Schuhmarkt

Editorial 04/08: Wo bleiben die Teenies?

Samstag, 14 Uhr. Großkampftag bei Sport Loebl in der Frankfurter Zeilgalerie – ein frecher, junger Store mit Mode und Schuhen. Es hat Zwischenzeugnisse gegeben. Jetzt fordern die Schulkinder ihre Belohnung. Mindestens acht Mädchen um die zehn Jahre stehen mit ihren Müttern vor der großen Wand mit den bunten Chucks und suchen eifrig nach ihrer Lieblingsfarbe.

 

 

Ilona Sauerbier, stv. Chefredakteurin

Samstag, 14 Uhr. Großkampftag bei Sport Loebl in der Frankfurter Zeilgalerie – ein frecher, junger Store mit Mode und Schuhen. Es hat Zwischenzeugnisse gegeben. Jetzt fordern die Schulkinder ihre Belohnung. Mindestens acht Mädchen um die zehn Jahre stehen mit ihren Müttern vor der großen Wand mit den bunten Chucks und suchen eifrig nach ihrer Lieblingsfarbe.

Die Verkäuferinnen kommen gar nicht hinterher, Größen zwischen 36 und 39 heraus zu suchen. Coole Musik von Rihanna klingt aus dem Lautsprecher. Die Girlies sind sichtlich zufrieden, auch wenn der Service nur schleppend funktioniert. Keine der jungen Verkäuferinnen kann perfekt einschätzen, ob der Schuh passt – anders als die Fachverkäuferin mit geschultem Blick im Schuhgeschäft.

Szenenwechsel: Ein Schuhgeschäft mit großer Kinderfachabteilung und niedlicher Kinderdeko. Eine verzweifelte Mutter versucht, ihrer 10-Jährigen neue Schuhe in ihrem eigentlichen Stammgeschäft zu kaufen – Größe 38. Die vier Klettmodelle, die es noch in ihrer Größe gibt, will die Kleine nicht mehr, und die Ballerinas in Damengrößen sind zu weit. Mutter und Tochter ziehen ab, und der Händler sieht die Tochter vielleicht erst wieder, wenn sie 20 ist. Wenn überhaupt. Zwischendurch wird sie sich in Jeansläden, Markenstores oder im trendigen Sporthandel mit Schuhen versorgen.

„Wir führen Kindergrößen bis 41“, sagen viele Kinderschuhhersteller. Im Handel scheinen sie allerdings nicht anzukommen. Stimmen die Styles nicht? Stimmt das Verkaufsambiente nicht? Es ist verständlich, warum mancher Händler Sortimente kappt, die unprofitabel geworden sind. Warum man allerdings größere Kinder mit einem Verbrauch von mindestens drei Paar Schuhen pro Saison (ohne Hausschuhe) kampflos Sportgeschäften und Textilläden überlässt, ist schwer nachvollziehbar.

Ilona Sauerbier

 

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