Schuhmarkt

Seibel trennt sich vom „Kleinen Muck“

Sozialplan und Interessenausgleich sind für zunächst 18 Mitarbeiter vereinbart. Seibel: „Das Kinderschuhgeschäft ist ohne Perspektive“. 15.11.07 Fred G. Schütz

Die Hauensteiner Schuh-Firmengruppe Seibel wird sich von 18 ihrer Mitarbeiter trennen. Das bestätigte Geschäftsführer Carl-August Seibel dem SchuhMarkt gestern auf Anfrage. Die Entlassungen mit freiwilligem Sozialplan und Interessenausgleich gehen auf die Entscheidung des Unternehmens zurück, die Produktion unter der Marke „Der kleine Muck” nicht mehr fortzuführen.

Die Seibel-Gruppe, zu der die Unternehmen „Josef Seibel”, der „Kleine Muck” und „Romika” gehören, beschäftigt derzeit etwa 230 Mitarbeiter am Standort Hauenstein. Beim „kleinen Muck” waren zuletzt noch 70 Mitarbeiter beschäftigt. Da alle drei Unternehmungen als Verbund agieren und auch ein Gesamtbetriebsrat existiert, werden die gekündigten Mitarbeiter nicht ausschließlich aus der Stammbelegschaft des „Kleinen Muck” kommen. „

Einen großen Teil der Mitarbeiter des ‚Kleinen Muck’ übernehmen wir”, sagte Seibel. Die Sozialauswahl bezieht sich also auf die Mitarbeiter der gesamten Gruppe. Seibel, der ankündigte, den gestern ausgehandelten Sozialplan- und Interessenausgleich wohl noch am selben Tag zu unterschreiben, bestätigte auch Informationen des SchuhMarkts, wonach auch eine Option auf die Kündigung weiterer zehn Mitarbeiter verhandelt worden sei. Ob diese überhaupt wahrgenommen werde, entscheide sich aber erst zu einem späteren Zeitpunkt. „

Die Situation in der Kinderschuhbranche ist, gelinde gesagt, bescheiden”, sagt Seibel. „Wir verlieren hier Geld im Moment, was wir mit Blick auf den Erfolg des ganzen Unternehmens nicht tragen wollten. Wir müssen eine betriebswirtschaftliche Entscheidung treffen, die von uns verantwortungsvoll gefordert ist. Diese Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen. Aber ich sehe das im Zusammenhang. Wir haben ein Unternehmen, das grundsätzlich sehr gut funktioniert, das in den vergangenen Jahren auch viele Arbeitsplätze hier geschaffen hat.”

Man habe viel Geld investiert und wolle das auch weiter tun, „wir haben aber zwei Kernmarken, das sind ‚Seibel’ und ‚Romika’, das sind auch die Hauptträger des Geschäftes, mit weitem, weitem Abstand. Das Kinderschuhgeschäft ist ein relativ bescheidenes, kleines gewesen.” Die Perspektive im Kinderschuhsegment stelle sich „sehr trüb” dar. „Wäre die Perspektive ein, zwei Jahre, da muss man durch… Das sehe ich aber im Moment nicht so”, sagte Seibel.

Teile des Kinderschuhsegments aus den Kollektionen des „Kleinen Muck” könnten, wie schon bisher, bei „Romika Kids” angesiedelt werden. Der Vertrieb werde dann über Seibel oder Romika laufen. Die Markenrechte, die auch Formen, Entwürfe, Modelle, Material und Werkzeuge beinhalten, möchte Seibel unter Umständen veräußern. Konkrete Gespräche führe er derzeit mit zwei Interessenten. 15.11.07 Fred G. Schütz

Verwandte Themen
Drei Prozent Umsatzplus im Einzelhandel sagt der HDE für den Herbst voraus. Ob tatsächliuch nur die größeren Unternehmen sowie die Onliner davon profitieren, wird sich zeigen. Bild: champc/iStock/Thinkstock
Steigende Handelsumsätze voraus! weiter
Outdoor fokussiert Einkäufer weiter
Der Online-Markt hat nationale Besonderheiten. Überall stark: Amazon. Grafiken: EHI
Online-Umsatz steigt rasant weiter
Verbraucher lieben Outdoor. Foto: Teva
Ausgaben für Outdoor steigen wieder weiter
Markenbindung? Je jünger der Kunde, desto stärker ist sie. Mit steigendem Alter lösen sich die Verbraucher von Fashion-Marken. Bild: Thinkstock/Ingram Publishing
Wenig Markenbindung bei Fashion-Käufern weiter
Eccos neues Flagship mit eigens kozipiertem Warensortiment. Bild: Ecco
Ecco-Flagship in Berlin weiter