Schuhmarkt

Deutsche Schuhproduktion rückläufig

Es wurden vor allem weniger Lederstraßenschuhe in Deutschland produziert. Urban erwartet leichte Preissteigerungen im Laufe des Jahres. Die Produktion in China wird teurer. 14.03.07 Peter Skop

Die heimische Schuhproduktion ist im vergangenen Jahr auf 24,5 Mio. Paar gesunken. Noch 2005 betrug sie 28,8 Mio. Paar – mithin ein Rückgang um 15 Prozent.

Wie der Vorsitzende des Hauptverbandes der Deutschen Schuhindustrie (HDS) erklärte, habe die Verlagerung in kostengünstigere Produktionsländer wieder an Fahrt gewonnen. Vor allem ging die paarzahlmäßige Produktion von Lederstraßenschuhen für Frauen (knapp -30 %) und Männer (knapp -20 %) zurück. Andererseits konnte die deutsche Schuhindustrie einen Umsatzzuwachs von 3,1 Prozent auf rund 2,9 Mrd. Euro verzeichnen. Dabei verbesserten sich die Umsätze mit inländischen Abnehmern um 0,7 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro, die mit ausländischen um 9,6 Prozent auf rund 800 Mio. Euro.

Der Auslandsanteil an den Gesamtumsätzen stieg von 26,6 Prozent im Jahr 2005 auf 28,3 Prozent in 2006. Während sich die Schuhimporte mengenmäßig um 5,5 Prozent verringerten, stieg ihr Wert um 10 Prozent. Bei den Ausfuhren erlitt die deutsche Schuhwirtschaft ein Minus von 13,6 Prozent, deren Wert stieg jedoch um 12,4 Prozent. Hauptexporteur nach Deutschland bleibt China mit einem Anteil von 45 Prozent an den gesamten Einfuhren, auch wenn die Paarzahl von 225 Mio. (2005) auf 197 Mio. Paar zurückgegangen ist. Die durchschnittlichen Einfuhrpreise aus China stiegen von 4,32 Euro in 2005 um 22 Prozent auf 5,27 Euro in 2006. Lederschuhe aus China waren um durchschnittlich 36 Prozent teuer als 2005 (7,73 Euro) und erreichten im Schnitt 10,51 Euro.

Eine Entwicklung, die nicht auf Zölle, Strafzölle oder sonstige Abgaben zurückzuführen ist, da es sich hierbei um reine Grenzübergangswerte handelt, wie Urban erläuterte. Er rechnet mit weiteren Preissteigerungen, da in China Lohnverhandlungen anstehen und auch weitere Kostensteigerungen zu erwarten sind. Zur Preisentwicklung für die Verbraucher meinte Urban, dass die Schuhpreise in den ersten beiden Monaten des Jahres nicht deutlich gestiegen sind, sich also Mehrwertsteuer und Antidumpingzölle kaum ausgewirkt hätten. Für den weiteren Verlauf des Jahres rechnet er jedoch mit einem leichten Anziehen der Preise. 14.03.07 Peter Skop

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