euro. „Wir lernen durch die Partnerallianzen so viel vom Handel, dass es allen Kunden zugute kommt, ob sie nun Shops haben oder nicht“, ergänzt Beining. Gerhard Weber,Vorstandsvorsitzender der Gerry Weber AG vertritt seine Shopaktivitäten so: „Unser Denken muss immer auf den POS ausgerichtet sein. Wenn ich nicht detailliert weiß, was im Verkauf läuft und was nicht, kann ich Design-und Produktentwicklung nicht vernünftig steuern.”

Soweit die nachvollziehbare Sicht der Industrie. Für den Handel beginnt mit der Shop-Mania eine spannende Zeit. Entweder man akzeptiert es und arbeitet mit der Industrie zusammen oder man schafft es, sich sein eigenes, unverwechselbares Profil mit eigener Anziehungskraft zu erarbeiten. Denn auch der Handel kauft sich Marken und baut sie als Handelsmarke aus. Kauft der Kunde Gabor oder Görtz fragte Dr. Matthias Händle, Geschäftsführer der Hamm-Reno-Group, in seinem Referat auf der Branchenveranstaltung Forum Outfit? Bei Görtz kauft er Görtz. Bei Zumnorde Zumnorde, bei Fink Fink, bei Schütte Schütte….

Ihre Ilona Sauerbier

 

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