Schuhmarkt

Bewegung in Österreichs Schuhbranche

Die österreichische Schuhbranche ist in Bewegung geraten. Spätestens bis Jahresende soll Stiefelkönig, das landesweit zweitgrößte Schuhunternehmen, verkauft werden. 18.01.07 Thesy Kness-Bastaroli

Die österreichische Schuhbranche ist in Bewegung geraten. Spätestens bis Jahresende soll Stiefelkönig, das landesweit zweitgrößte Schuhunternehmen, verkauft werden.

Über den Verkauf lassen die neuen Eigentümer der österreichischen Gewerkschaftsbank Bawag keine Zweifel. Allerdings muss der Bawag-Kauf vorerst unter Dach und Fach gebracht werden. Dies soll im April geschehen. Der US-Fonds Ceberus hat gemeinsam mit dem Versicherer Generali und österreichischen Minderheitsaktionären die angeschlagene Gewerkschaftsbank übernommen.

Diese wiederum hatte vor drei Jahren ihre Darlehen an Stiefelkönig in Eigenkapital gewandelt und wurde damit zum Besitzer des Schuhhändlers. Kurzum - ohne die Bawag würde es Stiefelkönig gar nicht mehr geben. Offensichtlich bereitet Stiefelkönig-Chef Toni Kampelmühler, ehemaliger Wirtschaftsprüfer, den Schuhkonzern derzeit auf den Verkauf vor. „Ich rechne mit dem Verkauf bis Jahresende. Viele Finanz- und strategische Investoren haben ihr Interesse ja bereits bekundet", sagte Kampelmühler kürzlich der österreichischen Tageszeitung Der Standard.

Die Österreich-Tochter des deutschen Schuhlieferanten Deichmann, Nummer Drei auf dem Markt, dementierte bereits Übernahmegerüchte. „Kein Thema", sagte ein Sprecher der deutschen Schuhgruppe. Als potentielle Interessenten werden unter anderen auch Vögele und Reno genannt. Auch bei Leder & Schuh ist Bewegung zu spüren. Der interne Machtkampf geht in die nächste Runde, nachdem Aktionär Clemens Corti den Schuhkonzern vor Gericht bringt. Grund für die Klage ist die Bilanz 2005: Laut Corti bremse die hohe Dividende das Wachstum. Die Expansion der Gruppe sei dadurch gefährdet. Konzernchef Gottfried Maresch meint dazu nur, dass alle stimmberechtigten Stammaktionäre der Dividende zugestimmt hätten und die Eigenkapitalquote nach wie vor bei 50 Prozent liege.

Leder & Schuh ist 2006 der Konkurrenz mit einem Umsatzwachstum von 10 Prozent auf 400 Millionen Euro davongelaufen. Bei Vögele etwa konnte der Umsatz nur dank elf neuer Zweigstellen von 63 auf 67 Millionen wachsen. Vögele Shoes will die Anzahl der Outlets um ein Fünftel auf 120 erhöhen. Flächenbereinigt gab es jedoch ein Minus. Sowohl bei Salamander wie auch bei Reno wird ein flaues Geschäftsjahr 2006 bestätigt. Die Reno-Kette fasst in Österreich nun wieder neuen Tritt, nachdem sie den Diskont verlassen hat. In den letzten zwei Jahren wurden 30 neue Geschäfte errichtet. Salamander setzt ähnlich wie der Stiefelkönig auf den Ausbau des osteuropäischen Marktes. Neue Geschäfte sind in Ungarn, Polen und Tschechien, aber auch in Rumänien und Bulgarien geplant. 18.01.07 Thesy Kness-Bastaroli

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