Schuhmarkt

Sozialplan bei Semler

20 Mitarbeiter erhalten Ende des Monats ihre Kündigungen. 18.05.06 Fred Schütz

Die Carl Semler Schuhfabrik GmbH, Pirmasens, hat mit der Arbeitnehmerseite einen Interessenausgleich und Sozialplan für die 20 Mitarbeiter ausgehandelt, denen bis zum Ende des Monats die Kündigungen ausgesprochen werden. Die Kündigungen werden, je nach Frist, in den nächsten zwei bis sechs Monaten wirksam. Dies bestätigte Semler-Geschäftsführer Jürgen Becker auf Anfrage.

Der Betriebsrat wird in den nächsten sieben Tagen zu der mit dem Interessenausgleich verbundenen Namensliste Stellung nehmen können. Becker bekräftigte trotz der Entlassungen: „Wir stehen zum Standort Pirmasens und versuchen, ihn zu erhalten”. Mit derzeit 158 Mitarbeitern sei auch eine Grenze erreicht, die für eine sinnvolle Produktion notwendig sei. Die Gesamtsumme für den zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern ausgehandelten, Interessenausgleich und Sozialplan bezifferte Becker auf Nachfrage mit „über 150 000 aber unter 200 000 Euro”.

Der Anstoß für die Entlassungen sei „sicher nicht von den Banken” gekommen. Vielmehr sei die Entscheidung eine Reaktion „auf das Handeln der derzeitigen Bundesregierung, also die Erhöhung der Mehrwertsteuer”. Semler wolle die wichtige Preislage von 99,90 Euro unbedingt halten, da ein hoher Prozentsatz der Produktion zu diesen Verkaufspreisen im Handel angeboten werden. Rund 150 000 bis 170 000 Paar werden für dieses Segment jährlich produziert. Ein Verlust pro Paar in Höhe von 2,00 bis 2,50 Euro, hervorgerufen durch die Mehrwertsteuererhöhung, sei nicht hinnehmbar. Semler habe agieren wollen, bevor es soweit sei, reagieren zu müssen. Das Unternehmen unterhält einen weiteren Produktionsstandort in Ungarn und lässt in diesem Land auch weitere Paarzahlen durch Lohnfertiger herstellen. 18.05.06 Fred Schütz

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