Schuhmarkt

2006 war Jahr des Stiefels

Das vergangene Jahr war wegen starker Umsatzschwankungen kein leichtes Jahr für den Fachhandel. Die Zahl der Schuhgeschäfte sinkt weiterhin. 14.03.07 Peter Skop

„Nur selten gab es für den Schuheinzelhandel ein Jahr, das so stark von einem Produkt geprägt wurde wie 2006. Gemeint sind braune Damenstiefel.“ Brigitte Wischnewski, Präsidentin des Bundesverbandes des Deutschen Schuheinzelhandels (BDSE), bezifferte den Umsatzanteil, den diese Produktgruppe im zweiten Halbjahr 2006 erreichte, mit knapp 60 Prozent.

Gute Erfolge hätten die Schuhgeschäfte erzielt, die das Thema schon im August präsentierten und es bis zum Saisonende mit einem tiefen und breiten Angebot durchgehalten hätten. Bei Stiefeln wurde auch ein höherer Durchschnittspreis von rund 81 Euro erreicht.

2006 sei kein leichtes Jahr gewesen, die Umsatzschwankungen lagen zwischen minus 15 Prozent im März und plus 10 Prozent im Mai. Die äußerst wechselhafte Kundenfrequenz erschwere dem Schuheinzelhandel die Personaleinsatzplanung, so Wischnewski. Das Marktvolumen für Schuhe in Deutschland lag einer Studie der BBE-Unternehmensberatung zufolge bei knapp 8,2 Mrd. Euro. Der Schuheinzelhandel habe laut Umsatzsteuerstatistik mit 6,1 Mrd. Euro einen Anteil von etwa 74 Prozent. Der anhaltenden Expansion der marktführenden Unternehmen stehe ein deutlicher Rückgang von kleinen inhabergeführten Fachgeschäften gegenüber.

Die Zahl der Unternehmen verringerte sich von 7247 im Jahr 2000 um fast 15 Prozent auf 6136 im Jahr 2004. Von diesen liegen 81 Prozent unter einem Jahresumsatz von 500000 Euro, womit sie einen Marktanteil von weniger als 16 Prozent erreichen. Mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes (knapp 55 %) im Schuheinzelhandel entfällt auf die größten 38 Unternehmen der Branche mit Jahresumsätzen von mehr als 10 Mio. Euro. Die Durchschnittsausgaben für Schuhe pro Kopf der Bundesbürger lagen im Jahr 2005 bei etwa 99 Euro, 2001 waren dies noch 114 Euro. Da mehr Schuhe gekauft werden, sind die Durchschnittspreise gesunken. 14.03.07 Peter Skop

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