Schuhmarkt

Editorial 20/06: Taschen-Hype

Sie heißen Paddington, Boogie oder Birkin. Sie werden vom Kennerblick sofort gescannt und kosten manchmal so viel wie ein gebrauchter Mittelklassewagen. Wer sie besitzen will, kommt in der Regel auf Listen und geduldig warten dann die Frauen auf das Objekt ihrer Begierde: Ihre Luxustrophäe. Ihre Designertasche.

 

 

Ilona Sauerbier, stv. Chefredakteurin

Sie heißen Paddington, Boogie oder Birkin. Sie werden vom Kennerblick sofort gescannt und kosten manchmal so viel wie ein gebrauchter Mittelklassewagen. Wer sie besitzen will, kommt in der Regel auf Listen und geduldig warten dann die Frauen auf das Objekt ihrer Begierde: Ihre Luxustrophäe. Ihre Designertasche.

Taschen sind in der Mitte des Trends angekommen. Wenn man früher am Laufsteg saß, defilierten Roben vorbei. Heute sehen die Journalisten und Einkäufer bei Prada, Chanel, Chloè & Co. vor lauter Taschen kaum noch Röcke. Doch es sind nicht nur gut betuchte Frauen, die ein Luxustäschchen ihr eigen nennen möchten. Immer mehr Normalverdienerinnen sparen sich ihren Wunschbeutel vom Mund ab.Taschen mit einem angesagten Label transportieren Image und das Gefühl des „haben wollens“. Sie sind Trophäen, wie es kürzlich Reinhard Sander von Horstmann & Sander in Hannover, formulierte. Und je knapper die Trophäe ist, umso zwingender wird sie gejagt. Inzwischen gibt es jede Menge Frauen, die sich ihre Outfits bei H&M oder Zara kaufen, aber eine Designertasche für 1200 Euro besitzen. Umgekehrt wäre das unmöglich.

Die Stardesigner haben mit ihrer unglaublichen Taschenkreativität einen Hype auf Taschen ausgelöst, von dem die ganze Modebranche profitiert. Und von dem natürlich alle etwas abhaben wollen. Neue Konzepte für Accessoires-Abteilungen inklusive Schuhe sind derzeit in jedem modischen Sortimentshaus zu beobachten. Handelshäuser wie Engelhorn, Beck, aber auch Karstadt arbeiten mit Hochdruck am Thema Accessoires. Das ist möglich, weil der klassische Lederwarenfachhandel, bis auf wenige Ausnahmen, zu wenig für seine Erneuerung getan hat.

Taschen sind, mit Zuwächsen bis 20%, im Moment die erfolgreichsten Accessoires. Doch auch im Schuhhandel sind sie längst ein spannendes Zusatzgeschäft. “Die Kombination läuft immer gut”, sagt Klaus Schütte, aus Oldenburg. Nicht umsonst erweitern Spezialisten wie Gabor oder Seibel ihre Schuhe mit Taschen und Abro oder Coccinelle die Taschen mit Schuhen. Immer mehr Taschenanbieter sind daher auch auf den Schuhmessen präsent um neue Kunden zu akquirieren. Vielleicht werfen Sie bei ihren nächsten Messebesuchen mal einen Blick auf Taschen & Co. Denn eines haben sie den Schuhen voraus: Für eine Tasche kann man niemals die falsche Figur oder zu große Füße haben.

Ihre Ilona Sauerbier

 

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