Schuhmarkt

Editorial 12/07: Chinesische Impressionen

„Reisen bildet“, sagt der Volksmund. Selbst dann, wenn man sich „nur“ auf der Fährte eines Importeurs von Schuhen befindet, der einmal den gesamten Ablauf seines Geschäfts offenlegen mochte. China ist der größte Schuhproduzent der Welt und gleichzeitig auch der größte für die Welt. Eine einwöchige Reise, die zudem auf den prosperierenden Süden des Riesenreiches beschränkt ist, kann nur einen kleinen Eindruck vermitteln.

 

 

Peter Skop, Chefredakteur

„Reisen bildet“, sagt der Volksmund. Selbst dann, wenn man sich „nur“ auf der Fährte eines Importeurs von Schuhen befindet, der einmal den gesamten Ablauf seines Geschäfts offenlegen mochte. China ist der größte Schuhproduzent der Welt und gleichzeitig auch der größte für die Welt. Eine einwöchige Reise, die zudem auf den prosperierenden Süden des Riesenreiches beschränkt ist, kann nur einen kleinen Eindruck vermitteln.

Schuhproduktion in China ist sicher so vielfältig wie auch sonst überall in der Welt. Ich habe Fabriken gesehen, die den europäischen Vergleich nicht scheuen müssen. Daneben gibt es sicher auch tausende von kleinen Garagenwerkstätten, in denen ohne sonderliche Kontrollen gearbeitet wird. Verbraucher und Handel haben es aber weitgehend in der Hand, welche Ware nach Europa oder Deutschland kommt und wie diese produziert wird.

Renommierten Prüfinstituten vor Ort, auf die ich in einem gesonderten Artikel in einer der nächsten Ausgaben eingehen möchte, steht das gesamte Instrumentarium moderner Analytik, einschließlich der Überprüfung sozialer Mindeststandards, zur Verfügung. Dies ist nicht billig zu haben, auch vor Ort in einem Land wie China nicht. Die chinesischen Großstädte im Süden entsprechen längst nicht mehr dem Bild, das man sich von Entwicklungsländern macht: Hochhäuser, ein wachsender Autoverkehr, chic gekleidete junge Chinesen, die in der boomenden Wirtschaft Arbeit gefunden und sichtlich Freude am Konsum haben. Die Einkaufs-Malls sind rege besucht, auch und besonders am Wochenende, das für den arbeitenden Chinesen meist nur aus einem freien Sonntag besteht.

Aufgefallen ist mir die Sorglosigkeit im Umgang mit Schmutz und Abfall. China wird schon im eigenen Interesse mehr für den Umweltschutz tun müssen. Soweit diese Nachlässigkeit, die wir aus unserer eigenen Industrialisierung ja zur Genüge kennen, heute noch einen Kostenvorteil darstellt, wird sich dieser in den nächsten Jahren sicher relativieren. Auch bei den Löhnen sind in beinahe vollbeschäftigten Regionen Steigerungen zu erwarten.

Ihr Peter Skop

 

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