Schuhmarkt

Positive Antwort erwartet

Der Verband der Schuhindustrie hält am Projekt Schuhkompetenzzentrum in Pirmasens fest. Die Rheinland-pfälzische Schuhindustrie ist verhalten optimistisch für 2006. 16.06.06 Fred G. Schütz

Man gibt sich „verhalten optimistisch” beim Verband der Schuhindustrie in Rheinland-Pfalz. Auch wenn der Umsatz im Jahr 2005 im Vergleich zu 2004 um 3,5 Prozent auf 411 Millionen Euro gesunken war.

Das Minus ist vor allem dem Inlandsumsatz geschuldet, der um 6,8 Prozent nachgab. Zu ernten gibt es für die rheinland-pfälzische Schuhindustrie derzeit vor allem etwas im Export. Der ist im ohnehin auslandsstarken Bundesland Rheinland-Pfalz auch bei der Schuhindustrie um 1,9 Prozent angestiegen. Verbandspräsident Hans Jürg Keller (Peter Kaiser), der von der Verbands-Versammlung im Mai in seinem Amt bestätigt worden ist, kommentierte die derzeitige Situation für die Schuhindustrie so: „Dass es nicht leicht ist, darüber brauchen wir nicht zu reden, aber es ist nicht hoffnungslos ist, darüber sind wir uns auch einig”.

Erkennbar ist, dass vor allem jene Unternehmen krisenresistenter sind, die ihren Exportanteil erhöhen konnten. Dabei gebe es für die rheinland-pfälzische Schuhindustrie keine bevorzugte Destination. „Die Unternehmen orientieren sich ganz nach ihren eigenen Möglichkeiten. Ich habe aber den Eindruck, dass ‚Made in Germany’ wieder mehr an Bedeutung gewinnt”, sagte Keller. Die 29 Betriebe in Rheinland-Pfalz beschäftigen derzeit noch 2736 Mitarbeiter. Die Angaben des Verbandes beziehen sich auf die Zahlen des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz.

Festhalten wird der Verband, nach übereinstimmender Aussage von Keller und Verbandsgeschäftsführer Dr. Peter Neumann, am WorldShoeCenter titulierten Schuhkompetenzzentrum in Pirmasens, das von Industrie und Gewerkschaften gewollt ist, von der Stadt Pirmasens promotet wird und vom Prüf- und Forschungsinstitut (PFI) getragen werden soll und seit mindestens drei Jahren intensiver Gesprächsgegenstand in der Branche ist. „Wir erwarten nach der Sommerpause definitiv eine positive Antwort aus Mainz”, sagte Neumann. Das Schuhkompetenzzentrum soll unter anderem die Fachkräfteausbildung für die Schuhindustrie in einem zeitgemäßen modularen und berufsbegleitenden System sicher stellen.

In diesem Zusammenhang setzte sich Verbandspräsident Keller für den Erhalt und zumindest räumliche und personelle Integration der Deutschen Schuhfachschule (DSF) und die intensive Kooperation mit der benachbarten Fachhochschule mit dem Kompetenzzentrum ein. Die DSF werde, so Neumann, von der Industrie nicht infrage gestellt, allerdings habe er den Eindruck, dass das Konzept der DSF „in die Jahre” gekommen sei. Es sei aber sinnvoll, den vorhandenen Maschinenpark gemeinsam in DSF, Fachhochschule und Schuhkompetenzzentrum zu nutzen.

Kein Thema für den Verband ist das geplante Schuh-Outlet im Pirmasenser Konversionsgebiet Husterhöhe, das, so Keller, „wir weder unterstützen noch torpedieren“. Das sei alleine Sache des Investors. Die Vorstandswahlen hatten folgendes Ergebnis: Vorsitzender: Hans Jürg Keller (Peter Kaiser), Stellvertreter: Klaus Kennel (Kennel & Schmenger), Kurt Muck (Theresia Muck), Schatzmeister: Stefan Markert (Semler), weitere Vorstandsmitglieder: Kurt Cölsch (Caprice), Heiner Held (Held GmbH), Simone Huth-Hage (Steitz Secura), Carl-August Seibel (Josef Seibel). 16.06.06 Fred G. Schütz

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