Schuhmarkt

Kontinuierlicher Zuwachs für G-Lord

Die G-Lord-Geschäftsführer Thomas Schulte Huermann und Karsten Niehus ziehen eine positive Bilanz. Jährlich sollen rund 100 bis 150 Kunden hinzu kommen. 15.08.06 Peter Skop

Die jüngste, im Jahr 2004 gegründete, Verbundgruppe G-Lord verfügte Mitte August über einen Kundenstamm von 275 Händlern. Bei einem Fachpressegespräch am neuen Kölner Firmensitz erläuterten die beiden Geschäftsführer der G-Lord Marketing und Service Verbund GmbH, Thomas Schulte-Huermann und Karsten Niehus, die Struktur der Gruppe, Ziele und Aussichten.

Von den 275 Kunden würden 174 über die Sabu-Bank, jetzt RSB, zentral reguliert. „Wir sprechen von Kunden, wenn es eine geschäftliche Beziehung zwischen uns und dem Händler gibt – unabhängig davon, ob der Händler in einer anderen Verbundgruppe formal noch Mitglied ist“, so Schulte-Huermann.

Bei G-Lord gibt es keine Mitglieder wie bei den genossenschaftlich organisierten Einkaufsvereinigungen. „Händler sind kein handelbares Gut, sondern freie Unternehmer, die sich für die eine oder andere Gruppe entscheiden können“, erklärte Schulte-Huermann im Hinblick auf die hauptsächliche Herkunft der Kundschaft, Garant (ca. 120 bis 130) und Rexor (ca. 80). Der Rest war zuvor mit keiner Verbundgruppe verbunden.

 

Insgesamt hätten 376 Händler Anträge gestellt, wovon rund 100 hätten abgelehnt werden müssen, weil sie den strengen Aufnahmeprüfungen, die sich an Basel II orientieren, nicht genügten. Die G-Lord-Kunden gehören zu rund jeweils zwei Fünfteln den Fachgruppen Orthopädie/Komfort und Family/Kids und einem Fünftel der Fachgruppe Fashion an. 95 Prozent der Händler haben ein Fachgeschäft, der Rest noch eine Filiale. „Wir wollen keine großen Filialisten“, sagte Niehus. Die bräuchten eine Verbundgruppe eigentlich nicht. Als Zielgruppe für G-Lord nannte er den mittelständischen Einzelhandel. „Wir glauben an die Chance für den Fachhandel“, so Niehus. Die heutige Kundschaft stehe für ein Zentralregulierungspotenzial von rund 50 Mio. Euro.

Er geht von einem kontinuierlichen Wachstum von G-Lord um 100 bis 150 Vertragspartner jährlich aus. 2007 sollten demnach 350 bis 400 Händler mit dem Unternehmen verbunden sein. Auf etwa 800 bis 1200 Fachhändler schätzt er das Potenzial insgesamt, wobei man sich von den ausländischen Märkten vorerst verabschiedet hat. „Der niederländische Markt funktioniert zum Beispiel ganz anders“, so Schulte-Huermann, „das hätte zu einer Defokussierung geführt.“ In diesem Jahr rechnet G-Lord mit einem annähernd ausgeglichenen Ergebnis, im nächsten mit einem siebenstelligen Rohertrag. Etwaige Überschüsse würden dann aber sofort reinvestiert.

Während die traditionellen Verbundgruppen als Einkaufsgenossenschaften sich besonders um den Warenbezug kümmerten, gehe es G-Lord darum, den Verkauf der Händler zu fördern. Diesem Ziel dienten zum Beispiel die Fachgruppen. Bei der Warenbeschaffung setze man auf direkte Beschaffung, wie es die so genannte Riva-Gruppe betreibe. „Wir werden vertikal, indem wir die Zwischenstufe Verbundgruppe ausschalten“, erklärte Niehus. G-Lord wolle gänzlich auf Eigenmarken verzichten. Deren Sinn zweifelten die beiden Geschäftsführer an: „Es gibt genug starke Marken“. Förderlicher sei die Zusammenarbeit mit Lieferanten, wie es beispielsweise Schuhhändler Rainer Kraus in Ottobrunn und ein Kollege mit Lloyd erprobt hatten.

Diese hatten eine Lloyd-Woche veranstaltet, bei der über 60 Herren- und rund 20 Damenmodelle für die Kunden zur Auswahl standen. Die breite Auswahl habe die Kunden total begeistert und in dieser Woche sei mit Lloyd-Schuhen soviel Umsatz erzielt worden wie sonst in einer Saison – zu regulären Preisen, betonte Kraus, der als G-Lord-Beiratsmitglied bei dem Pressegespräch anwesend war. Solche Aktionen sollten langfristig angegangen werden.

Als weitere Beispiele für die Verkaufsförderung wurden die Aktionen „Schuhe für Pakistan“ und „Die Champions von morgen“ genannt (SchuhMarkt berichtete). Derzeit wird eine Kundenzeitschrift „Wellness“ für den Orthopädie/-Komfort-Schuhhandel den Händlern angeboten. Schulte-Huermann und Niehus betonten die Serviceorientierung von G-Lord. Jeder Mitarbeiter sei mindestens drei Tage in der Woche beim Kunden, um deren Bedürfnisse genau kennen zu lernen und ihm zum Erfolg zu verhelfen. Ein Teil des eigenen Gehalts sei daher abhängig vom Erfolg der Kundschaft. Unter das Motto „besser als die anderen“, dem man sich verpflichtet habe, falle auch die Transparenz bei der Abrechnung der Rückvergütung. Hier sahen die beiden Geschäftsführer erhebliche Mängel bei den Wettbewerbern. 15.08.06 Peter Skop

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