Schuhmarkt

Dockers forciert Shop-in-Shop-Lösungen

„Plus, ein deutliches Plus”, so knapp umschreibt Gerli-Geschäftsführer Ralf Grossmann die Umsatzerwartungen für Gerli/-Dockers bis zum Ende des Geschäftsjahres. 17.07.06 Fred G. Schütz

„Plus, ein deutliches Plus”, so knapp umschreibt Gerli-Geschäftsführer Ralf Grossmann die Umsatzerwartungen für Gerli/-Dockers bis zum Ende des Geschäftsjahres.

„Einstellig, aber immerhin“, bedenke man den späten Beginn des Frühjahr/Sommergeschäfts. Neu ist die Kooperation mit Kaufhof, wo ab 2007 in 30 Filialen ein Shop-in-Shop-System für das Herrenschuhsegment eingerichtet werde. Denkbar seien aber 2008 und 2009 jeweils noch einmal 30 Filialen. Das Ladenbaukonzept sieht Größen von – im Normalfall – 25 Quadratmetern vor, die Bandbreite liege technisch zwischen zehn und 50 Quadratmetern. Gerli habe die Kalkulationen für Frühjahr/Sommer 2007 verbessert, entsprechend der Forderung der Einkaufsvereinigungen, „das heißt, wir bieten jetzt eine 140er Aufschlagskalkulation, netto ohne Rabatte an”, sagt Grossmann.

Die vorherigen Kalkulationen 128/130 seien damit um zehn Prozentpunkte verbessert worden, „ohne dass wir in den einzelnen Produktgruppen teurer geworden sind”. Vorkehrungen hat das Unternehmen bei seiner Fabrikation in Asien getroffen, um den Anti-Dumping-Gesetzen begegnen zu können. In der Fabrik in Vietnam wurden bis 1. Juli 600 von 680 Mitarbeitern entlassen, dafür drei Produktionslinien in Indonesien gebucht. Selbst nach Kambodscha und Myanmar/Burma hat Dockers die Produktion aus Vietnam und China verlegt. „Das macht mir am meisten Kopfschmerzen”, sagt Grossmann. „Wir haben über Jahre hinweg eine vernünftige, gleich bleibend gute Qualität aufgebaut, was uns unsere Kunden bestätigen. Das hatten wir gut im Griff und müssen jetzt aus den bestehenden Fabriken, auch aus unsrer eigenen, herausgehen.”

Immerhin geht es um Paar-Zahlen von 300 000 Paar Schuhen, deren Produktion verlagert wird. „Im worst case müssten wir 20,7 Prozent Aufschlag auf die Schuhe verkraften, das ist nicht finanzierbar”. Die Exportsituation bei Gerli stelle sich unverändert dar: „Skandinavien nach wie vor gut aufgestellt, in Märkte wie England immer noch schwierig, Italien entwickelt sich sehr, sehr verhalten und vorsichtig, Belgien sehr gut, für uns ein super Markt”. Märkte im Osten seien bei Grenzpreislagen zwischen 49,90 und 69,90 Euro „noch schwierig”. Die Türkei entwickle sich ebenfalls als starker Markt, da dort Dockers auch in Lizenz in türkischer Eigenproduktion gefertigt werden. „Diese Mischung funktioniert sehr, sehr gut, mit aussagekräftigen Kollektionen für den türkischen Markt”, sagt Grossmann.

Auf dem Deutschen Markt „ist die Entwicklung mit Reno sehr positiv, das Umsatzplus kommt zum Teil daher. Man ist dort mit enormen Mengen eingestiegen. Und die Kooperation mit Österreich, etwa „Shoe 4 you” oder „Humanic”, stelle sich ebenfalls sehr aussichtsreich dar. Modisch sieht Grossmann ein maritimes Thema im Damenbereich, Gold und Gold-Applikationen. Canvas, vor allem bedruckt sei generell ein Thema, auch im Herrenbereich. 17.07.06 Fred G. Schütz

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